Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11917

Ein 22-Jähriger, der sich in Uni-Räumen für XTube gefilmt hatte, darf in Hawaii weiter studieren - auf Bewährung.

Von Carsten Weidemann

Tim hat kein Problem damit, nackt zu sein. In seinem Blog, das wir hier nicht verlinken dürfen, zeigt sich der 22-jährige Amerikaner gerne in seinen neuesten Speedos, gelegentlich auch ohne. In Videos auf seinem XTube-Account (nein, wieder kein Link) zeigt er in langen, nicht langweiligen 18 Minuten, wie sein Schwanz zunehmend in der engen Lycra-Hose Kontur gewinnt, um ihn dann herauszuholen und abzuspritzen.

Soweit ist das nichts ungewöhnliches auf Profilseiten wie dudesnude.com oder Video-Seiten mit einem X, und selbst Heteros sollen sich schon stolz und erigiert in Unterwäsche gezeigt haben, live und stöhnend auf Cam4.com. Und Tim gefällts: "Nackte oder halbnackte Fotos von mir zu machen, ist sowohl anregend als auch künstlerisch. Mir macht es Spaß, abgelichtet zu werden und ich mag den Gedanken, dass jemand über sie wixxt."

Doch Tim hat ein Problem: eine Studentenzeitung brachte eine empörte Geschichte über ihn - und die Uni-Leitung setzte ihn auf "Bewährung": stellt er nochmal etwas an, fliegt er von der Hochschule.

"Security!"

Grund der Aufregung: in einer Bilderserie zeigt "SpeedoStudent1", wie er im virtuellen Leben heißt, seinen Körper in Räumen der Uni. Und im gleichzeitig gedrehten Video spritzt er zum Abschluss auf einen Uni-Tisch. Das blieb nicht unbemerkt, und bald wusste es der ganze Campus, nachdem die Uni-Zeitung "Ka Leo O Hawaii" über ihn schrieb. In der Kategorie "Kriminalität".

Wie schlimm dieser Artikel war, zeigt sich an den Textpassagen, die die Zeitung in der nächsten Ausgabe wiederrief: Weder "gefährde" er Studenten, noch sei er "sexuell abweichend" und zeige auch keine Anzeichen einer Psychose, musste die Zeitung zugeben. Die Warnung, sich dem Studenten nicht zu nähern und stattdessen die Uni-Security zu rufen, wurde ebenfalls zurückgenommen (anders als der Rat, Tische vor Benutzung abzuwischen).

Kampf für Homo-Rechte?

Die Uni-Leitung hatte ihn darauf kurzzeitig suspendiert und nun auf Bewährung gesetzt. In einem Interview mit Pornosternchen Brent Corrigan, quasi von Exhibitionist zu Exhibitionist, sagte der Student aus North Dakota, der für zwei Semester in Hawaii studiert und auf Maui lebt, er habe kurz nach seinem Coming-out auch entdeckt, dass er sich gerne zeigt. Und Speedos liebt: "Fast nackt zu sein ist meist sexier als komplett nackt, und Speedos sind für diesen Zweck perfekt. Zudem erinnern sie mich an Schwimmer, die heißesten Typen, die es gibt."

Er möge besonders Schwimmsachen, die den Schwanz betonen, etwa von aussiebum oder Dolfin Racer. Er hat bereits 13 Speedos, und der nächste Kauf kommt bestimmt: "Wir haben hier einen Shop in Honolulu, der einem maßgeschneiderte Badehosen herstellt." Tim kann sich vorstellen, auch mal in einem profesionellen Porno mitzuspielen - er ist übrigens hauptsächlich Bottom, verrät er im Blog von Brent Corrigan.

Für den Student von europäischer und militärischer Geschichte ist sein Blog mittlerweile Kampfplatz. Nachdem auch schwule Medien über seine Abenteuer berichteten und die Kommentare nicht immer positiv ausfielen, schrieb er in seinem eigenen Blog: "Das Blog und seine visuellen Inhalte sind meine Art, um über den Stellenwert von Pornographie innerhalb der Gay Community und der gesamten Gesellschaft zu sprechen, in dem ich sie mehr persönlich relevant mache."

Dass er bei anderen Schwulen auf Opposition, Ablehnung gestoßen sei, habe ihn schockiert. Deren Haltung sei "schmerzhaft und enttäuschend" und schade dem Kampf für Homo-Rechte. Tim hat seine Bilder und Videos nicht gelöscht, man wird mehr von ihm sehen. Und auf XTube gibt es Nachahmer aus der ganzen Welt.

