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  • Micha Schulze, Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer von queer.de und seit 25 Jahren in schwul-lesbischen Medien zu Hause. Normalerweise schreibt er vor allem Konzepte, Angebote, Rechnungen und Mahnungen, in dieser Kolumne aber immer wieder auch Emails an Leute und Organisationen, über die er einfach nur den Kopf schütteln kann.

    24. Februar 2010, 65 Kommentare

Lieber Michael Kempter,

zugegeben, die Sache ist sehr heikel und der Zeitpunkt momentan sicher nicht der Günstigste. Außerdem müssen wir an dieser Stelle ganz, ganz vorsichtig formulieren, damit dein Anwalt nicht denkt, er müsse uns wegen dieser Kolumne mal eben eine saftige Abmahnung schicken. Deswegen formuliere ich mal auf einer rein theoretischen Ebene, ohne irgendwem irgendetwas unterstellen zu wollen. Kapiert?

Zunächst einmal: Wir wissen nicht, was genau vorgefallen ist zwischen dir und dem Herrn Amerell. Es gibt inzwischen eine detaillierte Schilderung von dir, ausgeheult passenderweise im Schmutzblatt "Bild" (queer.de berichtete). Ebenso Dementis sowie die Offenlegung einer süßen, privaten SMS-Nachricht durch den Beschuldigten, ebenfalls über die Medien verbreitet (queer.de berichtete).Der Versuch, einen zwischenmenschlichen Konflikt im beruflichen Umfeld zu beseitigen, ist gründlich schief gegangen, weil er an die Öffentlichkeit geriet. Zu all dem will ich mich gar nicht äußern.

Doch ich mache mir generell Sorgen um Männer, die von sich behaupten, nicht schwul zu sein, die aber sexuelle Kontakte mit Männern haben. Die schwule Szene ist ein Dorf, und wer sich - besonders als Promi - nicht auf anonyme Rubbeleien in tiefdunklen Kellern beschränken will, der ist erkennbar - und steht damit schnell im Mittelpunkt des Szenetratsches, wenn er irgendwo mal die Hosen heruntergelassen hat.

Um Sex mit Männern zu haben, muss man nicht zwangsläufig eine schwule Identität entwickeln, das klappt auch so ganz gut - wer je ein Hamam in Istanbul besucht hat, weiß wovon ich rede. Wesentlich wichtiger ist es jedoch für die persönliche Reifung einer jeden Person, wenn derjenige es schafft, seine "schwulen" Anteile in sein Leben zu integrieren, offen und ohne Angst vor einem Statusverlust. Es ist bekannt, dass diese Angst bei einem Menschen, der beispielsweise im Profisport eine Karriere hinlegen will, besonders groß ist. Beim DFB gibt es dafür inzwischen - auch dank Theo Zwanziger - ein Problembewusstsein und erste Versuche, das "letzte Tabu" abzubauen.

Völlig egal, auf wen oder was du stehst, eines kann ich versichern: Jeder, der mit sich und seiner sexuellen Orientierung im Reinen ist, der entwickelt ein ungeahntes neues Selbstbewusstsein, jenseits allen Stolzes, den man sich durch einen Job, den man gut macht, einholen kann. Damit hält man dann auch viele Anfeindungen von außen aus. Und, viel wichtiger: Man ist wesentlich immuner gegen grabbelige Männer, die einen eventuell mit Handlungen konfrontieren, die man nicht will.

Ein Coming-out tut nur am Anfang weh, danach ist es befreiend. In jeglicher Hinsicht!

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#1 SchneeAnonym
  • 24.02.2010, 15:27h
  • "Ein Coming-out tut nur am Anfang weh, danach ist es befreiend. In jeglicher Hinsicht!"

    Ja, fast überall. Außer im Fußballgeschäft
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#2 hwAnonym
  • 24.02.2010, 15:27h
  • rundum schöner text.
    visage und message sehr stimmig.

    (schulzes pic, nicht das wetgel-malheur)
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#3 XDAAnonym
  • 24.02.2010, 15:45h
  • Ich finde es komisch, dasss in der Kolumne Michael Kempter geduzt wird. Finde ich bescheuert wie auch die gesamte Kolumne.
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#4 LarryAnonym
  • 24.02.2010, 15:46h
  • Sein Unvermögen hat er ja schon unter Beweis gestellt. Wenn sich die Chose ungünstig entwickelt, kann er sich für sein Vermögen und seine Karriere Rat bei Theo Zwanziger holen.
    Der folgte auf Westerwelle, als dieser seinen Platz Platz bei der DVAG räumte.

    Der illustre Vizekanzler verdient nun eines seiner Zubrote als Berater einer Bank in Liechtenstein, wo man noch Sinn für den von der FDP gelegentlich hochgehaltenen Datenschutz beweist.
    Da die Amtssprache Deutsch ist, dürfte auch Westerwelle eine Chance haben,
    sich verständlich zu machen.

    "Es ist Deutschland hier !" G.W.
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#5 alexander
#6 put optionAnonym
#7 TresenschlampeAnonym
#8 antos
  • 24.02.2010, 19:28h
  • "...danach ist es befreiend. In jeglicher Hinsicht!"

    Eben. Und es ist nicht nur ein gutes Gefühl, 'straight' zu sich selbst zu stehen, sondern es ist sicher ebenso erhebend, starkes Vorbild für andere zu sein.

    Dies auch als netter Gruß an andere öffentliche Gestalten mit einer gewissen Vorbildfunktion, man denke nur an den DSDS-Moderator Marco Schreyl. Was könnte der - gerade als gläubiger Christ - alles Gutes bewirken!
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#9 Matti7Anonym
#10 bogyAnonym