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In Großbritannien hat sich nach einer Langzeitstudie die Akzeptanz von Schwulen und Lesben dramatisch verbessert - trotzdem glaubt immer noch mehr als ein Drittel, Homosexualität sei falsch.

Insgesamt wurden bei der "British Social Attitudes Study", die von der staatlichen Statistikbehörde durchgeführt wird, 4.486 Menschen aus England, Schottland und Wales interviewt. Von ihnen sagten 36 Prozent, dass Homosexualität immer oder meistens falsch sei. Bei der ersten Studie im Jahr 1983 gaben das noch 62 Prozent an. In der neuen Studie erklärten 39 Prozent, Homosexualität sei nie falsch, während zehn Prozent angaben, die gleichgeschlechtliche Liebe sei selten falsch.

Der Europaabgeordnete Michael Cashman, der auch Vorsitzender der schwul-lesbischen Intergruppe im Parlament ist, lobte in der BBC die Regierung, weil sie sich etwa bei der Aufhebung des Homo-Verbots in den 60er Jahren fortschrittlicher erwies als die öffentliche Meinung. Der Abgeordnete der sozialdemokratischen Labour-Partei warnte jedoch davor, sich jetzt zurückzulehnen: "Es gibt immer noch Hochburgen der Intoleranz. Wir haben das gestern bei der Abstimmung im Oberhaus gesehen". Die Lords haben einen Plan der Labour-Regierung zur Erweiterung des Antidiskriminierungsgesetzes für die Kategorie "sexuelle Orientierung" auf Kirchen abgelehnt. Die religiösen Organisationen dürfen daher weiterhin - wie auch in Deutschland - Schwule und Lesben etwa im Job aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren.

In vielen Punkten zeigten sich die Briten in der Studie toleranter. So sind nur noch 14 Prozent der Meinung, es sei schlecht, wenn unverheiratete Paare zusammen wohnen. Einzig in der Frage nach der weichen Droge Cannabis zeigen sich die Briten kritischer: 58 Prozent sind jetzt dafür, dass das Rauschmittel illegal bleiben soll; 2001 glaubten das nur 46 Prozent. (dk)



#1 Mr. NiceguyAnonym
#2 Katrin
  • 27.01.2010, 18:17h
  • GB war vielleicht das Synonym für Konservatismus überhaupt. Die Langzeitstudie zeigt wie sich in einem Land, in dem Homosexualität nun seit einigen Jahren komplett gleichgestellt ist, bis natürlich auf die Kirchen, sich die Lage positiv entwickelt. Und in GB ist sogar die Geburtenrate im Plus und die Rate sexuell bedingter Verbrechen liegt im guten europäischen Schnitt. Also alles völlig anderns, ja genau das Gegenteil von dem, was die Gleichstellungsgegner als Schrecken an die Wand malen.
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#3 GerdAnonym
  • 27.01.2010, 18:41h
  • Das sind wirklich gute Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich.

    Übrigens auf der benachbarten Insel Irland wird dieses Jahr ebenso die Civil Union (=Lebenspartnerschaft) eingeführt (die Erste Lesung des Gesetzes war im Dezember).

    Die Gesellschaft hat sich in der Tat im Vereinigten Königreich liberalisiert.

    Was die Kirchen und ihre Sonderstellung angeht, so ist dies bekanntlich auch in Deutschland noch der Fall. Während evangelische/protestantische Pfarrer in Deutschland mit ihrem Lebenspartner offen im Pfarrhaus leben und heiraten dürfen (siehe aktuell die Hochzeit des evangelischen Pfarrers in Oberstdorf), gelten bei den Katholiken offen homosexuelle Menschen als "objektiv ungeordnet" und fliegen aus dem Priesterseminar raus. Und Frauen sind bei den Katholiken als Priesterin auch nicht erlaubt.

    Übrigens in der anglikanischen Kirchenwelt in England dürfen Frauen seit Anfang der 1990er Priesterin werden und ab 2012 ist die erste anglikanische Bischöfin dort möglich und offen homosexuelle anglikanische Pfarrer und Bischöfe (siehe Gene Robinson) gibt es auch.

