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Scott Brown hat den Senatssitz des verstorbenen Ted Kennedy in einer knappen Wahl erobert - der fesche 50-Jährige hat in der Vergangenheit schon viel Haut gezeigt.

Zum ersten Mal seit 1972 konnte mit Brown ein Republikaner einen Senatssitz im linken Bundesstaat Massachusetts erobern. Er setzte sich mit 52 gegen 47 Prozent gegen die blasse Demokratin Martha Coakley durch. Zuvor war er ein weitgehend unbekannter Abgeordneter des in Boston ansässigen Parlaments von Massachusetts. So galt der ehemalige Soldat nur als das drittbekannteste Mitglied seiner Familie: Seine Frau ist eine beliebte Nachrichtensprecherin und seine Tochter war Kandidatin bei "American Idol", der amerikanischen Version von DSDS.

Doch Brown hat für einen Konservativen einen sehr interessanten Lebenswandel hinter sich: So wurde er im Alter von zwölf Jahren verhaftet, weil er Schallplatten geklaut hat. Anfang der 1980er hing er dann in vielen schwulen Spinden: Als 22-Jähriger wurde er vom Magazin "Cosmopolitan" zu "America's sexiest man" ausgerufen. In einem doppelseitigen Bild präsentierte er sich freizügig - lediglich seine Männlichkeit verdeckte er gekonnt. Dafür erheilt er vom Lifestyle-Magazin einen Scheck in Höhe von 1.000 Dollar.

Für Eingetragene Partnerschaften

Brown gehört zu den Republikanern, die sich in gesellschaftlichen Fragen eher liberal geben. So stimme er bei der Homo-Ehe "100-prozentig" mit dem demokratischen Präsidenten Barack Obama überein: Er lehnt die Ehe-Öffnung ab, befürwortet aber Eingetragene Partnerschaften. Im Gegensatz zu Obama ist er aber dagegen, das "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" aus dem Jahr 1996 aufzuheben. Dieses besagt, dass die gleichgeschlechtliche Ehe, die auf Landesebene legalisiert wurde, nicht auf Bundesebene anerkannt wird.

Für die Demokraten und Präsident Barack Obama könnte der Sieg zu einer schweren Bürde werden - denn damit verlieren sie im Senat ihre Supermehrheit von 60 der 100 Stimmen. Gesetzentwürfe können so von der republikanischen Opposition blockiert werden. Streitthema ist insbesondere die von Obama angeschobene Gesundheitsreform, mit der die Zahl der nicht Krankenversicherten reduziert werden soll. Es ist allerdings nicht unmöglich, sich mit weniger Senatoren durchzusetzen. Immerhin verfügten die Republikaner während der Bush-Regierung nie über eine Supermehrheit. Der damalige Präsident konnte allerdings so gut wie alle seine Vorhaben umsetzen - eine Qualität, die Obama bislang noch fehlt. (dk)



13 Kommentare

#1 Liedel
  • 20.01.2010, 19:18h
  • Möge sich Mrs. Palin bitte nicht davon inspirieren lassen. Und die LSU auch nicht. Die sollen bei den nächsten CSDs mal schön ihre Hemden und Anzüge anlassen
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#2 Funny DickAnonym
  • 20.01.2010, 19:26h
  • Meine Güte, wenn das Alter zunimmt, dann muß nicht zwangsläufig der Körper mitaltern! Denke, der Typ ist immer noch heiß wie Lava!
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#3 zahn der zeitAnonym
#4 seb1983
  • 20.01.2010, 20:42h
  • Obama hatte 1 Jahr Zeit für seine schwulen Wähler Politik zu machen, außer Almosen wie der Aufhebung des Verbots Positive einreisen zu lassen, härtere Bestrafung von hate crimes und schöner Worte gab es nicht viel. Keine Partnerschaften, don't ask don't tell gibt es noch immer. Substanziell und finanziell keine Fortschritte. Schade.
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#5 AquadrahtEhemaliges Profil
#6 eMANcipationAnonym
  • 20.01.2010, 22:52h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • Nenne mir mal eine deutsche Bundesregierung, die sich unter persönlichem Einsatz ihres Chefs so sichtbar innerhalb eines Jahres oder überhaupt für Schwule und Lesben eingesetzt hat. Das von dir als "marginal" hingestellte Gesetz gegen Hassverbrechen ist übrigens ein unentbehrliches Instrument zum Schutz vor Gewalt, das bei uns noch nicht einmal ernsthaft diskutiert wird.