Galerie:
"Speedo-Student" Tim
17 Bilder


10 Kommentare

#1 XDAAnonym
  • 19.03.2010, 20:31h
  • Ich hätte ihn auch ne Abmahnung gegeben. Auf Tische in der Uni spritzen gehört sich nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Heterror-NormAnonym
  • 19.03.2010, 20:41h
  • - "eine Studentenzeitung brachte eine empörte Geschichte über ihn -"

    - Dass er bei anderen Schwulen auf Opposition, Ablehnung gestoßen sei, habe ihn schockiert. Deren Haltung sei "schmerzhaft und enttäuschend"

    Die sexuelle Emanzipation des Mannes ist offenbar schwer zu verkraften - auch und vor allem für diejenigen, die ihre nicht vorhandene schwule Identität durch eine bloße Hetero-Imitation zu ersetzen suchen und dementsprechend die Heteros in Sachen Verklemmtheit und als verlogene Sittenwächter noch überbieten wollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Dr.P.EnisAnonym
  • 19.03.2010, 21:22h
  • Antwort auf #2 von Heterror-Norm
  • Egal ob in einer Hawaiier Uni oder einem Passauer Familienbad, man macht sowas nicht in der Öffentlichkeit! Hätte er diese Filme in seinen eigenen vier Wänden gedreht wäre das jetzt nicht so ein Skandal. Wir sind ja nicht bei den Affen im Jungle wo man immer und überall Rudelbumsen kann.
    Selber Schuld, mehr ist nicht zu sagen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MarekAnonym
  • 19.03.2010, 22:13h
  • Antwort auf #3 von Dr.P.Enis
  • Aber ich halte jede Wette:
    wenn es darum gegangen wäre, dass ein Heterostudent seine Freundin in einem Uniraum rangenommen hätte, wäre vielleicht von der Uni dieselbe Reaktion gekommen, aber die Kommilitonen hätten ganz anders reagiert und ihn als tollen Hengst angesehen und das ganz toll und spannend gefunden.

    Bei uns in der Uni habe ich auch mal mitbekommen, wie ein anderer Student von seiner Freundin ganz hinten im Hörsaal einen geblasen bekommen hat und gegen das Pult gespritzt hat. Und ich wette, genug Leute finden das weniger schlimm, als wenn es um einen Schwulen geht.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Liedel
  • 19.03.2010, 22:43h
  • "Bei uns in der Uni habe ich auch mal mitbekommen, wie ein anderer Student von seiner Freundin ganz hinten im Hörsaal einen geblasen bekommen hat und gegen das Pult gespritzt hat."

    Ich glaub ich war auf der falschen Uni

    Aber im Ernst Marek, sowas machen die Heten doch nicht.
    Du wolltest sicher sagen:
    "Bei uns in der Uni habe ich auch mal mitbekommen, wie ein Student eine Affäre mit einer Frau hatte. Das vertraue ich jetzt aber nur euch hier im Forum an: die beiden sollen sich angeblich auch näher gekommen sein, und das bitte auf keinen Fall weiter erzählen: es war angeblich hier an der Uni".

    So sagt man das auf Hetero
  • Antworten » | Direktlink »
#6 schwulenaktivist
  • 20.03.2010, 00:25h
  • Es gibt die ausgefallensten Arten und Orte, sich sexuell zu präsentieren, oder seine Sexualität nass zu "hinterlassen".
    Das Problem ist einfach, dass man andere Leute nicht ungewollt mit seiner Geilheit konfrontieren sollte.
    Ich finde nichts schädliches daran für andere, allerdings gibt es problematische Verknüpfungen zwischen sexueller Stimulation und sexueller Inszenierung, ähnlich wie bei Gewalt und Sexualität, bei der "es" dann nur noch auf Kosten Anderer geil ist. Sexualität kann sich mit allem Möglichen spontan verbinden. Wenn dann jeder nur noch mit seinem Spezialobjekt oder seiner Spezialinszenierung abspritzen kann, wie viele heute nur noch mit Poppers oder gar "Atemkontrolle" orgasmen können, dann ist es wohl zu spät, eine Eskalation zu bremsen...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 SeXXX-O-MaticAnonym
  • 20.03.2010, 12:51h
  • Hätte nicht gedacht, daß die auf Hawaii so spießig sind! Was ist denn schon dabei, sich in Uniräumen beim Wichsen filmen zu lassen und noch allein? Da wird mit der Verurteilung wieder einmal maßlos übertrieben!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 LukasAnonym
#9 hurtzAnonym
#10 Benedictus