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Kirchenfürsten und Fußballpräsidium haben in den aktuellen Skandalen schonungslose Aufklärung verprochen - doch das genügt nicht.

Von Jürgen Friedenberg

Was haben die Katholische Kirche und der Deutsche Fußballbund gemeinsam? Beide predigen ihren Anhängern Fairness, leisten sich aber bisweilen bitterböse Fouls. Sonst könnten Sie einem fast leid tun: die Repräsentanten der Katholischen Kirche und des DFB, die auf das Fehlverhalten verantwortungsloser Führungskräfte gegenüber Abhängigen mehr schlecht als recht reagieren.

Leid tun könnten einem die Kirchenmänner, weil sie tagtäglich mit Schreckensnachrichten über sexuelle Gewalt und grausame Prügelszenen konfrontiert werden, die das Vertrauen in ihre einst hoch angesehenen Bildungseinrichtungen abgrundtief erschüttern. Bedauern könnte man auch die hochrangigen Fußballfunktionäre, die herausfinden sollen, ob einige Top-Schiedsrichter Täter oder Opfer sexueller Belästigungen waren oder womöglich noch sind.

Doch unser Mitleid mit den Männern, die unversehens zu Ermittlern von größtenteils strafrechtlich verjährten Missetaten geworden sind, hat Grenzen. Denn nicht diese Amtsträger haben – etwa getrieben von frommem Eifer oder aus purer Menschenfreundlichkeit – die Lawine ins Rollen gebracht, die die bundesdeutsche Gesellschaft jäh aus dem Winterschlaf riss. Sondern einige einst geprügelten und geschändeten Opfer überwanden Scham und Scheu und klagten der Öffentlichkeit ihr Leid. Spät, aber vielleicht nicht zu spät, um künftigen Schaden abzuwenden.

Kirchenfürsten und Fußballpräsidium haben "schonungslose Aufklärung" und "mehr Transparenz" versprochen und die Opfer um Verzeihung gebeten. So weit, so gut. Aber das genügt nicht. Notwendig ist die kritische Überprüfung der eigenen Position. Das bedeutet für die Katholische Kirche, ihre menschenfeindlichen Tabus um das vielschichtige Phänomen Sexualität endlich aufzugeben und für die Fußballvereine, Schwule auch nicht insgeheim zu verunglimpfen.

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» Wer ist für dich am unglaubwürdigsten in der Schiedsrichter-Affäre?
    Ergebnis der Umfrage vom 08.3.2010 bis 15.3.2010


Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

42 Kommentare

#1 jochenProfil
  • 07.03.2010, 15:49hmünchen
  • "...Das bedeutet für die Katholische Kirche, ihre menschenfeindlichen Tabus um das vielschichtige Phänomen Sexualität endlich aufzugeben ..."

    Da bin ich sehr pessimistisch.
    Es könnte sein, dass die Kirche es vielleicht irgendwann mal in mildere Worte verschachtelt , aber der "Makel" oder die "Sünde" der Homosexualität werden sie nicht aufgeben KÖNNEN. - selbst wenn Strömungen in der Kirche es wollten ..

    Denn schließlich stehts in der Bibel.

    Jemand hat es vor ca. 3000 Jahren geschrieben Homosexualität ist Sünde, der BEHAUPTET hat von Gott inspiriert zu sein. Und ca. 1000 Jahre später hat jemand entschieden, dass diese Schrift mit in die Bibel hineingehört...

    ... und mit der Dominanz der abrahamitischen Religionen seit ca. 1400 Jahren , ists dann seither für die Schwulen nicht gut gelaufen.
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#2 gegen fanatikerAnonym
  • 07.03.2010, 16:41h
  • Ähm, nur mal so am Rande; was haben bitte die nun ans Tageslicht kommenden sexuellen Übergriffe Pädophiler mit Homosexuellen, insbesondere Schwulen gemeinsam?

