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Mehrere Mitglieder des amerikanischen Senats haben in einem Brief an die Arzneimittelbehörde FDA gefordert, sie solle das Verbot von Blutspenden für Schwule aufheben. Die 18 Senatoren (17 davon demokratisch, einer unabhängig) bezeichneten das seit 1983 bestehende Verbot als "überholt und wissenschaftlich unsolide".

In dem von US-Senator John Kerry veröffentlichten Brief heißt es, "nicht ein einziger wissenschaftlicher Beweis" unterstütze das Verbot. Gerade angesichts des "anhaltenden und dringenden Bedarfs" von Krankenhäusern an Blutkonserven müsse der medizinisch unnötige Ausschluss ganzer Spendergruppen beendet werden.

Die Wissenschaft habe sich seit 1983 weiterentwickelt, begründen die Senatoren weiter. Damals war das Verbot als Reaktion auf die Aids-Epidemie erlassen worden, als das Aids-Virus noch unerforscht war. Gespendetes Blut wird mittlerweile zweimal getestet, das Risiko einer Infektion für Blutspender sei daher "gleich null".

In den USA hatte sich (anders als in Deutschland) bereits das Rote Kreuz für eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen. Auch die Vereinigung von Blutbanken argumentieren, ein Verbot sei "medizinisch und wissenschaftlich nicht geboten".

Internationales Phänomen

Streit um Blutspenden für Schwule gibt es auf der ganzen Welt. In Schottland hat sich kürzlich ein junger Mann an die Medien gewandt, weil er selbst seiner im Sterben liegenden Mutter kein Blut spenden durfte (queer.de berichtete). In Deutschland soll es in Kürze eine Petition von Bürgern beim Deutschen Bundestag geben, um das Verbot aufzuheben.

Seit Anfang des Monats dürfen Schwule in Schweden Blut spenden, sie müssen zu diesem Zeitpunkt allerdings ein Jahr lang enthaltsam gelebt haben. In Italien und in spanischen Militärkrankenhäusern dürfen Schwule schon seit einigen Jahren spenden, ebenso in Portugal. (nb)



#1 Big SpenderAnonym
#2 legalizedAnonym
#3 DizAnonym
  • 06.03.2010, 08:44h
  • Yip, wobei die schwedische Lösung - so fortschrittlich die Nordlichter sonst auch sind - wirklich total bekloppt ist ;-)
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#4 dummfugAnonym
  • 06.03.2010, 12:03h
  • Also wenn ich das richtig im Kopf habe:
    Die Problematik ist einfach die, dass erst 3 Monate nach einer Infektion ausgeschlossen werden kann, dass das Blut nicht infektiös ist.
    Der Test wäre also negativ, trotzdem könnte das Blut jemanden infizieren.

    Allerdings alle schwulen über einen Kamm zu scheren und von vornherein auszuschließen ist bestimmt auch nicht richtig.

    Andersherum wird zum Beispiel auch ausgeschlossen, wer 1980 bis 1996 länger als 6 Monate in Großbritannien war - ein Leben lang. Und das nur, weil vermutet wird, das Creutzfeld-Jakob per Blutspende übertragen werden könnte.

    Ich habe einen Bekannten, der sich einer 12monatigen Hepatitis-Therapie unterzogen hat. Die Infektion fand bei einer Bypass-Operation statt, in einem europäischen Krankenhaus. So etwas wünscht man auch keinem Menschen. Ein Jahr lang ständig Fieber zu haben und abzumagern ist eine Tortur, die keiner mitmachen möchte; und wir sprechen hier ja noch nicht mal von HIV.

