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Ein amerikanisches Gericht hat einen 19-Jährigen zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er mit einem gefälschten Facebook-Profil von 31 Mitschülern Nacktfotos oder -videos erschlichen hat – und dann von seinen Opfer sexuelle Dienstleistungen erpresste.

Anthony Stancl aus New Berlin (US-Bundesstaat Wisconsin) hatte auf Facebook ein Profil angelegt, in dem er sich als junge Frau beschrieb ("Kayla"). Mit dieser Identität fragte er bei Mitschülern seiner High School nach erotischen Nacktaufnahmen. Mindestens 31 von ihnen kamen zwischen dem Frühjahr 2007 und Dezember 2008 dem Wunsch nach. Danach gab Stancl sich zu erkennen und stellte die Schüler vor die Wahl: Entweder sie üben verschiedene sexuelle Handlungen mit ihm aus oder er würde die Bilder und Videos im Internet veröffentlichen. Insgesamt sieben Schüler haben sich auf den Deal eingelassen. Den Geschlechtsverkehr hat Stancl dabei mit seiner Handy-Kamera gefilmt.

Die Polizei durchsuchte nach Hinweisen schließlich den Rechner des 19-Jährigen und fand rund 300 sexuelle Aufnahmen von Mitschülern ab einem Alter von 15 Jahren. Am Mittwoch verurteilte schließlich ein Gericht den Angeklagten zu einer Haftstrafe von 15 Jahren, unter anderem wegen Kindesmissbrauchs. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor 30 Jahre Haft beantragt. Während der Urteilverkündung entschuldigte sich Stancl bei seinen Opfern. Er verstehe nun, was er ihnen angetan habe, erklärte der ehemalige Schüler.

Bei seiner Entlassung wird Stancl 34 Jahre alt sein. Danach wird er noch 13 Jahre lang nur auf Bewährung die Freiheit genießen können.

Das soziale Netzwerk Facebook hat bereits in der Vergangenheit die Gerichte beschäftigt. So erhielt ein Londoner Geschäftsmann 2008 einen Schadensersatz in Höhe von 28.000 Euro, weil er in einem falschen Profil unter anderem als schwul bezeichnet wurde (queer.de berichtete). (dk)



29 Kommentare

#1 SchneeAnonym
  • 25.02.2010, 17:36h
  • Meine fresse 15 Jahre knast das ist ja ober krass. Die haben so einen Knall, 15 monate oder so wegen Erpressung wären noch angemessen und wiso wegen Kindesmißbrauch wenn die jugendlich sind ( und er selber auch)
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#2 Naked InsanityAnonym
#3 TransatlantikerAnonym
  • 25.02.2010, 18:44h
  • Och, da ist er ja noch gut weggekommen! Ich hätte gedacht, dafür wird man von Staats wegen umgebracht. Das ist doch in den USA so beliebt?
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#4 seb1983
  • 25.02.2010, 20:52h
  • Antwort auf #1 von Schnee
  • Es geht hier nicht um eine "kleine" Erpressung" sondern um versuchte Erpressung in Dutzenden Fällen!!! 7 mal!!!!! mit Erfolg, wonach er diese Jungs zum Sex gezwungen hat, nicht viel anders als eine Vergewaltigung, statt physischer hat psychischer Gewalt. Das tat er dann vermutlich mit schöner Regelmäßigkeit und hat es also auch noch gefilmt.
    Mindestens 31 Jugendliche lebten in der ständigen Angst erpresst zu werden oder öffentlich im Internet zu landen.
    Die Strafe ist verdammt hart, aber die Tat einfach abartig. Viele seiner Opfer werden ihr Leben lang wohl nicht damit klar kommen und sich jeden Tag die Haut von den Knochen schrubben vor Scham was er ihnen angetan hat.

    Aber der arme Täter soooo eine lange Haftstrafe.
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#5 AUAnonym
  • 26.02.2010, 07:45h
  • Antwort auf #1 von Schnee
  • Erstens haben die USA ein anderes Strafrecht als wir. So etwas wie Jugendstrafrecht gibt es bei denen garnicht.

