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Am 15. Februar startet auf 3min.de die erste Webserie mit schwulen Charakteren: Dieter Bach spielt einen Psychotherapeuten, Oliver Bender aus "GZSZ" seinen Loverboy und Romy Haag die Sprechstundenhilfe.

Von Peter Fuchs

Wer ist "Doc Love"? Mögliche Antwort: Dr. House trifft auf Brian und Justin von "Queer as Folk". Und in seiner Praxis sitzen die Mädels aus "Sex and the City" auf der Therapiecouch. Eine nach der anderen und alle schön queer. "Doc Love" ist die erste deutsche Webserie mit schwulen Charakteren. Für alle, die dieses Format nicht kennen: Ob Soaps oder Thriller, sie sind nur für das Internet produziert. Jede Folge dauert nicht länger als fünf Minuten, hat aber eine abgeschlossene Handlung und lässt sich kostenlos wie ein youtube-Video konsumieren.

"Doc Love" ist auch der Spitzname von Tom (Dieter Bach aus "Verliebt in Berlin" mit vollem Körpereinsatz). Er ist 40+, Psychotherapeut mit eigener Praxis und hat einen 25-jährigen Loverboy. Der heißt Michi (Oliver Bender aus "GZSZ", ebenfalls mit vollem Körpereinsatz). Michi ist eine "geile Schnitte" und träumt ausgerechnet davon, in einer TV-Soap mitzuspielen. Toms Sprechstundenhilfe Magda (Transen-Diva Romy Haag, sehr elegant) managt die Praxis mütterlich-kapriziös, futtert heimlich Pralinen und die Fatburner-Pillen gleich hinterher.

Direktlink | 3min.de-Teaser zum Serienstart

Die Handlung der insgesamt zwölf Folgen spielt zwischen der Praxis und einer schwulen Darkroom-Bar, wo Michi jobbt. Was mit einer Problemstellung in der Therapie beginnt, endet oft bei einem Bier an der Theke. Oder auch umgekehrt... So erfährt man bei "Doc Love", wie ein Ödipuskomplex schief geht, eine Umpolung andersrum verläuft, dass Asexualität auch eine seriöse Lebensweise sein kann oder wie man sich verhalten soll, wenn es im Darkroom überraschend und ungewollt zu einem Familientreffen kommt.

Das ist meist zum Schmunzeln und ein paar Mal sogar sehr witzig. Für eine Webserie hätte allerdings etwas mehr Mut zum schnellen Schnitt das insgesamt sympathische Projekt durchaus gefördert. Auch mehr Musik hätte geholfen, "Doc Love" flotter durch die erste Staffel zu bringen.

Absolutes Highlight ist jedoch, wenn Sprechstundenhilfe Magda Michi beibringt, wie man als straighter Kerl läuft und spricht. Jetzt darf einmal geraten werden, wer von beiden mit seiner Stimme tiefer kommt...

"Doc Love", Autor: Martin Schacht, Regie: Holger Schmidt, mit: Dieter Bach, Oliver Bender, Romy Haag, Ellenie Salvo Gonzalez u.a., ab 15. Februar 2010 auf 3min.de

Youtube | TIMM-Bericht über "Doc Love"
Galerie:
Doc Love - Bilder vom Set
10 Bilder


#1 KameliendameEhemaliges Profil
  • 10.02.2010, 15:16h
  • Aaaah ich liebe Romy Haag! Sie ist grandios!
    Ich war grad im Januar beim Konzert!
    Ne super Musikerin!

    Auf Romys herrlich tiefe Stimme freu ich mich jetzt schon.
    Die macht einfach süchtig!
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#2 MarioAnonym
  • 10.02.2010, 16:58h
  • Das ist jetzt nicht abwertend gemeint, es würde mich einfach mal interessieren warum in so vielen, ja fast schon meisten, Filmen mit schwerpunktmäßig homosexueller Thematik Transsexuelle und Transvestiten eine Rolle spielen? Zumindest tun sie es ja viel häufiger als in Filmen ohne schwule Thematik.
    Im Gegensatz zu einigen Heten weiß man hier ja das Homosexualtität und Transsexualität etwas ganz verschiedenes ist. Das eine ist eine sexuelle Orientierung, zweiteres betrifft die sexuelle Identität. Will z.B. ein Mann eine Frau sein und steht auf Männer ist sie ja nicht schwul, sonderen Hetero.
    Beim Thema Transvestismus ist es ähnlich, nur andersrum: Männer die Transvestiten toll finden sind doch nicht unbedingt schwul, weil wenn man auf Männer steht warum sollte man dann ein weibliches Äußeres anziehend finden?
    Für mich ist das alles etwas paradox.

