Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11846

Der Schiedsrichter soll seinen angeblichen Nötiger Manfred Amerell als "Schatz" bezeichnet haben.

Von Norbert Blech

Weniger als 24 Stunden vor der Gerichtsverhandlung zum DFB-Skandal am Donnerstag in München deutet sich die Verteidigungsstrategie von Manfred Amerell an. Der 62-jährige ehemalige Schiedsrichtersprecher des Verbunds klagt auf Unterlassung; der Deutsche Fußballbund soll nicht mehr verbreiten dürfen, er habe Schiedsrichter sexuell belästigt.

Diesen Vorwurf hatten am Wochenende vier Schiedsrichter eidesstattlich versichert, drei von ihnen sind bis jetzt unbekannt. Nun scheint es, Amerell wolle sich vor allem gegen Michael Kempter wehren, der mit seiner Beschwerde über Amerell beim DFB die Angelegenheit publik gemacht hatte. Bereits vor drei Wochen veröffentliche Amerell eine private SMS von Kempter an ihn, die eher für eine gescheiterte Beziehung als für Missbrauch spricht: "Komm doch ohne Dich auch nicht klar", hatte Kempter da unter anderem geschrieben.

In ihrer Donnerstags-Ausgabe berichtet nun die "Süddeutsche Zeitung", ihr liege eine weitere SMS vor, die Kempter angeblich an Amerell geschickt haben soll. Der junge Schiedsrichter soll darin Amerell als "Schatz" ansprechen und auf gemeinsam verbrachte Zeit verweisen. Datiert ist die SMS auf den 21. Oktober 2008 - drei Tage zuvor soll die von Kempter berichtete Nötigung in einem Hotelzimmer nach dem Spiel Bremen gegen Dortmund stattgefunden haben.

Kippt der DFB-Kronzeuge?

Der "SZ"-Bericht enthält keine Nachfrage bei Kempter, ob er die SMS geschickt habe. Die zuerst bekannt gewordene SMS hatte er nicht dementiert, gleichwohl mehrfach behauptet, nicht schwul zu sein. Das könnte noch problematisch für ihn werden, sagte Amerells Anwalt Jürgen Langer gegenüber einigen Medien: "Wer immer Herrn Kempter beraten hat, er hat ihn ins offene Messer laufen lassen." Was den "Tagesspiegel" zu dem Kommentar veranlasst hat: "Man darf das als Drohung verstehen." Amerell hatte schon vor zwei Wochen angekündigt, weiteren SMS-Verkehr zu besitzen, was beim Termin vor dem Landgericht I eine Rolle spielen könnte.

Was die anderen drei Schiedsrichter betrifft, gibt sich Anwalt Langer entspannt, berichtet die "Süddeutsche". Es sei ein Unterschied, ob Menschen unabhängig voneinander von Vorfällen berichten "oder ob sie gut verbandelt sind, und Kempter, der Fifa-Referee, ein Idol für den einen oder anderen war", sagt Langer. Dem DFB droht zudem ein weiteres Problem: "Anonyme eidesstattliche Versicherungen gibt es vor Gericht nicht", hatte ein Sprecher des Landgerichts vorab gesagt.

Die "Süddeutsche" kommentiert, sollte der Kronzeuge Kempter wegbrechen, "könnte das den DFB in den angedrohten Folgeprozessen nicht nur viel Geld kosten, es würde den Ruf des Präsidenten beschädigen, vom Imageverlust für den DFB abgesehen." In der Geschichte werde es "am Ende nur Verlierer geben", betont Amerells Anwalt Langer immer wieder.

Der Verbund hat inzwischen Abstand von dem angekündigten Plan genommen, Kempter am Freitag bei dem Zweitligaspiel zwischen Düsseldorf und Greuther Fürth antreten zu lassen. "Wir lassen uns da noch ein, zwei Tage Luft. Aber es ist geplant, dass Michael Kempter am Wochenende ein Spiel pfeift", sagte Michael Fröhlich, Leiter der Abteilung Schiedsrichter beim DFB.

Nachtrag, 10.37h: DFB-Präsident Theo Zwanziger hat im "Kicker" seinen Rücktritt angedroht, sollte es zu einem Prozess kommen und der DFB ihn verlieren. Manfred Amerell wird sich am Donnerstag nicht nur vor Gericht, sondern ab 22.15 Uhr auch in der Sendung "Kerner" auf Sat 1 verteidigen.

