Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11850

Nach einer außergerichtlichen Einigung darf der Deutsche Fußball Verbund (DFB) an der Behauptung festhalten, Manfred Amerell habe junge Schiris belästigt. Ein regionaler Verbund will indessen untersuchen, ob es beim DBF einen "schwulen Geheimbund" gibt.

Von Norbert Blech

Über 100 Medienvertreter hatten sich angekündigt und neue Details in der DFB-Schlammschlacht erwartet. Doch vor dem Landgericht I in München kam es am Donnerstag nicht mehr zu der öffentlichen Verhandlung um eine einstweilige Verfügung. Der ehemalige Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell wollte dem DFB die Aussage verbieten lassen, er habe junge Schiedsrichter "bedrängt und/oder belästigt".

Doch nach einer außergerichtlichen Einigung, den die Parteien unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach einem rund zweistündigen Vorgespräch abgeschlossen hatten und die von dem Vorsitzenden Richter als Abschluss des Verfahrens vorgelesen wurde, hat Amerell die Klage zurückgezogen.

Der DFB darf demnach an den Vorwürfen gegen seinen ehemaligen Mitarbeiter festhalten. Als Teil der Vereinbarung wurde Amerell der Inhalt der eidesstattlichen Versicherungen gegen ihn bekannt gegeben, inklusive der Namen von drei bisher anonymen Schiedsrichtern. Beiden Seiten ist es jedoch bei einer Vertragsstrafe von 25.000 Euro verboten, die Namen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Weitere Prozesse möglich

Für den DFB hat der Vergleich mehrere Vorteile, so kann er die Anonymität der drei weiteren Schiedsrichter möglicherweise wahren. Und Schiedsrichter Michael Kempter, der als erster einen entsprechenden Vorwurf gemacht hatte, sowie DFB-Präsident Theo Zwanziger dürfen sich in ihrer Auffassung bestätigt fühlen. Zwanziger hatte vor dem Termin mit Rücktritt gedroht, sollte Amerell in diesem oder einem anderen Prozess Recht bekommen. Der Vergleich bezieht sich offenbar nur auf die Einstweilige Verfügung, Amerell könnte weiterhin einen Prozess etwa gegen die Beschuldiger anstrengen.

Das 63 Jahre alte ehemalige Mitglied im Schiedsrichterausschuss steht jetzt jedoch zunächst als Verlierer dar. Noch kurz vor dem Termin hatte er seine Unschuld beteuert: "Kempter hat mich für seine eigenen Motive, für seine Karriere benutzt", sagte er gegenüber dem Sender Sat 1. "Ich unterstelle Kempter, dass er in einer Dreistigkeit lügt, wie ich es in meinem Leben noch nicht gehört habe." Unklar ist derzeit, ob Amerell an seinem Vorhaben festhält, am Donnerstag ab 22.15 Uhr in der Sendung "Kerner" bei Sat 1 zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung zu nehmen.

DFB-interne Prüfung auf "schwulen Geheimbund"

Der Süddeutsche Fußballverband unter Leitung des Ulmer Oberstaatsanwalts Wolfgang Zieher will indessen in einem Arbeitskreis die These überprüfen, es gebe einen "schwulen Geheimbund deutscher Unparteiischer, einer Art Netzwerk, protegiert von hoher Stelle", berichtet die "Frankfurter Rundschau" und hat noch einen weiteren Satz zu der vermeintlichen Verschwörung: "Es gibt allerdings Leute", sagte ein Insider der Zeitung, "die das überhaupt nicht gerne sehen."

