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Das Schwule Netzwerk NRW ehrt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Zeichner Ralf König für deren homopolitisches Engagement mit der Kompassnadel 2010.

Von Dennis Klein

Dieser Preis wird seit 2001 jedes Jahr an zwei Personen vergeben, die sich für die Gleichstellung verdient gemacht haben – je einmal für eine Person des öffentlichen Lebens sowie für ehrenamtliches Engagement. Leutheusser-Schnarrenberger erhält den Preis, weil sie "die gesellschaftliche Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit" gefördert hat, während König sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich "im Rahmen von Benefiz-Aktivitäten für die Belange von Lesben und Schwulen einsetzt".

Die Auszeichnung wird am 3. Juli beim CSD-Empfang des Netzwerks in Köln persönlich von den Vorjahrespreisträgern an die Gewinner übergeben: von DFB-Präsident Theo Zwanziger sowie den Ehrenamtlern Katharina Kroll und Dominic Frohn. Zu der Veransaltung werden 800 geladene Gäste erwartet.

Mit Leutheusser-Schnarrenberger erhält erstmals eine FDP-Politikerin die Kompassnadel. Bislang gewannen drei Sozialdemokraten (Jürgen Roters, Klaus Wowereit, Franz Müntefering), zwei Grünenpolitiker (Claudia Roth und Volker Beck) sowie eine Christdemokratin (Rita Süssmuth) die Auszeichnung. Weitere Preisträger sind Regisseur Hans W. Geißendörfer ("Lindenstraße") und DFB-Chef Zwanziger.

"Als Bürgerrechtspolitikerin sucht Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ... stets den Dialog mit der Lesben- und Schwulenbewegung und zeigt Gesicht bei vielen CSDs in Deutschland", heißt es in der Begründung des Netzwerks. So übernahm sie dieses Jahr die Schirmherrschaft des Stuttgarter CSDs, was zu heftiger Kritik von Konservativen führte (queer.de berichtete).

Gleichbehandlung ist Kern liberaler Gesellschaftspolitik

Ihr Engagement reiche zudem weit zurück: So fiel in ihre erste Amtszeit als Bundesjustizministerin (1992-96) die Abschaffung des Paragrafen 175. Zudem habe sie als Chefin der bayerischen Liberalen durchgesetzt, dass sich auch im Freistaat Schwule und Lesben auf dem Standesamt verpartnern dürfen. Das Netzwerk sieht es auch als Erfolg Leutheussers an, dass im schwarz-gelben Koalitionsvertrag die Abschaffung von "gleichheitswidrigen Benachteiligungen" beschlossen wurde. "Die Gleichstellung von Lesben und Schwulen – so macht die in Minden/Westfalen geborene Humanistin stets deutlich – gehört zum Kern liberaler Gesellschaftspolitik und ist für sie ein zentrales Thema im Bereich der Bürgerrechte. Insbesondere die Gleichstellung von eingetragenen Partnerschaften zählt sie zu einem Schwerpunkt der neuen Bundesregierung", erklärten die Homo-Aktivisten.

Den populären Comiczeichner Ralf König ehrt das Netzwerk, weil er sich als Künstler stets für die Gleichstellung von Homosexuellen eingesetzt habe. So stellte er Homo-Gruppen unentgeltlich und unkompliziert Motive zu Postern, Postkarten und Eintrittskarten zur Verfügung. "Er wurde wie kein anderer in seinem Fach zu einem Chronisten der Schwulenbewegung", loben die Netzwerker. "Mit seinen witzigen, oft aber auch hintersinnigen und bewegenden Geschichten hat sich Ralf König stets gegen die Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben engagiert." Zudem ist er als Mitglied in mehreren Homo-Gruppen aktiv, etwa im KCR Dortmund oder im Lesben- und Schwulenverband (LSVD).

Das Schwule Netzwerk vergibt seit inzwischen neun Jahren die Kompassnadel. Dem Landesverband gehören 40 schwule Mitgliederorganisationen an.



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15 Kommentare

#1 FragenderAnonym
  • 19.02.2010, 12:49h
  • Leutheusser wofür?

    wo ist der Gesetzentwurf zur Gleichstellung der ELP, der Öffnung der Ehe und die Gleichstellung in der Verfassung?

    Dagegen kämpft die FDP gerade gegen die Umsetzung der Antidiskriminierungsrichtlinien und ihre Erweiterung in Brüssel
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#2 grrrrrrrAnonym
#3 Liedel
  • 19.02.2010, 14:28h
  • Fairness ist gefragt: Gratulation!

    An Frau L.-S., okay, so mutig wie gewünscht ist sie vielleicht nicht (siehe meinen Beitrag zum Stuttgarter CSD).
    Wobei auch kleine, mit ihrer Hilfe bewirkte Veränderungen,z.B. Verpartnerung vor dem Standesamt in Bayern gegen den Widerstand der hinterwäldlerischen, papsthörigen CSU, durchaus Beachtung finden sollten!
    Für ihren Widerstand gegen und konsequenten Rücktritt wegen des "Großen Lauschangriffs" in den 90ern hat sie bei immer noch nen Stein im Brett!

