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  • 07. Februar 2010, noch kein Kommentar

Jeweils drei Alben aus der großen Zeit der Schlager- und Chanson-Ikonen Alexandra und Daliah Lavi sind kürzlich wieder erschienen.

Von Jan Gebauer

Zwei Sängerinnen, zwei unvergessliche Karrieren: Die 1969 bei einem tragischen Unfall verunglückte Alexandra hat sich über die Jahrzehnte einen geradezu legendären Ruf bewahrt. Daliah Lavi, kurz nach Alexandras Ableben als stilistische Quasinachfolgerin aufgebaut, zog sich erst Ende letzten Jahres nach einer Abschiedstournee endgültig aus dem Showgeschäft zurück. Koch Universal hat nun die ersten drei Alben der Sängerinnen wieder auf den Markt gebracht - mit den Original-Covern und natürlich den entsprechenden Lieder, die teilweise das erste Mal auf CD erhältlich sind. Im Fall von Alexandra sind es die einzigen drei Alben, die zu Lebzeiten der Sängerin erschienen.

Alexandras erstes Album erschien mit dem einfachen Titel "Premiere mit Alexandra" im Jahre 1967. Auf Anhieb stieg die als Doris Nefedov im Memelland geborene Sängerin in den folgenden zwei Jahren zu einem der größten Stars jener Tag auf. Das Album platzierte sich auf Platz 20 der deutschen Charts, die ausgekoppelte Single "Zigeunerjunge" (Platz 22) sicherte ihr Auftritte in allen großen Shows im damals noch jungen Deutschen Fernsehen. Selbst internationale Stars wie Gilbert Becaud oder Adamo interessierten sich für die dunkelhaarige Schönheit und arbeiteten mit ihr zusammen.

Youtube | ''Zigeunerjunge'' von Alexandra

Alexandras erste LP enthält ihre wunderbare deutsche Version von Juliette Grécos "Accordeon", eine ganz frühe Ralph-Siegel-Komposition ("Alles geht vorüber") und ihre erste auf Platte veröffentlichte Eigenkomposition ("Die anderen waren schuld"). Auf dem ebenfalls erfolgreichen Nachfolgewerk "Alexandra" finden sich gleich sieben Lieder, für die Alexandra die Texte bzw. die Bearbeitung übernommen hatte. Ein Novum, wies man doch Ende der 1960er Jahre Frauen noch klar die Sängerinnenrolle zu, Hildegard Knef mal ausgenommen.

"Grau zieht der Nebel", im Original "Tombe la neige" von Adamo, "Die Zärtlichkeit" und natürlich das unvergessliche "Mein Freund, der Baum" sind nur drei der Highlights auf dem Album. Ebenfalls wieder erhältlich ist die erste Best-of der Sängerin, "Sehnsucht - ein Portrait in Musik", eine LP, die noch zu Lebzeiten erschien und dem Untertitel entsprechend neben den Hits auch damals neue Lieder wie ihren kommerziell größten Erfolg, "Sehnsucht" sowie "Auf dem Wege nach Odessa" und "Illusionen" enthält.

Youtube | ''Willst Du mit mir geh'n'' von Daliah Lavi

Daliah Lavi gab 1970 ihr musikalisches Debüt, ihre erste deutschsprachige LP "Liebeslied jener Sommernacht" mit dem gleichnamigen Hit erschien Ende des Jahres. Auch Lavi wurde berühmt durch eine einmalige, charismatische Stimme, rauchig, immer ein bisschen geheimnisvoll. Auf ihrem ersten Album gibt es eine Mischung aus deutschen und englischen Titeln, Schlager und Pop, beeinflusst vom Chanson. Darunter hervorragend auf die Sängerin abgestimmte Lieder wie das autobiografisch anmutende "Where Can I Go?", mit Bezug auf ihre israelische Heimat, "Hello Love (Liebe kommt und geht vorbei)" und "Drei schwarze Rosen. Und natürlich ihr größter Hit "Oh, wann kommst du?" (Platz 4).

Ihre zweite LP, "Daliah Lavi" (1971) etablierte Lavi endgültig als erfolgreichste Schlagersängerin der frühen 1970er Jahre und kletterte bis auf Platz 2 der deutschen Charts. Hier ist das wunderbare "Wer hat mein Lied so zerstört, Ma?" und die deutsche Version von "Fever" ("Fieber") enthalten. Absoluter Höhepunkt ist aber Herb Alperts "Jerusalem", das mit seinem ergreifenden Text und ihrer überaus emotionalen Stimme zu ihren besten Aufnahmen gehört! Ein Meisterwerk! Ihre drittes Album "Willst Du mit mir geh'n" enthält mit dem Titelsong einen ihrer größten Hits (Platz 9), darüber hinaus ihre eindringlichen Cover von Neil Diamonds "Holly Holy", Gordon Lightfoots "If You Could Read My Mind" ("Wär ich ein Buch") und Bee Gees' "Words" ("Ein Wort von dir"). Kurios: "Über Delphi geht die Sonne auf" wurde von Costa Cordalis geschrieben. Die Reihe von Daliah Lavi soll schon bald mit weiteren Klassikerveröffentlichungen fortgesetzt werden.