Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11827

Der 20-jährige "Harry-Potter"-Star Daniel Radcliffe dreht einen Spot für das amerikanische Trevor-Projekt, das homosexuellen Jugendlichen mit Selbstmord-Gedanken hilft.

Die amerikanische Non-Profit-Organisation bietet neben einer bundesweiten Hotline, die rund um die Uhr erreichbar ist, Unterstützung und Aufklärungsveranstaltungen für Eltern und Lehrer an. Seit einigen Jahren gehört die sorgsam überwachte Social-Networking-Site TrevorSpace zum Angebot, ein eigener Youtube-Channel zeigt Informationen über das Projekt und bietet Aufklärung.

Ein neuer Spot, der auch im Fernsehen laufen und speziell das Thema Homophobie aufgreifen soll, wird nun mit dem britischen Schauspieler Daniel Radcliffe ("Harry Potter") gedreht, der sich dafür ehrenamtlich zur Vefügung stellt. "Ich habe immer jeden gehasst, der Schwulen, Lesben oder Bisexuellen keinen Respekt zeigt", sagte dazu der 20-Jährige dem Magazin "E! Online". "Als ich aufwuchs, kannte ich eine Menge schwuler Männer, und das war nie etwas, über das ich groß nachdachte", so Radcliffe weiter. "Und dann ging ich auf die Schule und habe zum ersten Mal Homophobie erlebt. Das habe ich nie zuvor beobachtet. Ich war schockiert."

Nun sei er in der "glücklichen Position", durch seine Bekanntheit und seinen Einsatz daran etwas zu ändern. Dass er sich für das Projekt engagiere, zeige den Jugendlichen zudem, dass auch Heterosexuelle sich für sie einsetzen und sich um sie kümmern, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Radcliffe hat Gerüchte, er sei selbst schwul, in der Vergangenheit mehrfach dementiert, ohne homophob zu wirken. Im letzten Jahr wurde viel getuschelt, nachdem der mehrfache Millionär mit einer transsexuellen Sängerin aus New York gesichtet worden war (queer.de berichtete).

Youtube | Daniel Radcliffe erzählt der Nachrichtenagentur Associated Press, warum er sich für das Trevor Project einsetzt

Prominente Unterstützung

Daniel Radcliffe hatte der Organisation bereits im letzten Jahr eine große Spende zukommen lassen. Das Trevor Project hat weitere prominente Unterstützer, darunter die Schauspielerinnen Jodie Foster, Sharon Stone und Meg Ryan, die Sängerinnen Annie Lennox, Britney Spears und Avril Lavigne und die Hotel-Erbin Paris Hilton. Auch der Komiker Sacha Baron Cohen hat für die Hotline gespendet, der Drehbuchautor Dustin Lance Black ("Milk") und der Schauspieler Neil Patrick Harris wurden kürzlich in den Vorstand gewählt.

Die Organisation mit Sitz in West Hollywood war 1998 von James Lecesne, Peggy Rajski und Randy Stone gegründet worden, um zur Ausstrahlung ihres Kurzfilms "Trevor" im Fernsehen eine Hilfe-Hotline angeben zu können. In dem Zehnminüter (Trailer bei Youtube) erlebt ein Teenager ablehne Haltungen auf sein Coming-out, vor allem von seiner großen Liebe, und schluckt nach zahlreichen Selbstmord-Phantasien eine Handvoll Tabletten. Der bemerkenswert lustig geratene Streifen mit Happy End gewann unter anderem einen Teddy und einen Oscar für den besten Kurzfilm.

Homosexuelle Jugendliche besonders gefährdet

Homo-Teens ohne Unterstützung gelten im Prozess des Coming-outs als besonders selbstmordgefährdet; eine Studie aus Neuseeland hatte kürzlich sogar herausgefunden, dass 20 Prozent von schwulen, bisexuellen und lesbischen SchülerInnen im Laufe eines Jahres einen Selbstmordversuch begangen hatte (queer.de berichtete).

In Deutschland gibt es mit zahlreichen städtischen wie privaten Jugendgruppen und -zentren Anlaufstellen für schwule und lesbische Jugendliche. Das Jugendnetzwerk Lambda bietet bundesweite Unternehmungen an, Webseiten wie dbna ("Du bist nicht allein") richten sich speziell an Teenager. (nb)



16 Kommentare

#1 KameliendameEhemaliges Profil
  • 01.03.2010, 13:58h
  • Einfach klasse das er sich so engagiert!
    Es bräuchte viel mehr Menschen die so denken und handeln...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SchneeAnonym
#3 eMANcipationAnonym
  • 01.03.2010, 14:21h
  • Ganz besonders "cool" wäre es, wenn die Medienmacher endlich damit aufhörten, rund um die Uhr nur Müll zu produzieren, mit dem schon Kindern und Frühpubertierenden eine heterosexuelle Identität unterstellt und aufgeherrscht werden soll, bei gleichzeitiger völliger Ausgrenzung homosexueller Jugendlicher (oder solcher, die sich das Recht herausnehmen, sich in diesem Alter einfach noch sexuell zu entdecken und auszuprobieren!).