Wöchentliche Umfrage

» Wer ist für dich am unglaubwürdigsten in der Schiedsrichter-Affäre?
    Ergebnis der Umfrage vom 08.3.2010 bis 15.3.2010


Kempter siegt gegen Amerell

Ex-DFB-Funktionär Manfred Amerell ist mit seiner Schmerzensgeldklage gegen den früheren Schiedsrichter Michael Kempter gescheitert. Kempter hatte Amerell sexuelle Belästigung vorgeworfen.
Kempter: Amerell hat mich schon mit 18 genötigt

Mit einem Gerichtstermin ging die Schiedsrichter-Schlammschlacht in die nächste Runde. Wie üblich wurden neue intime Details bekannt.
Kempters Tangas und Rüschenstrümpfe vor Gericht

Der Rosenkrieg zwischen dem ehemaligen Schiedsrichter-Funktionär Manfred Amerell und seinem einstigen Zögling Michael Kempter geht in eine neue Runde.

15 Kommentare

#1 Liedel
#2 axelschwarz
  • 03.03.2010, 22:02h
  • Wir wissen weiterhin eigentlich immer noch nichts.

    www.sueddeutsche.de/sport/735/504942/text/7/

    Wer mit dem Teufel Scheiße drischt, muss sich nicht wundern, was davon abzubekommen.

    SMS beweisen recht wenig, weil kaum ganze klare Sätze geäußert werden. Da ist vieles interpretationsfähig. Und die Beweisfühung wer das absendet beruht nur auf Indizien.

    Alle sind aber schon beschädigt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 seb1983
  • 03.03.2010, 22:06h
  • Antwort auf #1 von Liedel
  • Ich muss zugeben dass ich neue Details begierig aufsauge die so in den verschiedenen Zeitungen stehen.
    Da kommt (fast) so viel Spannung auf wie bei ner alten Denver-Clan Folge auf Timm.

    Ich erwarte noch spannende Wendungen wer da am Ende mit wem und schwul oder nicht und was weiß ich noch. Da kann die Gala momentan nicht mithalten
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Heterror-NormAnonym
  • 03.03.2010, 22:07h
  • Antwort auf #1 von Liedel
  • Es war von Anfang an einfach nur skandalös, wie der DFB bzw. einzelne Verantwortliche des DFB mit diesem Fall umgegangen sind. Alle Fakten hätten doch intern erst einmal auf den Tisch gelegt werden müssen, bevor das Ganze überhaupt an die Öffentlichkeit gebracht wird. Insbesondere ist ein respektvoller und angemessener Umgang mit homosexuellen Beziehungen NICHT erkennbar. Zugleich kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies von einigen Beteiligten auch sehr gezielt so gewollt ist.

    Wenn nur mal jede heterosexistische Bemerkung, jede Hetero-Anmache im Fußball-Zirkus, die - wie neulich auch ein guter Sportjournalist schrieb - bei Ausfahrten der Nationalmannschaft oder der Bundesligavereine von allen Anwesenden kollektiv bejubelt wird, auch mal so behandelt werden würde wie mutmaßliche homosexuelle Beziehungen (oder nur der befürchtete Blick auf den Arsch eines Mannschaftskollegen)! Was für ein Bild würden dann wohl heterosexuelle Schiedsrichter und DFB-Funktionäre und Profi-Fußballer abgeben???
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Heterror-NormAnonym
  • 03.03.2010, 22:10h
  • Antwort auf #2 von axelschwarz
  • Wir wissen genug, um klar festzustellen, dass die Selbstverleugnung schwuler Männer im Fußball solche selbstzerstörerischen Tragödien überhaupt erst möglich macht. Alle, die sich weiterhin verstecken und selbst erniedrigen und den menschenverachtenden Status quo perpetuieren, sollten gewarnt sein. Vielleicht sind sie die Nächsten?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Liedel
#7 AndiAnonym
#8 axelschwarz
  • 03.03.2010, 22:16h
  • Antwort auf #5 von Heterror-Norm
  • Wenn Du wartest, nachdenkst und Dich noch mehr informierst, dann wirst Du klüger sein als jetzt.

    Das entscheidende ist immer das Motiv - und das fehlt. Das kann man nur konstruieren oder indizieren. Wir kennen es aber nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Liedel
  • 03.03.2010, 22:39h
  • Übrigens @ Heterror-Norm (vermutlich eMancipation?) und seb1983 gleichermaßen!

    Ich lese, trotz mancher kleiner Scharmützel, die man sich hier im Forum hin und wieder so liefert, Eure Nicknames mit einer gewissen Beruhigung!

    Man muss sich nur mal die Kommentare zu anderen Artikeln hier ansehen.
    Also wenn dieses Forum hier zum Spielplatz für die Umpoler-Hardcorechristen-Fraktion wird, gewürzt mit teilweise auffällig bräunlichem Geseier: without me
  • Antworten » | Direktlink »