Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11757

Der DFB-Verantwortliche Manfred Amerell, dem sexuelle Nötigung von mindestens einem Schiedsrichter vorgeworfen werden, geht in die Offensive. In einer Stellungnahme, in der er zugleich seinen Rücktritt von allen Ämtern anbot, bestätigte er am Freitag den engen Kontakt zu dem Schiedsrichter Michael Kempter - und zitierte aus einer privaten SMS.

In dieser Woche kam heraus, dass der DFB intern den Vorwurf gegen Amerell prüft, einen Schiedsrichter sexuell belästigt und womöglich daraufhin dessen Karriere befördert zu haben. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter aus Augsburg arbeitete im Schiedsrichter-Ausschuss und war unter anderem für die Aufteilung der Spiele an Schiedsrichter und die Talentförderung zuständig. Bereits im letzten Jahr soll sich der 27-jährige Michael Kempter beim Verband über eine entsprechende Annäherung beschwert haben (queer.de berichtete).

Während Kempter bisher zu der Sache schweigt, versucht sich Amerell in medialer Vorwärtsverteidigung. Heute ließ er über seinen Anwalt ein Schreiben verteilen, in dem er klarstellt, dass er "in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt einen jungen Bundesligaschiedsrichter sexuell belästigt" habe. Amerell weiter: "Ebenso wenig habe ich eine andere Person mit Gewalt, durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Notlage genötigt, sexuelle Handlungen von mir oder eines Dritten an sich zu dulden oder an mir oder einem Dritten vor zunehmen".

"Komme ohne Dich auch nicht klar!"

Allerdings, und damit wird nicht nur der Boulevard seine Freude haben, gibt er zu, mehr als nur einen rein sportlichen Kontakt zu ihm gehabt zu haben: "Ich hatte zu Michael Kempter (…) ein sehr gutes Verhältnis. Aus den zunächst rein sportlichen Kontakten entwickelte sich im Laufe der Zeit schließlich auch eine intensive private Freundschaft." Er habe Kempner "zu keinem Zeitpunkt gegen seinen Willen zu dieser freundschaftlichen Beziehung gezwungen", sie sei "einvernehmlich" gewesen.

Was alles einvernehmlich war, zu entsprechenden Spekulationen gibt eine SMS von Kempter reichlich Gelegenheit, die Amerell zitierte: "Wieso machen wir alles kaputt? Ist das nötig. Denke es ist nicht richtig, dass wir Hass aufeinander haben. Beide haben Fehler gemacht. Doch normal ist alles reparabel, oder? Tut mir echt weh! Komm doch ohne Dich auch nicht klar! Michi..." Die SMS soll vom 13. Januar stammen, also Wochen nach der Beschwerde. Es gebe viele weitere eMails und SMS, behauptet Amerell, der sich auch rechtliche Schritte vorbehält.

Gegenüber Welt Online meldete sich am Nachmittag Kempner zu Wort. "Es ist ein schwebendes Verfahren. Ich darf dazu nichts sagen", sagte er der Redaktion. Auf die Frage, ob die SMS von ihm stamme, sagte er: "Ich werde mal meinen Mailaccount überprüfen. Ich habe aber in jedem Fall die Wahrheit gesagt. Ich brauche nicht unruhig zu werden."

Nachtrag, 18h: Der DFB hat in einer Pressemitteilung den Rücktritt Amerells akzeptiert und ihn weiter belastet. "Wir nehmen den Schritt zur Kenntnis und halten ihn für richtig und notwendig, weil Erkenntnisse vorliegen, die leider die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Herrn Amerell bekräftigen", heißt es in der Erklärung. "Dies ist das Ergebnis der in den vergangenen Tagen von DFB-Justiziar Dr. Jörg Englisch durchgeführten weiteren Anhörungen. Ob die von Herrn Amerell über seinen Anwalt verbreiteten Äußerungen unter diesen Umständen klug waren, möchten wir unkommentiert lassen." Die internen Ermittlungen würden nun "kurzfristig zum Abschluss" gebracht.

