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Nicolas Cage spielt im Remake eines Filmklassikers von 1992 mal wieder überraschend gut. Liegt es an der Führung des Regisseurs Werner Herzog?

Von Christian Scheuß

Es sah in den vergangenen Jahren nicht ganz so gut aus für Nicolas Cage, künstlerisch betrachtet. Nicht wirtschaftlich, denn zu tun hat er mehr als genug. Nur waren die Filme einfach Mist. Im selbst produzierten "Bangkok Dangerous" spielt er das platte Abziehbild eines einsamen Serienmörders, der sich in Thailand in eine taubstumme Apothekerin verliebt. In "Knowing – Die Zukunft endet jetzt" hat er kaum anderes zu tun, als belämmert dreinzuschauen, weil ihn böse Vorahnungen einholen oder keiner seinen Visionen Glauben schenken mag. Doch jetzt, als böser Cop, kommen seine Talente wieder richtig zur Geltung. Hat Regisseur Werner Herzog nach dem Ableben von Klaus Kinski mit Nicola Cage seine neue Muse gefunden?

Die Story: Terence McDonagh (Nicolas Cage), Detective der Mordkommission von New Orleans, rettet während des Hurricanes "Katrina" einen Gefangenen vor dem Ertrinken. Als Anerkennung wird er zum Lieutenant befördert. Doch da er sich bei der Rettungsaktion schwer am Rücken verletzt, schafft Terence seinen Dienst nur noch vollgepumpt mit Schmerzmitteln.

Ein Jahr später: Terence, mittlerweile schwer vicodin- und kokainabhängig, hält sich in völliger Selbstüberschätzung für den besten Cop überhaupt. Er glaubt, er habe alles unter Kontrolle, dabei kreist sein Leben nur noch um Drogen. Dennoch gelingt es Terence, seine Vorgesetzten von seinen vermeintlichen Fähigkeiten zu überzeugen und so übergibt man ihm die Leitung eines Mordfalls: Eine afrikanische Familie wurde brutal massakriert.

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Schnell findet Terence einen Augenzeugen – den Botenjungen Daryl (Denzel Whitaker). Da Daryl als Kronzeuge in großer Gefahr schwebt, wird Terence beauftragt, den Jungen zu beschützen. Auch Terence Freundin Frankie (Eva Mendes), eine Edel-Prostituierte, die in Terence große Gefühle und Beschützerinstinkte weckt, bedarf immer wieder seiner Hilfe. Terences Niedergang schreitet aber unaufhörlich und immer schneller voran.

In der Originalverfilmung von 1992 haben wir Harvey Keitel in der Rolle des angeschlagenen und Polizisten gesehen, der nicht nur durch seinen nackten Oberkörper beeindruckte. Der nach Sühne und Vergebung suchende Drogenabhängige erlebte auch eine homoerotische Deliriums-Fantasie in einer Kirche. Eine Szene, die damals als sehr provokant galt. Cage bleibt weitgehend angezogen und stets heterosexuell. Seine Verkörperung des Cops, der immer verrückter wird, ist jedoch nicht weniger faszinierend als die von Harvey Keitel.