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In Zürich hat ein Saunaclub eröffnet, in dem erstmals auch Callboys ihre Dienste anbieten - mit dem Segen der Behörden.

Auf 1.200 Quadratmetern und drei Stockwerken hat am Wochenende das Golden Gay Spa & Wellness eröffnet. "Die Stadt hat uns nach der Bauabnahme am Freitag grünes Licht gegeben", erklärte Betreiber Erich Brandenberger gegenüber "20 Minuten". Dabei will er vermeiden, dass Männer nur zum schnellen Sex vorbeischauen, sondern setzt auf Luxus: "Wir wollen weg vom Schmuddelsex-Image der Darkrooms", erklärte der 46-Jährige.

In dem großen Areal gibt es drei Bars, mehrere Whirlpools, Dampfbäder, Saunas und Erotikzimmer mit Duschen. Der Eintritt beträgt zwar satte 99 Franken (67 Euro), beinhaltet aber Snacks und Drinks (auch alkoholische), sowie die Benutzung des Erotikzimmers für 30 Minuten. Für diverse Dienstleistungen muss extra bezahlt werden. So kann man sich 60 Minuten lang für 150 Franken (102 Euro) massieren lassen. Hier können für "erotische Dienstleistungen" - in Absprache mit dem Masseur - Zuschläge erhoben werden.

Im dritten Stock wird´s heiß

Einmalig im Land ist der 3. Stock: Dort bieten fünf bis zehn Callboys mit städtischer Genehmigung ihre Dienste an. Hier können sich Besucher für 250 Franken (169 Euro) vergnügen. "Ein solcher Escort-Service ist schweizweit einmalig", so Brandenberger. Zwar gibt es bereits sechs schwule Saunen in Zürich - in ihnen ist Prostitution allerdings ausdrücklich verboten.

In den letzten Monaten gab es immer wieder Proteste der Anwohner gegen das geplante Projekt. Anwohner befürchteten insbesondere Ruhestörung, was Brandenberger aber zurückweist: "Da dürfte der Lidl neben uns wohl das größere Problem darstellen", erklärte er.

Das Wochenende sei noch sehr ruhig gewesen, da man noch keine Werbung schalten konnte. Brandenberger erwartet aber die nächsten Wochen einen Besucheransturm. Insbesondere Besucher mit hohen Ansprüchen können im Saunaclub auf ihre Kosten kommen. Und um die anzulocken, versucht die Sauna auf ihrer Website alle Vorzüge hervorzuheben - so heißt es in Fettschrift: "Die Tapeten sind aus echtem Gold!" (dk)



29 Kommentare

#1 seb1983
  • 18.01.2010, 16:50h
  • Seit wann zahlen Schwule für Sex??
    Das können von mir aus weiter Heteros im Puff und Straßenstrich machen...
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#2 Liedel
#3 Blondes GiftAnonym
  • 18.01.2010, 18:56h
  • Antwort auf #2 von Liedel
  • Mir wird beim Gedanken an "Boys", die in "Herrenbars" arbeiten, in der Regel ziemlich übel.

    Meist sind das sozial schwache Jungs, oft mit Migrationshintergrund, die keine Berufsausbildung und wenig familiäre Bindungen haben. Die werden dann von "Big Daddy" für 'n Appel und 'n Ei angestellt, um sowohl zu kellnern - wie auch zu vorgerückter Stunde zu strippen oder im Separée den ein oder anderen alten Sack über sich drüber rutschen zu lassen.

    Super - stärkt das Selbstvertrauen und die soziale Kompetenz! *augenroll*

    Sicher, wir werden alle älter - und es gibt immer einen Prozentsatz Schwuler, die eben auf "Boys" im weitesten Sinne steht. Aber ich werden den Gedanken nicht los, dass das Gros der Jungs den Sex nur der Kohle wegen macht - und sich ansonsten vor diesen alten Männern mit ihren Kugelbäuchen schlichtweg ekelt.

    Besonders schlimm finde ich die Tatsache, dass von den "Boys" erwartet wird, dass sie toll aussehen und sich pflegen - während die meisten Freier aussehen wie aus der Geisterbahn entlaufen. Zumindest muss man sich ja im Alter keine 150 kg anfressen und dann euphemistisch einen auf "Chubby" machen. Fettsucht bleibt Fettsucht.