    Frau L.-S. als wenigstens kleines Fünkchen Hoffnung , dass es neben viel marktradikalem und neoliberalem Geschwurbel aus dieser Partei Stimmen der Vernunft gibt, die "Bürgerrechte" langfristig nicht auch zu einer hohlen Phrase des Anwaltssöhnchens aus Bad Honnef verkommen lassen!

    Ralf König hat die Nadel allemal verdient, weil er sich gegen die unsägliche (heteronormative) Kommerzialisierung und die mit ihr einhergehende inhaltliche Verödung der CSDs trotz immer noch vorhandenen massiven Diskriminierungen von Lesben, Schwulen und Transgender im Alltag gestellt hat.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 sylviafeeProfil
  • 19.02.2010, 17:40hBerlin
  • Die welche sich wirklich unter größter Anfeindung, weitsichtig und bemüht um die eingetragene Partnerschaft bemüht haben, Frau Minister a.D, Prof Dr Herta Däubler-Gmelin oder Margot von Renece die einen flehentlichen Brief an Herrn Beck geschrieben hat das ganze nicht vor die Wand zu fahren gehen leer aus all die Jahre.
    Sorry liebes Netzwerk ist nicht fair.
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#6 REINIBEARProfil
  • 20.02.2010, 14:48hFrankfurt
  • Also ich kann auch bei Frau L.-S. nicht wirklich sehen, warum sie für liberales Handeln auch noch einen Preis bekommt. Die Abschaffung des § 175 war längst überfällig - spätestens in den 90er. Die Gleichstellung GG Artikel 3 oder oder die Rehabilitierung von Verurteilten nach § 175 wäre heute ein Grund. Oder endlich die Umsetzung der Feststellungen und Vorschläge des Bundesverfassungsgerichtes.

    Die Gleichbehandlung als Kern liberaler Gesellschaftspolitik? Da sehe ich seit über 100 Tagen nur Untätigkeit. Bisher habe ich von Frau L.-S. nix wirkliches gehört..

    Das die FDP die Wähler angelogen hat und sich nur Apotheker und Hotelbesitzer die Hände reiben ist klar, aber die Versprechungen an Schwule werden nicht in Angriff genommen. Auch nicht von L.-S.!

    Ich finde eine Auszeichnung, sei sie auch noch so Banane ( HOMO-PREIS ) sollte nur ein Gesamtengagement verdient haben - wie bei Ralf König.
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#7 QueenMargrethe
  • 21.02.2010, 01:52h
  • Antwort auf #5 von sylviafee
  • Da kann ich mich anschließen. Däubler-Gmelin hat kein Blatt vor den Mund genommen, auch wenn es darum ging, die Wahrheit über den damals mächtigsten Mann der Welt zu sagen... angeblich hat sie 2002 gesagt, der amerikanische Präsident Bush wolle mit seiner Außenpolitik von innenpolitischen Problemen ablenken, das kenne man seit Adolf Nazi.

    Ralf König hat den Preis auf jeden Fall verdient, aber Schnarri?
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#8 falkAnonym
#9 SebiAnonym
  • 21.02.2010, 16:12h
  • Frau Leutheusser-Schnarrenberger hatte mal gute Forderungen zur Gleichstellung Homosexueller (wenngleich das auch teilweise hinter den Forderungen von Grünen und Linkspartei zurückblieb).

    Aber jetzt in der Regierung hat sie das aufgegeben. Ich sehe weder, dass sie eine Anpassung von Art. 3 verlangt (da war sie eh eine der wenigen in der Partei, die das wollten), noch dass sie die FDP an ihre Versprechen zum Adoptionsrecht erinnert.

    Und wenn jemand, der politisch dann doch unsere Gleichstellung opfert Schirmherrin wird ist das eine nette Geste, aber andererseits reine Symbolpolitik. Wahrscheinlich sollen wir so das Versagen bei echter Gleichstellungspolitik vergessen oder verzeihen. Wie immer bei der FDP: Gerede ja und sich auf unseren Veranstaltungen zeigen auch, aber dann konkret gehandelt wird nicht!!

    Für diese üblichen FDP-Tricks einen Preis zu verleihen ist bigott und arschkriecherisch.

    Würde Frau Leutheusser-Schnarrenberger auf unsere Gleichstellung bestehen (was politisch in ihr Ressort und ihre Verantwortung fällt) hätte sie es verdient, aber nicht für politisches Scheitern, dass sie durch reine Symbolik vergessen machen will.
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#10 sylviafeeProfil
  • 21.02.2010, 17:46hBerlin
  • Antwort auf #8 von falk
  • sorry du bist dumm.
    Frau Däubler-Gmelin ist keine Männer Hasserin.
    Auch ist sie immer für das machbare eingetreten ohne Visionen zu verdammen.
    Sie hat z.B. schon vorausgesagt das eben nur der Klage-Weg zum Erfolg führen wird und kann, nicht weil sie es so gewollt hat sondern weil sie es in weiser Voraussicht gesehen hat.
    Alter Uhu nun denn im Bereich der Fabeln und Märchen ist der Uhu nie gefährlich sondern gutartig und weise.
    Männer hassend verbiete ich mir im Zusammenhang mir Frau Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin Ministerin a.D.
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