    Darum ist diese Entscheidung mit Sicherheit ein Politikum, was aber besser von vorurteilsfreien Profis auf diesem Gebiet entschieden werden sollte.
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#5 SchneeAnonym
  • 06.03.2010, 14:00h
  • Hahaha, Schwule dürfen in Schweden Blut spenden wenn sie zu dem Zeitpunkt ein Jahr lang enthaltsam gelebt haben??
    Wer lebt denn schon enthaltsam außer Pfaffen im Zölibat. Ach ne, moment mal...
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#6 stephan
  • 06.03.2010, 19:13h
  • Antwort auf #4 von dummfug
  • Das Infektionen bei Blutübertragungen immer möglich sind, ist ein fakt! Die Frage ist doch nur, wie man das Risiko einer Infektion verringern kann! Da erscheint es mir aber mittlerweile ziemlich dumm, schwule Männer von der Blutspende kategorisch auszuschließen. Meine schwulen Bekannten sind z.B. fast alle im Alter zwischen 30 und 50, viele davon in langjährigen Beziehungen; beruflich habe ich es mit vielen jungen Menschen im Alter von 16-30 zu tun - die wohl zum größten Teil heterosexuell sind - und diese leben nach dem, was man so am Rande mitbekommt, durchaus unsteter, was die Zahl der verschiedenen Sexualkontakte angeht. Auch ohne es selber durchgerechnet zu haben - dazu fehlen mir die statischen Daten - erscheint es mir blödsinnig, nur die sog. HIV-Risikogruppen von der Blutspende auszuschließen. Viel wichtiger wäre es wohl, bei jedem Spendewilligen die Lebenssituation genauer zu betrachten und nicht nach einem unhaltbaren Muster auszusortieren.

    Bisher habe ich einfach gedacht, dass es mich nicht kümmern sollte, wenn man mein Blut nicht will und wenn zu gewissen Zeiten die Blutbanken dann leer sind. Vor einiger Zeit aber erhielt ich die Mail eines Parteifreundes, der darum bat, dass sich möglichst viele seiner Bekannten für die Knochenmarksspenderdatei typisieren lassen sollten. Hintergrund war die Leukämieerkrankung seiner Tochter. So erfuhr ich dadurch, dass auch dort schwule Männer ausgeschlossen sind. In diesem Fall könnte es dann so sein, dass ein spendewilliger, schwuler Mann nicht typisiert wurde, weil einige wissenschaftliche Ignoranten es verhindert haben und sie lieber ihr altes Muster anwenden. Fatal - nicht wahr? ... Oder letal!
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#7 legalizedAnonym
  • 06.03.2010, 20:47h
  • @dummfug:
    "...Also wenn ich das richtig im Kopf habe:
    Die Problematik ist einfach die, dass erst 3 Monate nach einer Infektion ausgeschlossen werden kann, dass das Blut nicht infektiös ist.
    Der Test wäre also negativ, trotzdem könnte das Blut jemanden infizieren...."

    Jo, und wieso hat das was mit Schwulen zu tun? Was ist mit den Ehemännern, Fernfahrern, Vertretern, Bauarbeitern auf Montage, etc. die mal eben ne Nutte vom Bahnhofsstrich nehmen?

    Oder mit denen, die in Grenznähe zu Polen, Tchechien o.ä. wohnen und zum Poppen rüber fahren?
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#8 dummfugAnonym
  • 07.03.2010, 10:18h
  • Antwort auf #7 von legalized
  • legalized schreibt am 06.03.2010, 20:47:29 Uhr:

    Jo, und wieso hat das was mit Schwulen zu tun? Was ist mit den Ehemännern, Fernfahrern, Vertretern, Bauarbeitern auf Montage, etc. die mal eben ne Nutte vom Bahnhofsstrich nehmen? Oder mit denen, die in Grenznähe zu Polen, Tchechien o.ä. wohnen und zum Poppen rüber fahren?

    Genaugenommen müssten bei ALLEN die gleichen Regeln gelten: 4 Monate Ausschluss nach Sex mit Fremden. Basta.

    Genau das schreibe ich doch. Expertenmeinung eben. Gleiches Recht für alle. Auch andere dürfen 4 Monate nicht spenden, wenn Sie Sex mit einer Risikogruppe hatten.

    In Kürze:
    HIV ist nachweisbar. Nach 3 Monatiger Inkubationszeit ist der Test praktisch zuverlässig. DRK zählt zur Sicherheit noch einen Monat dazu. Sperrfrist ist 4 Monate. Sollte eben einfach für alle gelten.

    Im Übrigen gelten ziemlich komplexe Regeln für alle, die wechselnde Partner haben. Im Zweifelsfall entscheidet der Arzt. Einfach mal nachlesen.
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