Eine kubanische Regierungsvertreterin hat bestätigt, dass Transsexuelle auf Kosten der staatlichen Krankenversicherung eine Geschlechtsanpassung vornehmen dürfen - zudem erklärte sie, dass es auch Schwulen erlaubt werden soll, Mitglied der KP zu werden.
Mariela Castro, die Direktorin der staatlichen Sexualkundeinstituts "Centro Nacional de Educación Sexual" (CENESEX) und Tochter von Präsident Raúl Castro, erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP, dass bereits "etwas weniger als die Hälfte" der rund 30 anerkannten Transsexuellen in Behandlung seien. Kuba hat für die Operationen extra Ärzte aus Belgien einfliegen lassen.
Bereits 1979 gab es in Kuba eine Behörde, die insgesamt über 120 Transsexuelle registriert hat. Alle sollten behandelt werden, allerdings gab es in den 80er Jahren lediglich eine Geschlechtsanpassung. Doch nach sensationsheischender Berichterstattung in den staatlichen Medien verbot das kommunistische die medizinische Behandlung Transsexueller. Erst nach Mariela Castros Einsatz konnte diese Entscheidung revidiert werden.
Noch heute gibt es Kritik am Schwenk der Regierung. So erklärten Funktionäre, dass sich das Land die teuren Operationen nicht leisten könne. Immerhin gehört Kuba zu den ärmeren Staaten: Das Bruttoinlandsprodukt des Landes ist ungefähr vergleichbar mit dem Bosnien-Herzegowinas; nach Angaben des Auswärtigen Amts liegt das durchschnittliche Monatseinkommen auf Kuba derzeit bei 15 Euro. Castro will diesem Umstand Rechnung tragen: "Wir planen eine bestimmte Anzahl von Operationen pro Jahr ein, abhängig von der wirtschaftlichen Lage", erklärte die 47-Jährige. Ausländer würden keine Geschlechtsanpassung erhalten.
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Castro: Auch Schwule sollen Kommunisten werden dürfen
Castro erklärte ferner, dass sie in einem Brief an die Führung der kubanischen KP appelliert, Schwule und Lesben künftig in die Partei aufzunehmen. Bislang ist ihnen politische Betätigung zwar nicht generell untersagt, aber sie werden nach wie vor diskriminiert, so die Aktivistin. Sie erinnerte an ein ähnliche Resolution aus den 90er Jahren, in denen die Partei für alle Konfessionen geöffnet wurde.
Ferner kündigte sie an, dass in den nächsten Jahren Eingetragene Partnerschaften legalisiert werden sollen. Ihr Institut werde sich allerdings nicht für die Öffnung der Ehe einsetzen. Auch ein Adoptionsrecht soll Schwulen und Lesben verwehrt werden, so Castro weiter.
Auf Kuba wurden Homosexuelle nach der Machtübernahme der Kommunisten Ende der 50er Jahre zunächst in Internierungslager gesteckt, in denen viele zu Tode kamen. Homosexualität wurde 1979 offiziell legalisiert, allerdings wurden auch danach Schwule und Lesben wegen "antisozialen Verhaltens" verfolgt. In den letzten Jahren hat sich die Situation jedoch merklich verbessert. Im vergangenen Jahr fand erstmals eine Demonstration für Homo-Rechte in Havanna statt (queer.de berichtete). (dk)
Kommentare:Selbst kommentieren | Bisher 19 KommentareArtikel teilen:(mehr) Klicke hier, um Buttons undähnliche Dienste von sozialen Netzwerken dauerhaft auf queer.de anzuzeigen. Dabei werden bereits bei einem Seitenbesuch auf queer.de Daten an die Dienste übertragen. Du kannst das später wieder abschalten. Mehr Infos in den AGB.Dieser Bericht ist mir etwas wert:(Info)
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Von Mister_Jackpot Profil nur für angemeldete User sichtbar
Die Toch von Raúl Castro ist ja sowieso imemr sehr homofreundlich gewesen. Die ist fast schon sowas wie ne Schwulenmutti. Wie dem auch sei...für die kubanischen Schwulen und Lesben freuts mich. Da ist mir dann auch das politische System egal.... vielleicht entwickelt sich Kuba ja demokratisch noch weiter. Wenn Frau Castro vielleicht irgendwann vielleicht mal selbst den Laden dort übernimmt könnte das was werden, denn speziell von ihr halte ich viel.
Von seb1983 Profil nur für angemeldete User sichtbar Antwort zu Kommentar #4 von Mister_Jackpot
Tatsächlich scheint Kuba mit ihr Glück gehabt haben, quasi das schöne Gesicht des Sozialismus
Trotzdem interessant wie Kuba fast schon aristokratisch von der Familie Castro regiert wird, da fehlt nur noch das "von" im Namen.
Von Right Wing Gay Antwort zu Kommentar #4 von Mister_Jackpot
---vielleicht entwickelt sich Kuba ja demokratisch noch weiter.---
Ja, und vielleicht schneit es auch auf dem Mond? Kuba ist kein demokratisches Land selbst wenn Schwule dort einige Rechte haben! Wenn der Castro Mafia Clan entmachtet wird und es einige Umbrüche gibt wird es vielleicht was aber im Moment is da nix.
Von Oh Happy Gay Antwort zu Kommentar #6 von Right Wing Gay
Wie bist Du denn drauf!? Mariela Castro ist bisher das einzige homofreundliche Mitglied des Clans! Und es ist bestimmt nicht die einzige Familie, die verschiedene politische Ansichten hat. Am besten ist das Beispiel der Vogel-Brüder: Bernhard ist in der CDU, Hans-Jochen in der SPD.
Wenn der Castro-Clan so schlimm ist, dann gäbe es in San Francisco bestimmt keine Straße und auch kein Viertel, das danach benannt wurde!