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Im Mai diesen Jahres soll ein Bollywood-Film herauskommen, der erstmals eine schwule Liebesgeschichte erzählt - er wird bereits jetzt als "Brokeback Mountain" Indiens gehandelt.

Die Produktion "Dunno Y ... Na Jaane Kyun" ist der erste Film, der sich nach der Aufhebung des Homo-Verbots mit dem Thema beschäftigt. Ein Gericht hatte im Juli letzten Jahres entschieden, das der 150 Jahre alte Paragraf 377 gegen die Grundrechte von Lesben und Schwulen verstößt (queer.de berichtete). Das auf dem britischen Kolonialrecht basierende Gesetz sah Haftstrafen für Homosexuelle von bis zu zehn Jahren vor.

Die Produktionsfirma veröffentlichte unlängst ein Werbefoto, das zwei halbnackte Männer bei einer innigen Umarmung zeigt - ein Novum in der indischen Filmindustrie. Bislang haben sich die indischen Filmzensoren stets auf den Paragrafen 377 berufen, wenn ihnen ein Film als zu schwul erschien.

Das Projekt angeschoben Anil Sharma, einer der bekanntesten Regisseure und Produzenten Indiens. Er hat zuletzt das Action-Epos "Veer" in die Kinos gebracht. In Interviews erklärte er, dass das indische Publikum nun reif sei für eine schwule Liebesgeschichte: "Mir war sehr wichtig, dass die Figuren nicht als Karikaturen herüberkommen".

Moralvorstellungen über Bord werfen

Über die Handlung des auf Englisch gedrehten Films ist bislang noch wenig bekannt. Darin soll aber erstmals ein leidenschaftlicher schwuler Kuss in einer indischen Produktion vorkommen. Nach offiziellen Angaben der Produktionsfirma soll Schauspieler Kapil Sharma einen Mann spielen, der "seine Moralvorstellungen über Bord wirft, um in der Filmindustrie voranzukommen". Der heterosexuelle Darsteller musste sich dafür umstellen: "Obwohl ich mich mental auf die Rolle vorbereitet habe, wurde ich nervös, als wir mit dem Filmen begonnen haben", erklärte er gegenüber der "Times of India". Besonders die "Sexszenen" seien zunächst ungewöhnlich gewesen, so Sharma.

Homo-Aktivisten erwarten, dass religiöse und politische Aktivisten zum Filmstart Proteste organisieren werden: "Es könnte eine Gegenreaktion geben, aber solange im Film kein anstößiges Benehmen gezeigt wird, könnte er die Öffentlichkeit sensibilisieren", erklärte Manvendra Singh, einer der führenden Homo-Aktivisten Indiens.

Ein anderer warnte davor, dass der Film nicht unbedingt ein Durchbruch sein muss: "Bloß zwei schwule Männer auf dem Bildschirm zu haben, ist nicht genug. Es kommt darauf an, wie die Beziehung dargestellt wird", sagte der Aktivist Gautam Bhan. "Es wäre enttäuschend zu sehen, dass der Held ‚seine Moralvorstellungen über Bord wirft‘, indem er sich mit einem anderen Mann einlässt".

Bollywood hat bereits zuvor in Filmen schwule Figuren angedeutet, aber wegen der Zensur auf explizite Liebesgeschichten verzichtet. So gab es 2008 Diskussionen um die Komödie "Dostana", in der zwei Heterosexuelle vorgeben, ein schwules Paar zu sein (queer.de berichtete). (dk)



#1 HandoAnonym
  • 28.01.2010, 20:18h
  • Das Sichtbarwerden von schwulen Beziehungen in Filmen kann für die Emanzipation der Schwulen und Lesben nicht hoch genug bewertet werden. In Deutschland kam der Durchbruch nach dem ersten Kuss in der "Lindenstraße" vor ca. 20 Jahren. Die "Lindenstraße" hat diesbezüglich mehr gebracht als alle CSDs zusammen. So wird es auch in Indien sein.
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#2 Malwegda GandhiAnonym
  • 28.01.2010, 23:15h
  • Dann dürfen wir ja wirklich gespannt sein, wie die indische Filmindustrie das Thema Homosexualität umsetzt. Besser spät als nie!
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#3 Fred in BangkokAnonym
  • 29.01.2010, 00:55h
  • ...der Film wird eine Welle von Empoerung erzeugen,
    Indien ist durch den Hinduismus und die Moslems
    gleichermassen konservativ und GLBT feindlich.
    Ich habe schon einige male hier mit Hindus gesprochen,
    deren Meinung ueber Schwule ist erschreckend und besteht nur aus Ablehnung und Verachtung.
    Ich erlebe immer wieder,hier in Bangkok ,dass Inder bei einer Transgender Show (Cabaret) nicht einmal applautieren ,die sitzen da wie die Oelgoetzen,
    einigemale habe ich auch erlebt das sie aufstanden und weggingen als sie letztlich merkten es handeld sich bei den Darstellern nicht um echte Frauen.

    Indien ,wie auch die meisten andren asiatischen und moslemischen Laender ,werden fuer die Zukunft noch ein harter Brocken sein....auf dem Wege der
    Anerkennung.

    Fred in Bangkok
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#4 Mogi d. MogulAnonym
#5 GerdAnonym
  • 30.01.2010, 03:10h
  • Na da bin ich dann mal gespannt, ob die Filmemacher in Indien, das Thema auch gut umgesetzt haben.

    Die Entwicklung in Indien freut mich natürlich sehr.
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#6 narasimhaAnonym
#7 Lusty UnderwearAnonym
#8 julian21