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Offen schwule Schauspieler hätten in Hollywood kaum Chancen auf Hauptrollen, erklärte Colin Firth.

Der Engländer war am Montag für einen Oscar nominiert worden – für seine Darstellung des schwulen George Falconer in "A Single Man". "Ein Coming-out könnte für schwule Schauspieler ein Risiko sein. Da gibt es komplizierte, ungeschriebene Gesetze", sagte der 49-Jährige bei einer Filmpremiere in London. "Wenn man als heterosexueller Typ bekannt ist und eine schwule Rolle spielt, wird man dafür belohnt. Wenn ein Schwuler eine Hetero-Rolle spielen will, erhält er die Rolle nicht. Und wenn ein Schwuler einen Schwulen spielen will, erhält er die Rolle auch nicht."

Er fühlt sich an dieser Situation "mitschuldig", weil er als Heterosexueller nun viel Lob für seine Darstellung eines Schwulen erhält: "Aber ich denke, wir sollten als Schauspieler alles spielen dürfen – es gibt aber immer noch unüberschreitbare Grenzen, die immer noch nicht niedergerissen wurden."

Erst im Dezember hatte Firth erklärt, dass es in Hollywood von versteckt lebenden schwulen Schauspielern nur so wimmle (queer.de berichtete).

Colin Firth ist durch Filme wie "Bridget Jones", "Shakespeare in Love" und "Mamma Mia!" weltweit bekannt. Sein neuer Film "A Single Man" soll ab dem 25. März in Deutschland in die Kinos kommen. Das Drama ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Christopher Isherwood. Modedesigner Tom Ford hat darin sein Regiedebüt, in weiteren Rollen sind Julianne Moore ("Boogie Nights", "The Hours"), Matthew Goode ("American Princess") und Nicholas Hoult ("Skins") zu sehen.

Seine schwule Rolle scheint Firth gefallen zu haben, so lobt er seinen Co-Star enthusiastisch: "Matthew Goode küsste ziemlich gut". Er schränkte aber gleich augenzwinkernd ein: "Julianne Moore war viel besser, aber ich durfte das nicht genießen." (dk)



14 Kommentare

#1 Doris DayAnonym
  • 03.02.2010, 16:21h
  • "...Erst im Dezember hatte Firth erklärt, dass es in Hollywood von versteckt lebenden schwulen Schauspielern nur so wimmle..."

    Zustände wie im Vatikan. Wobei Hollywoods homophobe Kurienkardinäle keinem Zölibat unterliegen und mit dem Unausgesprochenen agieren. Verkappte Prostestanten ?
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#2 alexander
  • 03.02.2010, 16:57h
  • da hatte "mae west" in den 20zigern, des vergangenen jahrhunderts schon mehr busen in der bluse !
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#3 Lusty UnderwearAnonym
  • 03.02.2010, 17:39h
  • Ziemlich merkwürdig: erst behauptet er, daß es in Hollywood von LGBTs so wimmelt, dann soll auch noch ein Coming-Out gefährlich sein! Ja, so bigott können die USA sein. Wir sind ja solche News aus der Filmbranche gewöhnt. Mal gespannt, ob sich bei der diesjährigen Oscarverleihung im Februaer ein paar Schrankschwestern trauen, sich zu outen!
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#4 eMANcipationAnonym
  • 03.02.2010, 18:54h
  • Antwort auf #3 von Lusty Underwear
  • Yeah, Doris,

    das sollte uns endlich mal zu denken geben!

    Gerade dort, wo Pseudoliberalität geheuchelt wird, geht es nämlich in Wahrheit am reaktionärsten zu.

    Da muss man nur mal den Fernseher einschalten (was ich maximal eine Viertelstunde am Tag praktiziere) und genau beobachten, wie in jedem beliebigen "Unterhaltungsprogramm" die Kamera manisch auf jedes weibliche Hinterteil zoomt, das möglichst in immer knapperen Fetzen verpackt ist, während man bei Männern solche Einstellungen durchweg vergeblich sucht.