    Sollte nicht gerade ein Forum wie queer.de dafür sorgen, durch diese Taten aufkommende homophobe Aktivitäten im Keim zu ersticken und nicht noch den homophoben den Mund zu reden, in dem mann Pädophile Straftaten innerhalb der Katholischen Kirche - und nicht nur da! - zu einem Thema für Schwule macht?

    Wieviele Schwule stehen auf kleine Jungs? 0,1; 0,2%?
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#3 schwulenaktivist
  • 07.03.2010, 16:47h
  • Ich weiss nicht, was es uns bringen soll, wenn die öffentlichen Medien, die "grausamen" und "seelentötenden" Details von längst vergangenen Taten nochmals genüsslich wiederkauen soll.

    Ändert sich das hierarchisch-undemokratische System der Kirche nicht, wird sie neues Elend hinter oder vor der Sexualität erzeugen.

    Mir fällt einfach auf, dass es nur irgendwas mit Kinder und Sexualität braucht, damit die Medien aufschreien. Kindersoldaten, Kinderarbeit, Minenopfer, sogar Kinds-Mütter, etc. - auch Resultate von politischen und familiären Hierarchien - interessieren niefraudem...

    Der Tanz ums sexuelle Kalb (nicht die Kuh!) ist offensichtlich. So kann Sexualität nie für alle von der Kindheit bis ins Altersheim eine nützliche und gesunde Angelegenheit werden. Soll sie wohl auch nie...
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#4 Liedel
  • 07.03.2010, 17:07h
  • Schonungslose Aufklärung... nun denn.

    Zur unsäglichen verbalen Vermischung Homosexualität/ Kindesmissbrauch lohnt ein Blick in die Richtlinien des Vatikan zur Aufnahme ins Priesterseminar vom November 2008.
    Die sind insofern problematisch, als – wie schon in früheren Verlautbarungen – nicht klar zwischen sexueller Gewalt gegenüber Minderjährigen und Homosexualität erwachsener Menschen unterschieden und erneut Homosexualität als sexuelle Möglichkeit der Orientierung ausgeschlossen wird.

    Zwar ist schon zu beobachten, dass Kirchenvertreter z.B. in Presseerklärungen oder Talkshows zwischen Homosexualität, Pädophilie und Ephebophilie unterscheiden.
    Am "großen Ganzen", nämlich der insgesamt menschenverachtenden Sexualmoral der RKK, wird das nix ändern. Gerade weil "Überprüfung der eigenen Position" bei der RKK meist "aussitzen" bedeutet...
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#5 IronmanAnonym
#6 gatopardo
  • 07.03.2010, 17:24h
  • Antwort auf #3 von schwulenaktivist
  • Sehr diskussionswürdiger Kommentar ! Gerade erst gestern hatte ich meine Nachbarn, einen
    spanischen Richter mit Familie zum Essen im Hause, wo wir am Tisch das Breittreten von Misshandlungen vergangener Jahrzehnte kritisierten.
    Man kam zu dem Schluss, dass wir in früheren Jahren allesamt körperlichen Züchtigungen in Haus, Schule und Heimen ausgesetzt waren, weil dies zum Erziehungsplan von Eltern und pädagogischem Personal gehörte und kaum dagegen protestiert wurde. Ausgenommen davon natürlich in jeder Hinsicht sexuelle Vergehen an Kindern. Was bringt es also, wenn wir heute eine Zucht und Ordnung anprangern oder gar Schadenersatz fordern würden, wenn Erzieher, Lehrer und Heimleiter nach vorgeschriebenen Statuten und bestem "Wissen und Gewissen" handelten, auch wenn das heute grausam erscheinen mag ?
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#7 Liedel
  • 07.03.2010, 17:26h
  • Übrigens: Eine zentrale Verantwortung für die bisher gefahrene Vertuschungsstrategie trägt der Vatikan, der im Jahr 1962 in dem streng vertraulichen Dokument „Crimine Sollicitationis“ alle Bischöfe angewiesen hatte, sexuelle Vergehen von Priestern „mit größter Geheimhaltung“ innerkirchlich zu verfolgen, und die Opfer unter der Drohung der Exkommunizierung zum Stillschweigen verpflichtete.
    Dass diese Regelungen weiterhin gültig sind, hatte Kardinal Joseph Ratzinger noch 2001 verfügt, als die Glaubenskongregation mit dem „Motu proprio Sacramentorum sanctitatis tutela“ die kirchenrechtliche Zuständigkeit für sexuelle Vergehen an sich gezogen hat.

