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Ein schwuler Parlamentsabgeordneter will zehn Prozent des weltweiten Homo-Tourismus nach Nepal holen.

Sunil Babu Pant will dazu im kommenden Monat eine Tourismus-Konferenz im Himalayastaat abhalten. Er hat eigens für das Projekt den Reiseveranstalter "Pink Mountain" gegründet. Nepal wird voraussichtlich im Mai das erste asiatische Land werden, das die Ehe für Schwule und Lesben öffnet, erklärte Pant. Dies geht auf eine Entscheidung des Obersten Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2008 zurück. Die Richter erklärten damals, dass das Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare gegen den Diskriminierungsschutz in der Verfassung verstoße (queer.de berichtete).

Pant will besonders heiratswillige Paare ins Land locken. So sollen gleichgeschlechtliche Paare mit "Pink Mountain" am Fuße des Mount Everest heiraten können. Die Gäste sollen dabei auf dem Rücken von Elefanten zur Zeremonie gebracht werden. "Die meisten asiatischen Länder heißen schwule und lesbische Besucher nicht willkommen. Daher können wir in diesem Markt das Maximale herausholen für die Wirtschaft Nepals, die nach vielen Kriegsjahren noch immer am Boden liegt", erklärte Pant gegenüber dem "Daily Telegraph". Bis zu zehn Prozent des weltweiten schwul-lesbischen Tourismus könnte so für Nepal gewonnen werden.

Die Regierung Nepals hat bereits zuvor Pläne bekannt gegeben, die Zahl der Touristen zu erhöhen. Im letzten Jahr waren nur 400.000 Besucher in das rund 30 Millionen Einwohner zählende Land gekommen. 2011 sollen es schon eine Million sein.

Pant ist der einzige offen schwule Abgeordnete im Parlament. Er ist Mitglied der kommunistischen CPN-U, die sich für gleiche Rechte für Lesben und Schwule einsetzt. Im Land gibt es allerdings noch Widerstände gegen die neue Toleranz: So lehnen die Maoisten, die mit 220 von 601 Abgeordneten die größte Fraktion im Parlament stellen, Homosexualität als "Nebenprodukt des Kapitalismus" ab (queer.de berichtete). (dk)



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10 Kommentare

#1 Mister_Jackpot
  • 22.01.2010, 13:17h
  • Cool..ein Land wie Nepal überholt homopolitisch Deutschland! :-) Is ja schon irgendwie en Witz..wenns nicht so traurig wäre müsste man drüber lachen.
    Für Nepal freut es mich. Hinzu kommt, dass hier endlich mal erkannt wurde, dass Schwule einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor darstellen...vor allem in der Tourismusindustrie. Das haben selbst viele Länder in Europa immer noch nicht verstanden. In Südamerika scheint sich auch insgesamt viel mehr zu bewegen als auf allen anderen Kontinenten der Welt....erstaunlich ist hierbei die Geschwindigkeit der Entwicklung....wofür Deutschland Jahrzehnte gebraucht hat, wird hier nur mal eben so eine Legislaturperiode benötigt....
    Also ich finde sowas muss man unterstützen...fliegt nach Nepal!!! :-)))
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#2 LorenProfil
  • 22.01.2010, 14:02hGreifswald
  • Sehr erfreulich, was der Herr Pant so vorhat.
    Dass die Mehrheitsfraktion dort Homosexualität als "Nebenprodukt des Kapitalismus" ablehnt - ohne
    Worte .
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#3 Gay YetiAnonym
  • 22.01.2010, 14:06h
  • Ich dachte zuerst, es ist ein Druckfehler und muß heißen "Neapel will das Homo-Paradies werden"! Gibt es überhaupt eine LGBT-Community dort? Es wird für den Himalayastaat eine Herkulesaufgabe und wird noch Jahre dauern, bis das Paradies voll in LGBT-Hand ist!
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#5 MarekAnonym
  • 22.01.2010, 14:24h
  • Jetzt ist sogar schon Nepal fortschrittlicher als Deutschland!!

    Wäre es nicht so traurig und ein so ernstes und wichtiges Thema, dann müsste ich jetzt laut über Deutschland lachen.

    Und dank der neuen Schreckensherrschaft von Union und FDP werden wir wohl auch mindestens 4 Jahre warten müssen, bis sich daran was ändert. Manche haben ja die Hoffnung, dass sich die Regierung noch weiter zerstreitet und es vorgezogene Neuwahlen gibt, aber daran glaube ich nicht - dafür ist die FDP viel zu machtgeil, um sowas wirklich zu riskieren. Da werden sie lieber weiterhin Schoßhündchen der Union spielen und darauf hoffen, dass ihre Wähler wieder auf das Gerede vor der nächsten Wahl reinfallen werden, so wie es bei der FDP immer klappt.
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#6 Frankyboy
  • 22.01.2010, 15:03h
  • Herzlichen Glückwunsch Nepal!

    Vielleicht sollten wir in Berlin vor dem Kanzleramt eine Demo veranstalten. Es kann doch nicht sein, dass so ein fortschrittliches Land wie Deutschland in dieser Sache hinterherhinkt! Muss den anderen hier Recht geben: Wenn es nicht so ein ernstes Thema wäre, müsste man sich krumm und schief lachen...
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#7 seb1983
  • 22.01.2010, 16:03h
  • Antwort auf #5 von Marek
  • "Jetzt ist sogar schon Nepal fortschrittlicher als Deutschland!!"

    Sorry, aber das machst du an den paar Brotkrümmeln fest die dir der eine Abgeordnete da vor die Füße werfen??
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#8 RabaukeAnonym
  • 22.01.2010, 16:36h
  • Bravo Nepal! Und die Bundesregierung in Deutschland? Erfindet das Rad zum hundertsten Mal!
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#9 Liedel
  • 22.01.2010, 17:23h
  • @5 (Marek)

    Leider! Und das in Zukunft rein demografisch betrachtet, Rentner und Traditionswähler die Wahlen entscheiden werden, macht die Sache auch nicht leichter. Vor allem weil die zur Wahl gehen und nicht (wie diesmal zahlreiche Ex-SPD-Wähler), einfach zu Hause bleiben...
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#10 MarekAnonym
  • 22.01.2010, 19:26h
  • Antwort auf #9 von Liedel
  • @9 Pittiplatsch:

    Richtig! Um so wichtiger ist es, dass wir alle zur Wahl gehen und auch unsere Freunde, Familien, etc. motivieren zur Wahl zu gehen.

    Und das wir dann auch Parteien wählen, die uns endlich gleichstellen wollen und nicht solche Lügner wie die FDP, die vor Wahlen grundsätzlich was anderes erzählen als nach Wahlen. Schade, dass wir keine Lobby haben wie die Hotels, dann könnten wir uns auch die FDP kaufen.

    Und vor allem sollten wir auch andere immer wieder darüber aufklären, wie sehr Union und FDP und diskriminieren und welche Auswirkungen das im Alltag hat.

    Viele Heteros, die sich nicht so mit der Sache beschäftigen, meinen immer, die Ehe sei schon geöffnet und sind dann ganz erstaunt, wenn man erzählt, wo die eingetragene Partnerschaft uns schlechter stellt und wo wir sonst noch so alles diskriminiert werden (z.B. Art. 3 GG, etc.).

    Umso wichtiger ist Aufklärung über die Parteien und ihre Politik und möglichst viele Leute zur Wahl zu bewegen.
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