Wöchentliche Umfrage

» Wer ist für dich am unglaubwürdigsten in der Schiedsrichter-Affäre?
    Ergebnis der Umfrage vom 08.3.2010 bis 15.3.2010


#1 Sven_
  • 04.03.2010, 15:55h
  • "schwuler Geheimbund"? Also auf Kreuz.net erwarte ich so etwas, aber beim DFB?
    Naja, sind wohl dann doch die Rückfälle in alte Nazi-Denkmuster.
    Da waren auch drei Juden = ein Geheimbund oder 3 Kommunisten = eine Verschwörung
  • Antworten » | Direktlink »
#2 anonymusAnonym
  • 04.03.2010, 15:59h
  • ... und nu??? Also dürfen jetzt die einen über den anderen weiterhin sagen er habe "pfui bäh Sachen gemacht" mit anderen die behaupten ihnen habe das gar nicht gefallen ...
    und jetzt wird noch überprüft ob es einen "schwulen Geheimbund" gibt...
    oh man, ich hab gedacht Fasching wär vorbei...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FranziAnonym
  • 04.03.2010, 16:49h
  • gääääähn - passiert eigentlich nichts wirklich spannendes mehr in der schwulen Welt ?!

    Diese unendlich, abstruse Geschichte geht mir wirklich so langsam auf den "Senkel" :-(
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Heterror-NormAnonym
  • 04.03.2010, 17:16h
  • Antwort auf #3 von Franzi
  • Deine werte Befindlichkeit in allen Ehren. Wir sollten uns aber sehr dringend dafür interessieren, was diese absurde Posse, die ja Ausdruck eines verlogenen, perversen Unterdrückungssystems Fußball in Sachen Homosexualität ist, gerade bei jungen Männern auslöst, die aus diesem System ihre "Vorbilder" beziehen und sich damit stark identifizieren.

    Es ist doch sehr offensichtlich, wem diese ganze Kampagne nützt - nämlich denen, die die Stigmatisierung und Unterdrückung von schwulen Männern im Fußball weiterhin mit aller Macht aufrechterhalten wollen. Deshalb müssen wir uns dafür einsetzen, dass die vielen Tausenden von schwulen Jungs und Männern, die bereits seit geraumer Zeit in unterschiedlichsten Fußballgruppen, -vereinen und -fanclubs aktiv sind, endlich sehr viel sichtbarer werden als bisher. Damit für die breite Öffentlichkeit deutlich wird: Wir sind da und wir sind viele!

    Dies wird sowohl die Stigmatisierung und Unterdrückung mittels Diffamierungskampagnen sehr viel schwerer machen als auch die Selbstverleugnung von Profi-Fußballern, -Schiedsrichtern etc. deutlich weniger opportun. Und beides ist längst überfällig.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Liedel
  • 04.03.2010, 17:41h
  • ...und seit der Herr Amarell nun (überflüssigerweise) seine streng drein blickende, aber natürlich treu zu ihm stehende Ehefrau vor die Kameras gezogen hat, weiss die Fernsehnation: Schwule im Fussball? Das gibts doch gar nicht...

    *Achtung Klischeekiste auf*
    Dass gerade der Süddeutsche Fussballbund da einen "Geheimbund" wittert, wundert mich nicht. Schließlich haben die Evangelikalen ja schon fast jedes dritte Gemeinde im Ländle erobert, und Opus Dei treibt im Süden ja auch gleich an mehreren Stellen sein Unwesen.
    Da muss man natürlich auf solche Verschwörungstheorien kommen. Kirchliche Indoktrination halt
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LorenProfil
  • 04.03.2010, 17:48hGreifswald
  • Zu Amerell gibt es nach den Vorgängen heute wohl nicht viel zu sagen. Dass er die Klage zurückgezogen hat, spricht für sich, aber nicht gerade für ihn.
    Wenn jetzt der Süddeutsche Fußballverband sozusagen "verschwörungstheoretisch" zur Jagd auf einen "schwulen Geheimbund" bläst (der -wenn ich das richtig verstehe- konspirativ junge attraktive Schiedsrichter anlockt und sexuell belästigt oder gar nötigt), so ist das aus meiner Sicht ein Super-GAU für all diejenigen, die sich gegen die Homophobie im Fußball engagieren. Welches Bild von Schwulen da demnächst in die Öffentlichkeit tranportiert werden könnte, will ich mir lieber gar nicht ausmalen. Was da auf alle Schwulen im Fußball (der nicht nur aus Profis, sondern auch aus Amateuren und Jugendspielern besteht) an negativer Propaganda zukommen kann, ist verheerend. Jetzt ist der DFB erst recht gefordert, mit ultraklaren Worten und Taten der Homophobie Einhalt zu gebieten und seine schwulen Spieler zu schützen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Flexible ResponsAnonym
  • 04.03.2010, 18:07h
  • Antwort auf #6 von Loren
  • " Dass er die Klage zurückgezogen hat, spricht für sich, aber nicht gerade für ihn."

