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Ein italienisches Paar ist in den Hungerstreik getreten, um für eine Gleichbehandlung im Ehe-Recht zu kämpfen. Ihre Aktion wird live bei glbt-tv.it übertragen.

Der 39-jährige Francesco Zanardi und sein 22-jähriger Partner Manuel Incorvaia wollen damit darauf aufmerksam machen, dass Italien als letztes großes Land in Westeuropa die Beziehung von Homo-Paaren nicht anerkennt. "Das ist nicht meine erste Beziehung, aber ich fühle erstmals die Notwendigkeit, meinen Partner abzusichern", erklärte Zanardi nach Angaben von "GlobalPost".

Zanardi ist bereits seit dem 4. Januar im Hungerstreik. Über Facebook und andere soziale Netzwerke tauschen sie sich mit ihren Fans aus. So haben Anhänger vor wenigen Tagen eine Demonstration mit 200 Teilnehmern in Rom organisiert. Daran nahm auch die Ex-Abgeordnete Vladimir Luxuria teil, die als erste Transsexuelle 2006 einen Sitz im italienischen Parlament erobern konnte. Sie erklärte in einer Rede: "Es ist ein großes Glück, wenn man schwul ist und sich so verliebt wie Francesco und Manuel. Doch dann kommt die italienische Regierung und sagt: 'Ihr seid nicht mal entfernt miteinander verwandt und bekommt daher keine Rechte'".

Zanardi und Incorvaia sind eines von 23 Paaren, die für die Öffnung der Ehe geklagt haben. Sie argumentieren, dass die italienische Verfassung Gleichbehandlung garantiert. Noch ist aber unklar, wann sich das Oberste Verfassungsgericht mit diesem Fall beschäftigen wird.

Am Mittwoch wird das Paar erstmals von einem Gericht gehört. Allerdings ist Zanardi inzwischen sehr schwach: Der schlanke Mann ernährt sich täglich von drei Tassen Cappuccino und hat in den letzten rund drei Wochen bereits zehn Kilo verloren. "Ich werde nicht aufhören zu streiken. Wenn nötig, sterbe ich zu Hause", so Zanardi.

2007 hatte der damalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi einen ersten Versuch unternommen, Eingetragene Partnerschaften einzuführen. Das führte aber zur Spaltung seiner Mitte-Links-Regierung. Anfang 2008 brach seine Koalition dann auseinander (queer.de berichtete). Die darauffolgende Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi lehnte daraufhin jegliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen kategorisch ab. (dk)



#1 eMANcipationAnonym
  • 26.01.2010, 13:48h
  • Fazit:

    Eher lassen uns die selbsternannten "heterosexuellen" Herrenmenschen verrecken, als jedem Menschen in dieser Gesellschaft endlich uneingeschränkt gleiche Rechte und ein Leben frei von heteronormativer Gewalt und Diskriminierung und Pathologisierung zu ermöglichen!

    Das gilt auch hierzulande!
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#2 Avanti FlagrantiAnonym
#3 stromboliProfil
#4 remixbebAnonym
  • 26.01.2010, 15:30h
  • Anscheinend hat Francesco seit heute Morgen ziemlich hohes Fieber, übergibt sich und hat Krämpfe. Von dieser Stelle alles Gute und gute Besserung!!!
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#5 Blondes GiftAnonym
  • 26.01.2010, 16:15h
  • Eine wirklich krasse Aktion!

    Respekt und Unterstützung verdienen die beiden auf jeden Fall - ich hätte nur ein wenig Angst, dass sie sich eventuell doch gesundheitlich übernehmen.

    Und gleich sterben wegen Berlusconi und den rechten Betonköppen? Das fände ich nun doch eine Spur zu heftig ...
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#6 RabaukeAnonym
  • 26.01.2010, 16:26h
  • Ohhhh mein Gott!!! Muss denn erst immer ein Mensch sterben, bevor Andere mal erwachen? Was italiens Regierung hier zulässt, ist an Unmenschlichkeit kaum noch zu übertreffen. Ich appeliere an die italienische Regierung, den Menschen ihr zustehendes Recht zu geben.
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#7 XDAAnonym
  • 26.01.2010, 22:08h
  • Antwort auf #6 von Rabauke
  • Die italienische Regierung sagt ja auch, dass die Obdachlosen nach dem Erdbeben wie im Zelturlaub wohnen könnten und IKEA Möbel kaufen sollten. Bei so viel Verblendung bleibt wohl ebenso nichts für Homopaare übrig.

    Ich hoffe nur, dass der junge Mann versteht, dass seine Gesundheit wohl wichtiger ist, als die Uneinsichtigkeit der Regierung, denn diese wird keineswegs nachgeben.

    Alles Gute!
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#8 DiavolinoAnonym
  • 27.01.2010, 00:58h
  • Ach, die ziehen das doch nicht bis zum bitteren Ende durch. Das ist alles nur ein Marketingtrick um danach mit stylishen Magermodelmaßen eine Karriere bei den Modenschauen in Mailand zu starten..
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#9 GerdAnonym
  • 27.01.2010, 01:24h
  • Eine gute Aktion und zeigt wie rückständig Italien mittlerweile unter Berlusconi geworden ist.

    Da müssen schon italienische homosexuelle Paare in den Hungerstreik, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen.

    Mittlerweile empfinde ich im benachbarten europäischen Ausland die Staaten Polen und Italien gesellschaftspolitisch rückständig, was die Rechte homosexueller Menschen angeht. Selbst Irland führt dieses Jahr die Civil Union (=Lebenspartnerschaft) ein.

    Aber in Italien unter Berlusconi geschieht NICHTS, das ist echt blamabel...aber wundert mich andererseits auch nicht weiter, da dort unsere verklemmte Fummeltrine mit ihren roten Schuhen in Rom mitmischt und dort die angeblich zölibatäre Katholikenfront aus dem Vatikan blockiert und Berlusconi als Sünder vor dem Herren nur Frauen im Kopf hat, aber sicherlich kein Interesse an den Rechten italienischer homosexueller Paare.
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#10 Liedel
  • 27.01.2010, 21:48h
  • @Diavolino

    Quatsch mit Soße!
    Magermodels sind doch out, und wenn schon mager und Weichei- mäßig: der "Wimpster" ist in, und das werden die beiden eh nie!
    Viel zu sehr "Brathähnchen", trotz Hungerstreik...

    " target="_blank" rel="nofollow noopener">www.lust-zeitschrift.de/artikel/archiv/85/85artikel5.htm[evi
    l]


    Eher zu befürchten, dass sich die katholische Kirche den beiden annimmt und sie dann eines schönen Tages als fette, verfressene, aber natürlich sexuell streng enthaltsame Priester wieder auftauchen, die sich vehement gegen jede rechtliche Regelung zugunsten gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften in Italien aussprechen!
    Umpolung auf katholisch sozusagen

    Gibts nicht irgendwelche reichen Schwuppen, die den beiden in Deutschland "Asyl" gewähren könnten? Damit könnte man wenigstens noch die in LGBT- Rechten untätige schwarz- gelbe Bundesregierung oder die Fundi- Katholen um Kuby, Liminski, Lohmann & Co. ärgern
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