    Wie gesagt ich will damit keinen angreifen, jeder so wie er mag! Das ist auch keine Kritik daran das nunmal viele Trans in gay Filmen gezeigt werden, sondern einfach die Frage warum das so ist?
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#3 KameliendameEhemaliges Profil
  • 10.02.2010, 18:48h
  • Antwort auf #2 von Mario
  • Ob in sooo vielen Filmen mit homosexueller Thematik Transexuelle vorkommen weiss ich gar nicht.
    Es sind doch meistens eher Draq queens, Transvestiten.
    Da gucken die einfältigen Filme-Macher eben auf Trash-Partys der Schwulenszene wo die angesprochenen ja standardmäßig zum meist eher schlechten Repertoire gehören und wollen dann eben auch was ach so schrilles für ihren Film.
    Bunt, auffällig schrill etc soll es dann sein.
    Weil Schwule das angeblich alle soooo toll finden.
    Mehr nicht.

    Ich glaube aber nicht das das bei dieser Serie das Kriterium war.
    1. Ich empfinde ich Romy Haag nicht als schrill.
    2. Spielt sie da ja keine Transe.
    3. Ist sie wohl schon lange mit dem Autor der Serie, Martin Schacht ,befreundet wie ich gelesen habe. Er hat u.a. an ihrer Biograhie mitgeschrieben.

    Zu Orientierungsfragen ...
    Nichts ist in Stein gemeißelt und alle Grenzen fließen...

    aber ich würde doch sagen das Männer die auf Transvestiten stehen durchaus schwul sein können. Es oft wohl auch sind.
    Ein Transvestit ist ja, vereinfacht gesprochen, ein Mann der sich nach Feierabend eben mal nen Fummel anzieht. Und er will das auch bleiben.

    Männer die auf Transexuelle stehen sind meiner Meinung nach hingegen in den meisten Fällen nicht schwul.
    Bei Transexuellen sind schliesslich die körperlichen Aspekte andere aufgrund von Hormontherapien und den entsprechenden Operationen.
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#4 Oh SeXXXy Atze!Anonym
  • 10.02.2010, 22:22h
  • Oliver Bender als Loverboy ist einfach endgeil! Bei GZSZ sah er topless schon zum Anbeißen aus! Mal gespannt, wie er in seiner neuen Rolle ankommt!
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#5 eMANcipationAnonym
  • 11.02.2010, 10:34h
  • "Absolutes Highlight ist jedoch, wenn Sprechstundenhilfe Magda Michi beibringt, wie man als straighter Kerl läuft und spricht."

    Hört sich für mich nach einem weiteren Highlight heteronormativen Schwachsinns an.

    Weshalb müssen eigentlich in angeblich schwulen Filmen doch immer heterosexistische Rollenklischees und überhaupt heterosexuelle Handlungen in den Vordergrund gespielt werden? Sind schwuler Sex, schwule Partnerschaft, Freundschaft, Zärtlichkeit, Erotik eigentlich nicht interessant und gut genug, um sie ein einziges Mal unabhängig von irgendeiner heterosexuellen Rahmenhandlung und auch von den üblichen weiblichen Figuren, die sich wie immer in den Mittelpunkt des Geschehens spielen, ernsthaft darzustellen???

    Sollen das etwa die so dringend benötigten Identifikationsfiguren für junge schwule Männer sein???

    Nein, dumme Frage, das sollen sie GERADE NICHT sein. Und zwar mit voller Absicht!
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#6 eMANcipationAnonym
  • 11.02.2010, 10:49h
  • Antwort auf #2 von Mario
  • Warum?

    Siehe meinen vorstehenden Kommentar (sofern er veröffentlicht wird), oder nochmal auf den Punkt gebracht:

    Weil sie uns genau so sehen und genau darauf reduzieren wollen, um ja nicht irgendeinem jungen Mann eine authentische schwule Identifikationsfigur zu bieten. Ganz zu schweigen davon, den Eindruck zu erwecken, dass Jungs und Männer einfach geil (aufeinander) sein können.

    Wir leben in einer massenmedial gesteuerten Gesellschaft, deren Massenmedien von Jahr zu Jahr noch heterosexistischer und noch zwangseinfältiger werden. Die Auswirkungen auf das Bewusstsein und die effektive sexuelle Freiheit gerade junger Männer sind dementsprechend verheerend und empirisch klar belegt.
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