    Und wegen Kindesmißbrauch ist auch normal, schließlich gilt in USA jeder unter 18 als Kind.

    Jedenfalls hätte er auch in DL Probleme mit der Staatsanwaltschaft bekommen, wenn der jüngste gerademal 15 war.
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#6 AUAnonym
#7 eMANcipationAnonym
  • 26.02.2010, 10:45h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • Dass die Tat falsch war, bestreitet hoffentlich niemand. Dennoch sollte man sich in diesem Zusammenhang auch über zwei grundsätzliche gesellschaftliche Probleme Gedanken machen:

    Sobald jemand anonym im Internet Nacktbilder von sich verteilt, muss er leider auch damit rechnen, dass diese mal in die falschen Hände geraten. Es sollte uns allen sehr zu denken geben, dass heute schon Frühpubertierende es für völlig selbstverständlich halten bzw. durch sozialen Druck dazu genötigt werden, ihr gesamtes Leben in so genannten "Social Communities" detailgetreu und minutiös offenzulegen. Da wird die Schreckensvision von der totalen Überwachung immer mehr Realität, von der noch nie dagewesenen sozialen Kontrolle, der die Betreffenden sich aussetzen, ganz zu schweigen. Ein überaus wichtiges Thema für unsere Community, wenn man beobachtet, wie bei Facebook & Co. in den entsprechenden jugendlichen Peer Groups mit dem Thema (Homo-) Sexualität umgegangen wird. In der Regel folgt die Sanktion jedes auch nur entfernt "abweichenden" Verhaltens auf dem Fuße, in Form von schwulenfeindlichen Beleidigungen usw....

    Außerdem ist es schon auch bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass ein Jugendlicher meint, solche Wege beschreiten zu müssen, um mit Gleichaltrigen sexuelle Erfahrungen zu machen. Wenn man bedenkt, dass die gefühlte Freiheit, sich sexuell mit dem eigenen Geschlecht auszuprobieren (laut Kinsey mindestens für die Hälfte der Menschen ein ganz selbstverständlicher Wunsch) bei jungen Männern auch hierzulande immer neue Tiefststände erreicht, ist ein solcher Fall auch ein Hinweis darauf, was uns in einer in Sachen Homosexualität von jungen Männern offenbar als immer repressiver empfundenden Gesellschaft zukünftig erwarten könnte. Jeder Sexualpsychologe weiß: Sexuelle Gewaltakte verhalten sich proportional zur Unterdrückung von sexuellen Bedürfnissen in einer Gesellschaft / einem sozialen System. Den besten Beweis dafür erleben wir seit einigen Wochen tagtäglich in den Nachrichten.
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#8 SchneeAnonym
  • 26.02.2010, 11:58h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • Wenn man Bilder von sich ins Internet stellt und die an unbekannte schickt mus man damit rechnen das die auch an die falschen geraten können, da muste ich nicht schon 15 werden um das zu wissen das es viele Spinner gibt. Also ein bischen gesunder Menschenverstand ist schon gefragt.
    Ändert nichts daran das er die opfer erpresst udn psychisch unter Druck gesetzt hat ( und dafür zurecht bestraft wird) aber das strafmaß ist einfach überzogen.

    @AU: Gesetze die einen bis 18 als Kind ansehen aber mi 16 Autofahren und noch früher mit Waffen spielen lassen sind auch mehr als fragwürdig
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#9 I.Ramos GarciaAnonym
#10 AUAnonym
  • 28.02.2010, 08:46h
  • Antwort auf #8 von Schnee
  • Das ist mir auch bewußt das diese Gesetze fragwürdig sind. Ebenso die Tatsache, mit 16 Auto fahren, zumal die meisten der US-Fahrzeuge eher Panzern gleichen, und Alkohol gibts erst mit 21. Wer vorher mit nem Bier erwischt wird wandert in den Knast.

    Ansonsten ist dort drüben ohnehin vieles eigenartig...
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