    Jedenfalls im Fazit: das sind gute Entwicklungen auf der Insel...
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#4 Chris-Anonym
#5 Liedel
  • 27.01.2010, 21:20h
  • Sorry @ Gerd aber bitte - wie immer-mehr Sachlichkeit im Hinblick auf die evangelische Kirche bitte

    Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare sind bei weitem nicht in allen Landeskirchen der EKD möglich:

    de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ekd-segn.png&fileti
    mestamp=20080211004951


    Und dass die Gemeinde (also der Pfarrgemeinderat) zustimmen muss, falls eine lesbische Pfarrerin/ein schwuler Pfarrer mit Partner/in im Pfarrhaus leben will, ist natürlich Diskriminierung pur (weil bei Hetero- Pfarrern nicht erforderlich).
    Sozusagen die "Pest" im Vergleich zur "Cholera", mit der die katholischen schwulen Priester leben müssen. Aber für angepasste, obrigkeitshörige, pastorale Schwule schon so etwas wie ein "Segen"

    In Margot Käßmanns Hannoverscher Landeskirche wirds z.B. mit der Segnung ganz kompliziert. Bzw. ziemlich autoritär.
    Da heisst das dann "Evangelische Kirchen, die Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare widersprechen, aber andere Zugeständnisse (sic!) machen." So z.B.: Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers: öffentliche Fürbittandachten ohne Segnungshandlung."

    Pastorales Geschwurbel halt
    Aber für die, die es brauchen (siehe oben) immer noch besser als die "offiziell" gar nicht existenten bzw. streng enthaltsam lebenden Homosexuellen in der römisch- katholischen Kirche

    Und dass homosexuell lebende Amtsträger laut EKD "das eigene Sexualleben nicht durch Verhalten oder Worte zu einem Inhalt der Verkündigung machen" sowie
    "die Leitbildfunktion von Ehe und Familie anerkennen und die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft nicht als gleichrangig propagieren" weiß unser Gerd im stillen Kämmerlein natürlich auch

    www.ekd.de/EKD-Texte/empfehlungen_gleichgeschlechtliche_part
    nerschaften_2002.html


    Der Objektivität halber posten es dann - wie immer- andere
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#6 GerdAnonym
  • 28.01.2010, 01:01h
  • @pittiplatsch
    Du tust mir leid, denn du bist in gewissem Sinne ein Troll hier im Forum, da du die Fortschritte zur EKD "runterschreibst". Das Gegenteil müßtest du eigentlich machen...aber es zeigt, das dir Fortschritte für homosexuelle Paare im Bereich der Kirchen nicht willkommen sind. Tja da hast halt Pech gehabt, das dir nicht alle Kirchen diesen Gefallen machen.

    Zu deiner Information: ich war selbst schon Gast in einem Segnungsgottesdienst eines befreundeten schwulen Paares in der Landeskirche Oldenburg in Niedersachsen, die der EKD angehört. Die Feier dort mit all den Verwandten, Familienangehörigen und dem lutherischen Pastor war sehr gelungen und dort gab es einen Segnungsgottesdienst nach dem Gang des Paares zum Standesamt. Auch in der Landeskirche Rheinland kenne ich ein schwules Paar, das dort einen Segnungsgottesdienst in einer Kirche, die der EKD angehört, erhalten hat.

    UND nochmal zum theologischen Verständnis: bei den Prostanten ist seit Martin Luther die Ehe kein Sakrament mehr. Beschäftige dich dringend mit den theologischen unterschiedlichem Verständnis zur Sakramentenlehre der verschiedenen Kirchen

    Ach weiß daher sehr wohl, dass die Fortschritte bei der EKD und auch bei anderen protestantischen Kirchen aber auch bei den Anglikanern sehr lobenswert sind und in die richtige Richtung gehen.

    ------

    Übrigens zurück zu England: Dort gibt es mit der LabourPolitikerin Harriet Herman als Gleichstellungsministerin eine sehr fähige Frau, die das dortige Antidiskriminierungsrecht massiv verbessert hat und die aktuell jetzt versucht, die Kirchenklausel in England im Bereich der kirchlichen Beschäftigungsverhältnisse zu kippen; was ich gut finden würde.
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#7 GerdAnonym
  • 28.01.2010, 04:47h
  • == Erklärung des Europarates am 27. Januar 2010 ==

    Übrigens aktuell: Europarat-Entschließung

    * [
    www.dradio.de/nachrichten/201001271300/11
    Deutschlandradio:Europarat fordert mehr Rechte für homosexuelle Paare]

    Der [[Europarat]] in [[Straßburg]] fordert die 47 Mitgliedsstaaten auf, mehr Rechte für gleichgeschlechtliche Paare durchzusetzen. Gleichgeschlechtliche Paare sollten nach der Entschließung des Europarates die gleichen finanziellen Rechte und Pflichten wie Ehepaaren unterschiedlichen Geschlechts und der Angehörigenstatus zuerkannt werden. Auch sollten sie möglichst auch das Recht erhalten, Kinder zu adoptieren.

    ------
    Eine gute Entscheidung des Europarates und dürfte insbesondere an die Adresse von Italien sowie Polen, die baltischen Staaten und den Rest der osteuropäischen Staaten gehen.
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#8 Sexy CoolnessAnonym