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Der Berliner Fußballverein erhält die "Berliner Tulpe" für sein Engagement auch gegenüber Schwulen und Lesben.

Von Norbert Blech

Der Sportverein Türkiyemspor Berlin wird heute im Roten Rathaus von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth für sein Engagement gegen Homophobie ausgezeichnet. Der Verein erhält die mit 5.000 Euro dotierte "Berliner Tulpe", eine vom Radiosender Metropol FM, dem Senat und dem BWK Bildungswerk gestiftete Auszeichnung "für den Deutsch-Türkischen Gemeinsinn", die in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben wird. Zweiter Preisträger ist eine deutsch-türkische Europaschule.

Der Fußballverein, der in Kurzform Türkiyem ("meine Türkei") genannt wird, war 1978 in Kreuzberg von Migranten gegründet worden und gilt als ein Erfolgsmodell; unter ähnlichem Namen gründeten sich später weitere Vereine in ganz Deutschland, selbst in Amsterdam, London und Städten in Australien und den USA gibt es entsprechende Clubs. Zu dem Verein, dessen erste Mannschaft zwischen Ober- und Regionalliga pendelt (es gibt weitere Jugend-Mannschaften für Jungs und Mädchen), reisten selbst Bayern München und Fenerbahçe Istanbul für Freundschaftsspiele an.

Geehrt wird Türkiyem mit der "Berliner Tulpe" für sein gesellschaftliches Engagement, speziell auch seinen Einsatz gegen Homophobie. Jörg Steinert vom LSVD Berlin-Brandenburg sagte, der Verein gehöre zu den engsten Kooperationspartnern: "Durch gemeinsame Plakatkampagnen, Podiumsdiskussionen, Kulturevents und Fußballturniere haben sich gegenseitiges Vertrauen und Freundschaften entwickelt. Der deutsch-türkische Gemeinsinn wird durch das Wirken von Türkiyemspor im wahrsten Sinne des Wortes befördert." Im letzten Jahr hatte Türkiyemspor neben den "Respect Gaymes" auch die dreisprachige Kampagne "Liebe verdient Respekt" unterstützt. Darüber hinaus gehört der Fußballverein zu den Gründungsmitgliedern des Berliner Bündnisses gegen Homophobie, das unter der Schirmherrschaft von Klaus Wowereit steht. Mit einer schwul-lesbischen Fancurve bei einigen "Türkiyemspor"-Spielen bedankten sich die Aktivisten für die Unterstützung.

Irritationen über eine Pressemitteilung

Im Vorfeld der Verleihung hatte es Irritationen über eine Pressemitteilung des Vereins gegeben, die besagt habe, die Tulpe prämiere das Konzept und die Entwicklung von Mädchenfußball. Ein Artikel des "Tagesspiegel" hatte daran Anstoß genommen und erklärt, der Verein wolle den Kampf gegen Homophobie "nicht mehr so gerne ins Rampenlicht stellen". Der Verein spricht von einem Kommunikations-Missverständnis mit seiner Pressestelle, inzwischen weist die Vereins-Homepage in einer Pressemitteilung auf die lobenden Worte des LSVD und den Kampf gegen die Homophobie hin.

Unter dem Punkt "Soziales" finden sich weitere Berichte über das schwulen- und lesbenfreundliche Engagement des Vereins. Wie nötig und mutig es ist, berichtet der "Tagesspiegel" ebenfalls: der Spieler Erkut Ergiligür, der mit nacktem Oberkörper für die "Respect Gaymes" geworben hatte, sei auf der Straße angepöbelt worden.



21 Kommentare

#1 PierreAnonym
  • 15.03.2010, 17:44h
  • Vielleicht sollte man noch sagen, dass der abgebildete Spieler Erkut Ergiligür gar nicht mehr auf dem Plakat erscheinen wollte, nachdem ihm nach der ersten Veröffentlichung Nachteile entstanden sind.
    Vielleicht sollte man sich schriftlich nochmals ganz herzlich bei Erkut Ergiligür bedanken, dass er mit gutem Willen vorangegangen ist und dann am eigenen Leibe die Vorurteile gegen Schwule hat kennenlernen müssen.
    Danke Erkut Ergiligür. Auch wenn Du selbst der Hetero in Person bist (und das bewies Deine unvoreingenommenes Engagement für Schwule), so sei Dir für alles gedankt. Und Kopf hoch. Sei ein wenig stolz auf Deine Leistung und leide nicht so unter den Anfeindungen.
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#2 geronimoAnonym
  • 15.03.2010, 18:24h
  • Wer sich die Hompage des Vereins ansieht wird feststellen, das es in der türkischen Sprachfassung
    KEINERLEI Hinweis auf dieses Engagement oder den Preis gibt.