    Irgendwie finde ich das alles nur extrem peinlich ...
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#4 Stevie fragendAnonym
#5 Roberto BlancoAnonym
#6 MIZAnonym
  • 18.01.2010, 20:30h
  • Und ob Schwule für Sex bezahlen! Die männliche Prostitution blüht! Dafür muss man sich nur die Escort-Profile auf den "blauen Seiten" angucken. Und jede Großstadt verfügt über eine eigene Stricherszene mit entsprechenden Locations. In der Szene wird nur nicht großartig darüber geredet. Wer würde auch schon zugeben, dass er für die Erfüllung seiner sexuellen Bedürfnisse zahlen muss? Das wäre ein Makel!
    Ansonsten wäre ich sehr vorsichtig mit vorschnellen und pauschalen Urteilen über Stricher/Callboys und ihre Freier. Wer mal einen Blick in diese Szene werfen kann, wird überrascht sein, wer dort Sex gegen Bares anbietet und welche Männer diese sexuellen Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
    Die Vorstellung vom jungen, ausgebeuteten Stricher und vom häßlichen, alten Schwulen ist da jedenfalls sehr naiv.

    Ich glaube, dass viele schwule Männer, die in ein Alter kommen, wo es auf dem "freien Markt" mit dem Beuteschema schwierig wird, sich der Frage stellen, ob die sexuelle Dienstleistung nicht käuflich erworben werden soll. Das gibt nur kein Mann zu.

    Grundsätzlich finde ich das nicht verwerflich, denn auch so ein Geschäft kann ganz fair sein.

    Ich jedenfalls würde, wenn ich 60 wäre und die Kohle hätte, mir die hübschesten Callboys kommen lassen!
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#7 chasnkingAnonym
#8 Benedictus
  • 18.01.2010, 23:02h
  • Antwort auf #3 von Blondes Gift
  • Warum werden eigentlich immer wieder Männer in einer Opferrolle gesehen, die 
    a) volljährig sind
    b) freie Entscheidungen treffen
    c) zu nichts gezwungen werden

    Wenn ein Typ meint, mit alten schwabeligen Männern ins Bett zu gehen, um seinen Unterhalt zu verdienen, dann soll er es tun

    Wenn ein Typ meint, als Pornodarsteller arbeiten zu müssen, oder noch besser; eher an Barebackproduktionen als an Safe-Sex-Filmen teilnehmen zu müssen, dann bitte, soll er es machen.

    Wenn ein Typ meint, sich für einen Afghanistan-Krieg verpflichten zu müssen, um für das Vaterland zu sterben. Mein Gott, was soll's?

    Was hat es uns zu interessieren, was Erwachsene mit ihrem Leben machen. Wir tun immer gerade so, als wären das alles Kinder, die wir vor irgendetwas schützen müssten. Purer Blödsinn ist das, erwachsenen Menschen seine eigenen Lebenskonzepte aufdrücken zu wollen, die jungen Männer bevormunden zu wollen. Sie sind alles andere als hilflos und sie leben in einer Welt, in denen sie zig Alternativen hätten zur Prostitution und zur Pornodarstellung. Ich sehe diese Alternativen tagtäglich an Menschen, die für ihren Lebensunterhalt diverse niedere Tätigkeiten machen müssen, hart schuften, sich für nichts zu fein sind, um ihre Familien zu ernähren und nie auf die Idee kämen, sich zu prostituieren. Also gibt es Alternativen. Und wer diese nicht wählt, tut dies aus vollem Bewusstsein, nicht aber, weil er hilflos ist oder keine andere Wahl hat. Es gibt nichts zu bemitleiden, wo es nichts zu bemitleiden gibt. Prostitution ist ein Job, den man machen kann, aber nicht muss! 
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#9 Blondes GiftAnonym
  • 19.01.2010, 04:14h
  • Antwort auf #8 von Benedictus
  • @ Benedictus:

    Du schreibst:

    "Sie sind alles andere als hilflos und sie leben in einer Welt, in denen sie zig Alternativen hätten zur Prostitution und zur Pornodarstellung."