Nachtrag, 18:45h: Das Portal infranken.de hat zwei Schiedsrichter ausfindig gemacht, die sich in ihrer Karriere von Amerell übergangen fühlen. Dieser "hatte schon immer seine Lieblinge, die er bevorzugte und förderte", erklärt einer der beiden, einen Annäherungsversuch habe er abgewiesen. Man wird mehr davon hören. (nb)



Kempter siegt gegen Amerell

Ex-DFB-Funktionär Manfred Amerell ist mit seiner Schmerzensgeldklage gegen den früheren Schiedsrichter Michael Kempter gescheitert. Kempter hatte Amerell sexuelle Belästigung vorgeworfen.
Kempter: Amerell hat mich schon mit 18 genötigt

Mit einem Gerichtstermin ging die Schiedsrichter-Schlammschlacht in die nächste Runde. Wie üblich wurden neue intime Details bekannt.
Kempters Tangas und Rüschenstrümpfe vor Gericht

Der Rosenkrieg zwischen dem ehemaligen Schiedsrichter-Funktionär Manfred Amerell und seinem einstigen Zögling Michael Kempter geht in eine neue Runde.

23 Kommentare

#1 LorenProfil
  • 12.02.2010, 18:11hGreifswald
  • Eine "Schlammschlacht", die dem Kampf gegen Homophobie im Fußball alles andere als einen guten Dienst erweist. Sachlich gesehen haben die im Raum stehenden Vorwürfe der sexuellen Belästigung oder Nötigung nichts mit Homosexualität zu tun, aber homophobe Hetzer nehmen den Ball dankbar auf, um einen Zusammenhang zwischen der sexuellen Orientierung der Beteiligten und den zur Diskussion stehenden (Fehl)Verhaltensweisen zu konstruieren und gegen Schwule im Fußball zu agitieren . Natürlich ist das ein "gefundenes Fressen" für die Boulevardmedien und Meinungsmacher a la P. Gut werden demnächst nicht nur gegen schwule Soldaten, sondern auch schwule Fußballer, Trainer und Funktionäre mobil machen .
    Was kommt danach: Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter ...? Ein rollback, der schon seit einiger Zeit spürbar ist, scheint sich da anzubahnen - eine "geistig-politische Wende", auf die ich gut verzichten kann .
  • Antworten » | Direktlink »
#2 axel.Anonym
  • 12.02.2010, 18:34h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Du siehst das gleich wider zu negativ.
    Es wird och immer umtrieben, egal wo du hinschaust und gleich wird ein großer Schuh darauss.
    Man sollte doch erstmal abwarten und sachlich bleiben. Es wird sich aufklären so oder so.

    Es ist doch in der heutigen billigen Medienwelt so, das dies gleich aufgeriffen wird um vor allendingen eins zu erzielen , die Verkaufszahlen.

    Vieles ist doch aus der Luft gegriffen um jemanden zu schaden, es sind halt wieder Neider am Werk . Wie überall, die Neid Kultur ist doch in Deutschland extrem hoch.

    die Sachlichkeit und Ernstahftigkeit ist doch längst auf der Strecke geblieben.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 PierreAnonym
  • 12.02.2010, 20:19h
  • Dieser 27-jährige Michael Kempter dürfte sich mit dieser Aktion keinen Gefallen getan haben.
    Dessen Karriere ist damit genau so gelaufen, wie die des Ziehvaters Manfred Amerell.
    Nur das der letztere ja schon fast alles erreicht hat, was man so landläufig beim DFB so werden kann.
    Natürlich sollte man eine Position nicht ausnutzen, um einen sexuellen Vorteil zu haben.
    Andererseits hat Kempter ja auch seinen Nutzen gehabt.
    Wer von beiden ist jetzt besser oder schlechter (falls die Geschichte überhaupt stimmen sollte)?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 vully70Profil
#5 eMANcipationAnonym
  • 13.02.2010, 01:13h
  • "Ob die von Herrn Amerell über seinen Anwalt verbreiteten Äußerungen unter diesen Umständen klug waren, möchten wir unkommentiert lassen"

