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Trotz zahlreicher Feen und Musicals ist die Zeichentrick-Welt für eine Studentin nicht schwul genug. Per Facebook will sie den Konzern dazu bringen, einen homosexuellen Hauptcharakter einzuführen.

Von Norbert Blech

Es habe über 80 Jahre gebraucht, bis Disney eine schwarze Prinzessin eingeführt habe, schreibt die junge Britin Anna Temby in ihrer Facebook-Gruppe. Nun sollte man nicht weitere 80 Jahre warten müssen, bis es einen schwulen Charakter gebe (eine Lesbe täte es, aufgrund der Offenheit des englischen Wortes "gay", wohl auch). Der Gruppe, die eine Art unverbindliche Petition darstellt, haben sich bislang 530 Mitglieder angeschlossen.

Der Konzern sollte damit kein Problem haben, schreibt die Studentin der Universität von Leeds, schließlich gebe es in Disney-Werken schon genügend schwule Untertöne "und genügend Charaktere, die definitiv nicht hetero sind." Als Beispiel nennt sie, mit einem "Hüstel", Ryan aus "High School Musical". Man solle nun nicht mehr länger um den heißen Brei herumreden.

Schwulenfreundlicher Konzern

Auf völlig unoffene Ohren dürfte sie bei Disney mit der Forderung nicht stoßen, schließlich gilt der Konzern als durchaus homofreundlich: es gibt schwule Tage in den Themenparks und seit zwei Jahren auch die Möglichkeit für schwule und lesbische Paare, in den Parks eine "Märchen-Hochzeit" abzuhalten (queer.de berichtete). Bei Konservativen steht das Unternehmen in der Kritik, weil es zudem als schwulenfreundlicher Arbeitgeber gilt: Die Gesundheitsvorsorge der Firma umschließt etwa auch die Partner von homosexuellen Angestellten.

Im letzten Jahr wurde der offen schwule Mitarbeiter Rich Ross Chef aller Studios des Konzerns und ist damit nun auch verantwortlich für Touchstone, Miramax und Pixar. Zuvor hatte Ross als Chef des Disney Channels mit der "High School Musical"-Reihe einen kommerziellen Welterfolg mit junghomoerotischer Komponente produziert.

Pressure Groups bei Facebook

Facebook-Gruppen mit speziellen Forderungen wie die zu Disney sind ein Trend der letzten Jahre. Oft nur für Spam missbraucht, bergen sie gelegentlich durchaus Potential. Die kurzfristig organisierten Demonstrationen im letzten Jahr gegen homophobe Gastronomen in Berlin etwa wurden größtenteils durch Facebook bekannt. Derzeit nutzt ein Berliner Student Facebook, um auf seine (noch nicht zugängliche) Online-Petition beim Bundestag zur Aufhebung des Blutspendeverbots für Schwule hinzuweisen. Über 6.900 Mitglieder hat eine Gruppe, die gegen die geplante Todesstrafe für Schwule in Uganda protestiert. Mehr als eine Unterstützungsbekundung ist damit freilich noch nicht erreicht.

Dass man mit Facebook durchaus etwas bewegen kann, machte zuletzt Großbritannien vor. Damit nicht wieder ein Gewinner der britischen Superstar-Variante zu Weihnachten den (dort traditionell heiß umkämpften) Platz Eins der Charts eroberte, gab es die Kampagne, über iTunes & Co den eher unweihnachtlichen Song "Killing in the name of" von Rage against the machine zu kaufen und damit auf Platz Eins zu hieven - mit Erfolg.



#1 GerritAnonym
  • 04.02.2010, 17:08h
  • Sicher wünschenswert um die Normalität des Themas zu zeigen (ähnlich wie die HIV-positive Figur in der südafrikanischen Sesamstraße), aber ich fürchte, dass trotz schwarzer Prinzessin nach 80 Jahren weißer Disneywelt, dieser Wunsch in absehbarer Zeit nicht erfüllt werden wird - leider.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.02.2010, 00:14h
  • Wird wirklich mal Zeit, daß aus dem Hause Disney auch mal eine Zeichentrickfigur kommt, die der LGBT-Community angehört!
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#3 Sebastian123
  • 05.02.2010, 11:52h
  • Ironiemodus an:

    Ja die schwule Welt, braucht einen schwulen Disney Charakter. Nichts braucht diese Welt mehr, damit wir armen, diskrimierten, verachteten Schwule auf dieser Welt des Hasses anerkannt werden...

    Ironiemodus aus

    Was ein vollkommener Schwachsinn!
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#4 Bambi ist schwulAnonym