    Amerells Anwalt bekommt nun die Akteneinsicht in die bisher anonymen Schiri-Belastungen.

    Ein den Belastenden nun vorstellbares, leistbares Kunststück besteht in der Möglichkeit des stillen lancierens ihrer Namen.
    Geschieht es laut: 25.000.- €, schreibt man.
    Negativprämie

    Es kommt Bewegung ins Spiel.

    Alfred E. Beckenbauer:
    "Schaun' mer mal."
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Blondes GiftAnonym
  • 04.03.2010, 18:22h
  • Antwort auf #6 von Loren
  • Dank des Vergleichs zwischen Amerell und Herrn Kempter ist überhaupt gar nichts geklärt. Im Gegenteil, das Thema wird auf ewig einen schmutzigen Beigeschmack behalten, niemand brauchte sich zu outen - und die Homophoben reiben sich genüsslich die Hände. Die Gemengelage von (verklemmter) Homosexualität in der Macho-Domäne Fußball, Machtmissbrauch und schwulem Gefummel ist ja auch ein gefundenes Fressen.

    Wer kann schon sagen, dass dieser Vergleich einem Schuldeingeständnis Amerells gleichkommt? Und bedeutet der Vergleich im Gegenzug tatsächlich, dass Kempter nicht schwul ist, wie er ja steif und fest behauptet?

    Und was ist dann mit dem Jungschiedsrichter, der seinerseits Kempter vorwarf, dieser sei ihn auf einem Hotelzimmer in Düsseldorf sexuell angegangen?

    Meiner Meinung nach sind alle Beteiligten dieses Vorfalls schwul - nur keiner will es zugeben. Daher ist ihnen der Vergleich letztlich auch allen recht.

    Die Wahrheit hat verloren - und der verklemmte schwule Selbsthass hat gesiegt. Herzlichen Glückwunsch! Da kann sich Theo Zwanziger weitere wohlmeinende Kampagnen gegen Homophobie im Profi-Fußball sonstwohin stecken. Auch er selber hat auf ganzer Linie versagt.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 fußballfanAnonym
  • 04.03.2010, 18:26h
  • Es stellt sich die Frage, ob der Ulmer Oberstaatsanwalts Wolfgang Zieher nicht angezeigt werden muss wegen Volksverhetzung. Solche Verschwörungstheorien dieser Art zu verbreiten darf weder Antisemiten noch Rassisten noch homophoben "Fußballfans" erlaubt sein - dass ein Staatsanwalt dies "prüfen" will ist schon ungeheurlich: anzeigen und Pensionsansprüche entziehen!!! (Denn er hat das GG zu verteidigen.)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 axelschwarz
  • 04.03.2010, 18:42h
  • Worum geht es jetzt?

    Wenn sich Kempter im Sinne des StGB belästigt fühlt, sollte er Anzeige erstatten (oder die anderen Schiris). Wenn nicht, dann sollten alle Beteiligten einfach die Klappe halten.

    Amerell ist zurückgetreten und jetzt ist Schicht im Schacht.

    Oder war noch was?
  • Antworten » | Direktlink »