    Und ob die vom DFB praktizierte, unverantwortliche Vorgehensweise in diesem Fall 'klug" und vor allem in irgendeiner Weise vertretbar war, sollten WIR auf keinen Fall unkommentiert lassen - siehe den "Standpunkt" zum Thema.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 ideensammlerAnonym
#7 AUFWACHEN!Anonym
  • 13.02.2010, 02:48h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • DIE GEZIELTEN KAMPAGNEN DER DIFFAMIERUNG SCHWULER MÄNNER UND DER WEITEREN SUIZIDRISIKO-STEIGERUNG BEI JUNGEN SCHWULEN SIND IN VOLLEM GANGE:

    "Leser-Kommentar" bei taz.de (offenbar völlig bedenkenlos publiziert):

    "06.02.2010 17:46 Uhr:
    von Markus Fresdorf:

    Ich war vor weit über 40 Jahren selbst von Missbrauch Betroffener, aber auch hier war es so, wie es sehr oft ist - laut meinem Therapeuten, der ja die kontroverse Fachliteratur kennt, die ich mir teilweise dann auch reingezogen habe:

    Täter war ein verheirateter Mann und Familienvater aus unserer Verwandtschaft.

    Laut meinem damaligen Therapeuten (die Therapie liegt jetzt deutlich über 10 Jahre zurück) wird in Schwulenkreisen Missbrauch gern verharmlost, beschönigt, vertuscht.

    Das ist kein Vorurteil, denn ich finde die Aussage in einschlägigen Millieus, Gruppen- und Einzelkontakten immer wieder bestätigt.

    Man grenzt sich gern gegen Pädophile ab, tut sich aber ansonsten mit der Grenzziehung recht schwer. Es gibt auch viele, für die Partner für Sexkontakte nicht jung genug sein können und möglichst nur jung sein sollen.

    Auch in den diversen Internetplattformen tummeln sich locker unter 18- und unter 16-jährige. Sicherlich nicht nur zum Chatten, Zeigen und Sehen, auch zum Daten und mehr.

    Womit ich also nicht sagen will, Heten schlagen nicht über die Stränge und kennen immer ihre und anderer Grenzen.

    Aber ich möchte klarstellen, dass ich die Schönrederei der Schwulität, der schönen, heilen schwulen Welt falsch finde. Das ist nicht wahr! Das ist verlogen!

    Allein schon wegen der verschärften Konkurrenzsituation in einer Minderheitsgesellschaft, die die gay community darstellt, ist hier das Gefahren- und Gefährdungspotential nicht zu unterschätzen."

    unter
    www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/kommentarseite/1/der-katho
    lische-eisberg/kommentare/1/1/?tx_skpagecomments_pi1[showCom
    ments]=1&tx_skpagecomments_pi1[success]=1#CommentForm#pollof
    today
  • Antworten » | Direktlink »
#8 DFB? Nein DANKE!Anonym
  • 13.02.2010, 12:31h
  • Diese ganze Sache erscheint mir mehr als ominös und von Seiten des DFB illegal und falsch. Gibt es echte Beweise? Gibt es irgendwelche konkreten Taten, die einer Staatsanwaltschaft für eine Anklage reichen würden? Und hinzu kommt noch, solche Sachen, noch bevor irgendwelche greifbaren Beweise auf dem Tisch liegen, an die Öffentlichkeit zu tragen. Das zeugt alles mal wieder von der völligen Inkometenzt der (entschuldigung) "alten Säcke" im DFB. Aber so kann man natürlich auch leicht von der Löw-Diskussion ablenken!!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 BallplayerAnonym
#10 BRIAN IIAnonym