    Das fängt u.a. schon im öffentlich-rechtlichen "Kinderkanal" an, finanziert mit schwul-lesbischen Gebührengeldern, und geht dann bis zu Leinwandproduktionen, in denen sich der jugendliche, männliche "Held" *natürlich* in das andere Geschlecht verliebt!

    Wann schützt man eigentlich Kinder und Jugendliche ganz generell vor diesem gewalttätigen Eingriff in ihre Intimsphäre und in ihr Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FloAnonym
  • 01.03.2010, 16:18h
  • Ein ganz großes Lob, dass jemand schon in so jungen Jahren so engagiert ist!!

    Wobei es natürlich traurig ist, dass sowas übrhaupt nötig ist und die Suizidrate unter GLBT-Jugendlichen 5x so hoch ist, wie unter heterosexuellen Jugendlichen!

    Die Politik und die Kirchen, die Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle weiterhin diskriminieren und als Menschen 2. Klasse positionieren, sollten sich was schämen, dass andere deren Schäden wieder gut machen müssen.

    Ich hoffe, dass irgendwann nur noch Politiker und Parteien gewählt werden, die endlich diesen modernen Faschismus gegen uns beenden. Und jeder kann mit seiner Wahlentscheidung dazu beitragen, dass sich irgendwann Jugendliche nicht mehr das Leben nehmen, weil sie sich "falsch" verliebt haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Loud'N'ProudAnonym
  • 01.03.2010, 16:35h
  • Wirklich vorbildlich, Herr Radcliffe! Vielleicht wird ja auch Vaginallergiker Pattinson mitmachen!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 seb1983
#7 Liedel
  • 01.03.2010, 19:46h
  • @eMANcipation

    Weisste was besonders übel ist? Im eben von Dir zitierten KiKa brachten die neulich sonntags im Nachmittagsprogramm eine Reportage über ein Mädchen, das den Vatikan entdeckt. Wie nett die doch da alle sind und was der Papst so alles an Prunk und Protz besitzt.

    In Zeiten eines immer größere Kreise ziehenden Pädophilieskandals (nicht nur) in der deutschen katholischen Kirche einfach nur geschmacklos!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Liedel
  • 01.03.2010, 19:55h
  • Zu Radcliffe: Löblich, dass einer das Thema mal angeht!

    Während sich manche unserer deutschen Promis zwar um den LSVD scharen und damit wenigstens für Partikularinteressen von Verpartnerten und Verpartnerungswilligen (also die ohnehin schon Privilegierten innerhalb der Community) ein bisschen in die Kameras lächeln, tritt Radcliffe für Kids ein, die innerhalb der Bussi-Bussi- Gesellschaft vielleicht ein bisschen geheucheltes Mitleid abbekommen, aber eben keine konkrete Unterstützung.

    Möge er ein Vorbild für manchen (vielleicht noch ungeouteten?) Jungschauspieler in Deutschland sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 PlatschpitAnonym
#10 carolo
  • 01.03.2010, 20:36h
  • Feine Sache, Daniel.

    Tja, es liegt noch vieles im Argen. Gerade letztens bin ich durch eine Buchbesprechung* darauf aufmerksam geworden, daß es z.B. in Frankreich nur eine einzige Initiative gibt, die sich um junge Schule und Lesben kümmert, die wegen ihrer Homosexualität von ihren Eltern aus dem Haus gejagt werden. Von staatlicher Seite gibts rein garnix.

    Der Verein "Le Refuge" hat für sie in Paris und Montpellier ganze 30 Plätze zur Verfügung. Mehr geben die Finanzen nicht her. Die Anzahl derer, denen dringend geholfen werden müßte, liegt bei über 300 pro Jahr.

    Wer ein paar Euro beitragen will, kann das hier ganz einfach tun:

    www.le-refuge.org/

    Ganz unten auf der Seite steht bei "Faire un Don" ein Link zu Paypal. Es geht wirklich ganz einfach.

    Danke Euch.

    Carolo

    *) Das Buch heißt übrigens "Casse-toi !" (deutsch: Hau ab!) von Jean-Marie Périer, berichtet vom Schicksal einiger der Jgendlichen bei Le Refuge und ist wirklich erschütternd.
  • Antworten » | Direktlink »