    Lustig ist der Sieg dieses Republikaners übrigens ganz und gar nicht, denn damit werden alle weiteren, dringend notwendigen sozialen Veränderungen noch schwieriger als ohnehin schon.

    Vielleicht animiert es die Demokraten aber auch dazu, im Senat endlich von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, durch den Akt der "Reconciliation" jeden drohenden "Filibuster" seitens der republikanischen Minderheit einfach zu überstimmen. Das wäre dann ein taktisch längst überfälliger Schritt, um rechte Saboteure nicht jeden sozialen Fortschritt blockieren zu lassen. Leider sind die meisten Senatoren aber auch auf Seiten der Demokraten so fest in den Händen der mächtigen Lobbyisten, dass sie einen drohenden Filibuster wahrscheinlich als willkommenes Pseudo-Argument für möglichst neokonservativ-neoliberale Gesetze benutzen.
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#7 XDAAnonym
  • 21.01.2010, 09:31h

  • Obama versucht halt an allen stellen was zu ändern, das geht nicht in Amerika wo jeder Lobbyist was zu sagen hat, somit scheitert leider viel seiner Politik.
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#8 hwAnonym
  • 21.01.2010, 10:27h
  • sms: nur twitter ist bitter - überall

    www.queer.de/detail.php?article_id=11310

    # 10

    ".....dass zentrale Projekte seiner Agenda scheitern werden, wenn damit nicht eine spür- und sichtbare gesellschaftliche Bewegung einhergeht....Mehr zivilisierte Straße, statt immer auch latent korrupte Hinterzimmerdiplomatie...
    ...Die Bewegungen waren realtiv breit aufgestellt und dazu bereit. "

    "....Young hält viele von Obamas Beratern, vor allem die Mitarbeiter von Finanzminister Timothy Geithner, für "Leute ohne Vision, privilegierte Kinder der Mittel- und Oberschicht. Sie haben kluge Theorien entwickelt und sind sehr schlau, aber das ist nicht das wirkliche Leben." Young, Sohn eines Zahnarztes und einer Lehrerin aus New Orleans, hält es für richtig, dass Obama die Gesundheitsreform zu einer Priorität erklärt hat. Seine Strategie zur Bewältigung der Finanzkrise dagegen stuft er als misslungen und sogar gefährlich ein: "Es war falsch, die großen Banken zu stützen und die kleinen Banken links liegen zu lassen. Damit ist die nächste Katastrophe schon wieder programmiert."

    www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,672781,00.html
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#9 seb1983
  • 21.01.2010, 11:41h
  • Antwort auf #6 von eMANcipation
  • Schöne Worte alleine rechne ich Obama nicht als persönlichen Ansatz an. Zugegeben flötet er in den schönsten Tönen, ein brilliantes Redetalent mit kundigen Schreibern im Hintergrund.
    So schöne Worte gibt es in Deutschland zugegeben von niemandem, da hast du Recht.
    Ich stehe aber eher auf substanzielle Fortschritte alla eingetragene Partnerschaften, Steuerfreibeträge, Adoptionsrecht, ADG (mit allen Schwächen, ja), die Diskussion über schwule Themen in den Schulen, das alles was bei uns schon existiert oder laaaaangsam anläuft etc. etc.

    Wo bleibt in den USA die Abschaffung von don't ask don't tell die er versprochen hat, dafür reicht eine Unterschrift, warum sind Homoehen auf Bundesebene immer noch gesetzlich nicht anerkannt? Warum können Schwulenrechte mit Volksabstimmungen einfach rückgängig gemacht werden?

    Wo bleiben verdammt nochmal die harten Früchte seines "Einsatzes"??
    Und härtere Gesetze gegen Hassverbrechen schützen??? Da spricht jede Statistik gegen, härere Strafen, bis hin zur Todesstrafe, schützen eben NICHT vor Verbrechen, ein weit verbreiteter Irrtum.

    Ich fürchte nur dass ohne solide Mehrheiten Homorechte nun komplett unter den Tisch fallen werden, etwa als Kompromiss mit den Republikanern für eine Einführung der Gesundheitsreform.
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#10 Matt 007Anonym