    Sorry, aber das ist ziemlich gequirlte Kacke. Wenn Du nichts gelernt hast, in einem Land aufgewachsen bist, wo Du wenig bis gar keine Perspektive hast - und dann ein reicher Wessi daherkommt, der Dir gegen ein paar hundert Euro einen Job in einem Porno anbietet, dann hast Du nicht wirklich eine "Wahl".

    Eine Wahl hättest Du, wenn Dir die kognitiven Fähigkeiten zu Gebote stünden, zu erkennen, was Du da wirklich tust. Und genau diese Fähigkeiten scheinen die meisten jungen Pornodarsteller nicht zu haben. Eine Wahl hättest Du auch, wenn Du in Deinem Heimatland tatsächlich Chancen hättest, auf redliche Weise in Lohn und Brot zu kommen. Haben die Jungs wirklich so eine Chance?

    Die meisten dieser Ostblock-Darsteller sind ohnehin nicht schwul - und wer würde wirklich sehenden Auges und halbwegs bei Verstand seiend für ein paar Euro sein Leben verficken?

    Hältst Du das wirklich für eine "freie" Wahl?

    Wenn ja, dann wäre das von der typischen Warte eines FDP-Wählers gedacht, nach dem Motto: "Die Obdachlosen müssen ja gar nicht auf der Straße leben und betteln - wenn sie eine ordentliche Arbeit haben wollten, müssten sie sich nur ein bisschen anstrengen. Wer arbeiten will, der kriegt auch Arbeit".

    Und genau das ist ein wenig zu schematisch gedacht. Ich will den Jungs nicht ihre Eigenverantwortung komplett absprechen, aber so zu tun, als könne man als Mensch völlig losgelöst von seinem sozialen Background agieren, ist reichlich naiv. Gerade im Osten ist das Wissen um HIV und AIDS katastrophal schlecht. In Odessa am Schwarzen Meer krepieren die Menschen wie die Fliegen an der Seuche - und da behauptest Du, ein Pornodarsteller aus diesen Ländern wüsste genau, was er täte?

    Und während wir uns hier im saturierten Westen gepflegt an den Bareback-Pornos aufgeilen, hat sich schon wieder einer der Jungs mit dem Virus infiziert. Aber solange wir uns einreden, die Darsteller täten da aus reiner Überzeugung mit und ließen sich guten Gewissens mit HIV infizieren, ist ja alles in Ordnung.

    Dann brauchen wir ja auch nicht das kleinste Fitzelchen Verantwortung zu übernehmen.

    Wie wäre es, wenn wir Bareback-Pornos ächteten? Keine Nachfrage erzeugt irgendwann auch kein Angebot mehr. Aber einmal Abspritzen ist ja so viel geiler, als einmal für ein paar Minuten über das Elend der Darsteller nachzudenken.
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#10 MIZAnonym
  • 19.01.2010, 09:35h
  • Find ich immer klasse, wenn die einen wissen, was für die anderen gut ist. Was meine Sichtweise angeht, akzeptiere ich zunächst einmal das Recht eines jeden Menschen, sein Leben selbst zu bestimmen. Ich muss niemand vorschreiben, wie er zu leben hat, was er tun sollte oder auch nicht. Und ich unterstelle jedem Mündigkeit! Das schließt auch das Recht ein, Dinge zu tun, die ich vielleicht als fehlerhaft betrachten würde. Ich hab nur etwas gegen diese alte Sozialarbeiter-Manier, die immer am besten wissen wollen, was für einen gut ist. Ich denke, dass wissen die Leute am besten selbst!

    Diese ganze Diskussion um Prostitution und Pornografie ist eine große Bigotterie! Das Geschäft boomt und erfährt eine große Nachfrage. Komischerweise gibt es aber scheinbar nur Leute, die das alles verächtlich finden und niemals tun würden. So eine scheinheilige Doppelmoral kenne ich zu genüge: am Stammtisch über "das Milieu" schimpfen und einen Abend später selbst in den Puff gehen....
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