    Sicherlich aus "Rücksicht" auf türkisch/islamische Gefühle.
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#3 hwAnonym
  • 15.03.2010, 18:31h
  • Diese Meldung lebt von ihrer Verbreitung im Netz und den Bezugnahmen darauf vor Ort. Kurz von der Aufnahme des Balls. Wer solche Bälle nicht zugespielt bekommt, kann sie auch nicht weiterspielen. Medungsereignisse zu schaffen ist ein möglicher sinnvoller Beitrag von vielen.

    Nun ist hier ein Beitrag, ich werde ihn nutzen.
    Bezug nehmen werde ich auch auf die MOPO
    und nicht auf die TAZ. Als Praktiker.
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#4 LorenProfil
  • 15.03.2010, 19:35hGreifswald
  • Dem Verein Türkiyemspor Berlin und dem Spieler Erkut Ergiligür möchte ich auf diesem Weg danken für ihr Engagement gegen Homophobie. Ein Vorbild, dem andere Vereine und Spieler nacheifern sollten. Danke!
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#5 BesetzungscouchAnonym
  • 15.03.2010, 19:46h
  • Der Spieler ist echt eine Augenweide! Gut, daß der Verein aus Berlin diese Auszeichnung bekommen hat und zum Abbau von Homophobie im Fußball beiträgt.
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#6 ErkanAnonym
#7 tobiAnonym
  • 15.03.2010, 23:32h
  • Antwort auf #2 von geronimo
  • @geronimo
    Und aus Rücksicht auf die anglo-amerikanischen "Gefühle" steht es auch nicht in der englischen Version oder was??? Bevor man so nen Bullshit schreibt, sollte man sich auch hier in Fairplay üben: Die türkische und englische Sprachfassung ist zwar im Menü angelegt, aber zum großen Teil noch nicht übersetzt - es fehlen daher neben der Rubrik "Soziales" auch die Rubriken "Abteilungen", "Erfolge", etc. - aber wahrscheinlich finden Schlechtmenschen und politische Idioten auch hier wieder irgendeine hirnrissige islamophobe Verschwörungstheorie ...
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#8 eMANcipationAnonym
  • 15.03.2010, 23:59h
  • Antwort auf #3 von hw
  • Interessanter praktischer Hinweis!

    Ich denke auch, dass wir nicht nur bei der hoffentlich erstarkenden Basisbewegung schwuler Fußballer (die angesichts der jüngsten Ereignisse rund um den DFB umso wichtiger geworden ist), sondern ganz allgemein viel mehr als bisher auf genau solche gemeinsamen Aktionen mit anderen diskriminierten gesellschaftlichen Gruppen setzen sollten.

    Und dabei geht es - das dürfen wir nie vergessen - ja auch um Menschen innerhalb der schwul-lesbischen Community, die gleichzeitig wegen ihrer Herkunft/Abstammung, ihrer körperlichen oder geistigen Behinderung, ihres Alters benachteiligt oder beispielsweise als Jugendliche ohne Bildungs-/Lebensperspektive oder als Arbeitslose und/oder Hartz-IV-Empfänger ausgegrenzt und mitunter wie der letzte Dreck behandelt werden!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 NachtigallAnonym
  • 16.03.2010, 08:09h
  • Antwort auf #8 von eMANcipation
  • "Und dabei geht es - das dürfen wir nie vergessen - ja auch um Menschen innerhalb der schwul-lesbischen Community, die gleichzeitig wegen ihrer Herkunft/Abstammung, ihrer körperlichen oder geistigen Behinderung, ihres Alters benachteiligt oder beispielsweise als Jugendliche ohne Bildungs-/Lebenspers pektive oder als Arbeitslose und/oder Hartz-IV-Empfänger ausgegrenzt und mitunter wie der letzte Dreck behandelt werden! "

    Echt? Krass!
    Breaking News bei eMANzipation!!!
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#10 eMANcipationAnonym