    Und wo in jedem zweiten Satz dem Publikum die immergleiche Leier von wegen "Mann macht dies/ Frau macht das", "Männer haben das sexy zu finden/Frauen das" eingehämmert wird.

    Manchmal liegt die allergrößte Gefahr für Freiheit und Gleichheit eben nicht dort, wo es offensichtlich ist, sondern dort, wo das Ganze so "selbstverständlich" verpackt wird, dass die Allermeisten - auch von uns - es trotz seiner aggressivsten Penetranz schon gar nicht mehr wahrnehmen, geschweige denn in Frage stellen!

    Wenn nur ab und zu mal ein "schriller" Schwuler übers Parkett hüpft, ist ja der Anschein der "Toleranz" gegenüber der so genannten (d.h. gemachten) Minderheit gewahrt!
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#5 TimonAnonym
  • 03.02.2010, 18:56h
  • Umso dankbarer müssen wir den wenigen sein, die sich outen. Und sie auch nach besten Kräften unterstützen.
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#6 eMANcipationAnonym
  • 03.02.2010, 21:35h
  • Antwort auf #5 von Timon
  • Und Strategien entwickeln, wie auch die anderen endlich dazu gebracht werden können, ihrer Verantwortung gerade gegenüber jungen Schwulen gerecht zu werden. Denn die brauchen in der immer aggressiveren Flut heterosexistischer Bilder dringend selbstbewusste schwule Identifikationsfiguren, um nicht vieler wertvoller Jahre ihrer Jugend oder überhaupt einer Chance der freien Selbstentdeckung und -entfaltung beraubt zu werden!

    Wer sich als schwuler Mann diesem perversen Spiel aus reiner Geldgier unterordnet, der vergeht sich vor allem an diesen jungen Menschen - mit denen hat nämlich niemand "Mitleid" und für deren Situation interessiert sich z.B. in unserem "Erziehungs"- und Bildungswesen nach wie vor niemand.
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#7 Leo20mal6Anonym
  • 03.02.2010, 22:02h
  • wie sagte john waters mal ganz klug: nicht heterosexuelle, die einen schwulen spielen sollten einen oscar bekommen, sondern schwule die heterosexuelle spielen
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#8 EnyyoAnonym
  • 04.02.2010, 00:14h
  • By-the-way: hat George Clooney schon einen Oscar?
    In dem Fall meine ich jetzt den Preis...

    Seit -zig Jahren findet der "arme" Schorsch nicht die Richtige, hat immer nur wechselnde Freundinnen und lebt dafür u.a. mit einem Hängebauchschwein zusammen - erinnert mich unterm Strich stark an Rock Hudson!
    Auch wenn der wohl kein Hängebauchschwein als Haustier hatte...
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#9 GerdAnonym
  • 04.02.2010, 09:28h
  • Also natürlich hat er irgendwo Recht in seiner Kritik an Hollywood, andererseits es ist doch durchaus einiges dort zum Besseren verändert und die massiv homophoben Zeiten der Mc McCarthy Ära der 1950er sind dort auch mittlerweile längst vorbei.

    Daher sehe ich dessen Kritik an Hollwood nur bedingt als richtig an, denn mittlerweile gibt es viele homosexuelle Rollen in Hollywood-Produktionen und US-amerikanischen Fernsehserien. Früher gab es die nicht einmal, da wurden homosexuelle Rollen allenfalls nur "versteckt" angedeutet; das hat sich geändert.
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#10 Andi Anonym
  • 04.02.2010, 14:09h
  • Antwort auf #8 von Enyyo
  • George Clooney ist so entspannt und humorvoll, wenn mal wieder Gerüchte um sein Schwulsein auf der Tagesordnung stehen, dass er es wohl ziemlich wahrscheinlich nicht ist. (Als ihn eine Webseite "gay gay gay" nannte, kommentierte er das in einem Interview damit, dass er nur "gay gay" sei und das dritte "gay" doch etwas übertrieben wäre.)

    Wenn alle Heteromänner wären wie Clooney, wäre die Welt ein besserer Ort.

    Dazu auch:

    www.afterelton.com/askmonkey/01-11-2010
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