    Vor diesem Hintergrund blamieren sich, wie sollte es anders sein, CDU/CSU, vertreten durch Ministerin Kristina Schröder, mal wieder völlig, wenn Frau Schröder fordert, man dürfe jetzt nicht allein die RKK an den Pranger stellen.
    Hat sich diese Organisation doch - anders als z.B. betroffene Sportvereine - oft jeglicher strafrechtlicher Verfolgung der Täter durch Sicherung kirchenrechtlicher Privilegien gegenüber dem Staat entziehen können!

    Auch eine Verniedlichung der Problematik durch Frau Köhler und ihren "runden Tisch" (wenn du mal nicht weiterweißt, Gründe einen Arbeitskreis) wird der Situation nicht gerecht!

    Es ist an der Zeit, die Rolle besonders der katholischen Kirche als "Staat im Staate" (Kirchensteuereinzug durch den Staat, steuerliche Finanzierung kirchlicher Einrichtungen, Dienstwagen, Bischofsgehälter, Ausnahmeregelungen im AGG etc.) zu beschneiden und sich endgültig von der gerade von CDU/CSU immer wieder beschworenen Kompetenz der Kirche in "Wertefragen" zu verabschieden!
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#8 Geissel GottesAnonym
  • 07.03.2010, 17:39h
  • Fairness statt Fouls

    Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler verlangt von der katholischen Kirche eine Abkehr von ihrer «verlogenen Sexualmoral und Körperfeindlichkeit». Das seien «Irrlehren», sagte der Ex-Jesuitenschüler der «Frankfurter Rundschau».

    Heiner Geißler zu Westerwelle: „Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannte. Insofern stimmt Westerwelles Vergleich: Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden“, sagte Geißler der „Welt“.

    Er kommentierte 2007 die Polizeigewalt beim G8-Gipfel in Heiligendamm mit den Worten:
    „Wenn mich einer anfasst, dann schlage ich zurück – und wenn es ein Polizist ist, dann schlage ich zurück. Wenn ich demonstriere, dann übe ich ein Grundrecht aus, dann lasse ich mich nicht anfassen – von niemandem.“

    Die meisten Menschen wollten arbeiten, bekämen aber keine Stelle, sagte Geißler auf einer Veranstaltung der Bundes-CDU zu seinem 80. Geburtstag. Hartz IV sei nichts anderes als „die in Paragrafen gefasste staatliche Missachtung dieser Menschen“. Geißler beklagte, dass der Mensch derzeit vor allem als Kostenfaktor betrachtet werde. „Es gibt keine soziale Marktwirtschaft mehr“.

    Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannte:

    www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682198,00.html
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#9 gatopardo
  • 07.03.2010, 17:40h
  • Antwort auf #3 von schwulenaktivist
  • Hallo dort in Basel: Bitte um "logistische" Information: Sind demnächst am Bodensee und einer von uns, der nur Spanisch spricht, muss vor uns allein zurück von Basel nach Madrid mit EasyJet fliegen, wozu er den RE-Zug von Singen nach Basel-Badischer Bahnhof nimmt. Meine Frage: Welches Transportmittel schlägst Du von diesem Bahnhof zum EuroAirport vor ? Ich kann das auch unter Google nicht finden ! Danke im Voraus !
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#10 MicheleAnonym