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Der US-Sender CBS hat zwei Werbespots mit schwuler Thematik für das Endspiel im American Football abgelehnt - dagegen wurde ein konservativer Werbespot einer homofeindlichen Gruppe genehmigt.

Die nicht zugelassenen halbminütigen Werbefilmchen stammen vom Domain-Vermarkter Go Daddy und dem schwulen Dating-Portal ManCrunch. Go Daddy zeigt in seinem Spot einen tuckigen Footballspieler, der nach seinem Karriereende seinen "größten Traum" erfüllt und eine rosarote Website veröffentlicht. Der andere Spot zeigt Football-Fans, die sich den "Super Bowl" anschauen und dabei aus Versehen ihre Hände berühren - worauf sie küssend übereinander herfallen. Daraufhin erscheint die Schrift: "ManCrunch - Where many many many Men Come Out and Play".

Der "Super Bowl" ist traditionell das Forum, in dem neue Werbespots vorgestellt werden. Manche Zuschauer interessieren sich dabei mehr für die innovativen "Commercials" als für das Spiel, das dazwischen gezeigt wird. Es werden jedes Jahr mehr Spots beantragt, als ausgestrahlt werden können; daher trifft der Sender eine Vorauswahl.

Youtube | ManCrunch-Werbung

Ist CBS homophob?

Homo-Aktivisten werfen CBS aber nun "Homophobie" vor, weil der Sender zwar beide schwule Spots ablehnte, aber eine politische Werbung der homofeindlichen Gruppe "Focus on the Family" zuließ. Dieser Spot, an dem auch der bekannte Footballer Tim Tebow mitwirkt, kritisiert Abtreibungen. "CBS hat ein Problem, wenn sie schwule Spots verbieten, aber homophoben Gruppen wie ‘Focus on tue Family’ eine Plattform bieten", erklärte Jarrett Barrios von der Homo-Gruppe GLAAD. "Der Sender sollte sich dazu äußern. Derzeit scheint dort eine homophobe Doppelmoral vorzuherrschen", so Barrios.

Bislang erklärte CBS lediglich, dass der Spot den Qualitätsrichtlinien des Senders nicht genüge. Außerdem wurde der Verdacht geäußert, dass ManCrunch ohnehin den Spot nie ausstrahlen lassen wollte, sondern lediglich nach der bewusst eingeplanten Zurückweisung durch CBS daraus Kapital schlagen wollte. ManCrunch erklärte dagegen, dass man CBS 2,6 Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro) per Vorkasse für die Ausstrahlung angeboten habe.

Für Spots mit küssenden Frauen ist der "Super Bowl" offenbar besser geeignet: 2003 strahlte das Fernsehen eine Werbung der Biermarke "Miller Lite" aus, in der zwei attraktive Frauen zunächst in ihrer Unterwäsche kämpften und sich dann innig küssten.

Mit über 100 Millionen Zuschauern in den USA ist der "Super Bowl" praktisch immer die Sendung mit den höchsten Einschaltquoten des Jahres. Er wird am Sonntag zur Hauptsendezeit ausgestrahlt. Diesmal treten die New Orleans Saints gegen die Indianapolis Colts an. (dk)

Youtube | GoDaddy-Werbung


#1 Lusty UnderwearAnonym
  • 01.02.2010, 17:16h
  • Jetzt wissen wir wirlich, wo die Klemmschwestern zuhause sind: in den USA, wo sonst?
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#2 jollyjokerProfil
  • 01.02.2010, 19:37hKöln
  • Ich sehe allerdings nicht, was der zweite Spot mit Schwulen zu tun haben soll.
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#3 eMANcipationAnonym
  • 01.02.2010, 19:45h
  • OHO,

    und dann widersprechen allen Ernstes einige militante Status-quo-Verteidiger,

    wenn ich über den widerwärtigen, omnipräsenten und -potenten Heterosexismus der Massenmedien abkotze. Über die absurd ungleiche Darstellung von Mann und Frau.

    Ich kotze jeden Tag noch mehr.
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#4 BenAnonym
  • 01.02.2010, 21:12h
  • Also erstens ist die Idee geklaut:

    www.youtube.com/watch?v=GSitU736W-A

    Zweitens hat CBS auch angegeben, dass sie Bedenken wegen der Finanzierungsfähigkeit Mancrushs hegt, was ja auch stimmen könnte,

    und drittens ist die eigentliche Frage ja, warum man mit küssenden Männern Datingportale aber kein Bier bewerben kann. Auch noch für sexuelle Ghettoisierung streiten, ich weiß ja nicht.
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#5 Right Wing GayAnonym
  • 01.02.2010, 21:34h
  • Antwort auf #3 von eMANcipation
  • Ja wir wissen das für dich jeder nicht-Schwule grundsätzlich ein Heterofaschist ist aber bedenke folgendes: CBS (und Medien i.d.R) sind zuerst Unternehmen, d.h. sie zeigen Spots die am meisten Kohle bringen und das grösstmögliche Publikum ansprechen. Politisch Korrekte Werbespots die weniger als 10% der Bevölkerung ansprechen bringen daher herzlich wenig.
    So ist der Status Quo in der (kapitalistischen) Gesellschaft und da kannst du dich entweder damit abfinden oder ununterbrochen rumheulen denn es lässt sich nicht ändern
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#6 eMANcipationAnonym
#7 FloAnonym
  • 02.02.2010, 14:57h
  • Wie weit muss Homohass gehen, dass sogar kommerziell unkluge Entscheidungen getroffen werden...
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#8 eMANcipationAnonym
  • 04.02.2010, 13:30h
  • Antwort auf #7 von Flo
  • Diese "unklugen Entscheidungen" sind die Regel, nicht die Ausnahme. Ein Blick auf das immer aggressiver heterosexistische Fernsehprogramm ein halbes Jahrhundert nach Kinsey sagt alles.
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