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Im Gespräch mit dem Regisseur Bruce LaBruce sprach der Modemacher auch über seinen Escort-Verbrauch und den Unnutz der Homo-Bewegung.

Von Norbert Blech

Der Designer Karl Lagerfeld hat in einem Interview mit dem britischen Lifestyle-Magazin "Vice" einige sehr private - und umstrittene - Ansichten losgelassen. So sagte er dem kanadischen Film-Regisseur Bruce LaBruce, er sei gegen die Homo-Ehe, weil sie zu spießig sei.

"In den 60ern sagten alle, dass wir das Recht haben, anders zu sein. Und jetzt wollen alle plötzlich das bürgerliche Leben", so der Modezar, der auch an schwulen Eltern zweifelt: "Für mich ist das schwer vorzustellen - einer der Väter bei der Arbeit und der andere zu Hause mit dem Baby. Wie wäre das für das Baby? Ich weiß es nicht."

Dabei sei er schon früh über Homosexualität aufgeklärt worden: "Als ich ein Kind war, habe ich meine Mutter gefragt, was Homosexualität ist. Und sie sagte, und das war vor 100 Jahren in Deutschland und sie war sehr liberal: 'Das ist wie wie Haarefärben. Es ist nichts. Manche Menschen sind blond, andere haben dunkles Haar. Es ist kein Thema.' Das war wirklich eine sehr gesunde Einstellung", meint der Modezar.

High-Class-Escorts für Reiche

"Manche Leute machen ein Drama draus", so der 76-Jährige in dem Interview weiterhin zum Thema Homosexualität. "Ich verstehe das nicht mal. Es ist kein Problem. Es existiert nicht. Es ist kein Thema. Für mich war es das nie." Daher habe er auch nichts mit der Schwulenbewegung zu tun: "Ich hatte ein überbeschütztes Leben. Was soll ich bekämpfen?" Ihm und seinen Freunden sei nie etwas passiert, aus ähnlichen Gründen sei er auch nie zu einer Wahl gegangen.

Als Kind sei er sehr erfolgreich bei Pädosexuellen gewesen, habe sich aber nie berühren lassen, vertraut Lagerfeld dem Regisseur an. Er habe nie Sex mit Älteren gehabt und bevorzuge generell "High-Class-Escorts": "Ich schlafe nicht gern mit Leuten, die ich wirklich liebe, weil die sexuelle Anziehung nicht von Dauer ist, Zuneigung aber ein Leben lang anhalten kann." So wie die Reichen leben, sei ein solches Leben möglich. Die Anderen bräuchten Pornos.



76 Kommentare

#1 MarekAnonym
  • 19.03.2010, 22:05h
  • "Ich hatte ein überbeschütztes Leben. Was soll ich bekämpfen?"

    Schön für ihn! Aber bei anderen ist das nicht so.

    Wenn ihm das egal ist, ist das sein Recht, aber nur weil er alt und reich ist, wird diese Einzelmeinung noch lange nicht maßgeblich.

    Der hatte ja immer schon teils sehr komische Vorstellungen und war immer schon ein komischer Kauz. Auch das ist sein gutes Recht, aber wie gesagt, dürfen andere das auch anders sehen.

    Im Übrigen hat Gleichstellung ja nichts mit Bürgerlichkeit zu tun. Es gibt doch wohl nichts UN-bürgerlicheres als die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Wer sie nicht will oder nicht braucht, muss sie ja nicht eingehen. Aber andere wollen es und alleine schon, dass man es nicht kann, selbst wenn man es will, ist diskriminierend.
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 19.03.2010, 22:05h
  • Nun gut,

    ein alter Herr, von der Gesellschaft deformiert, für die er die Maskerade liefert. Klug genug allerdings, rechtzeitig vom klerikalen Adenauer-Mief ins Land der Marseillaise geflüchtet zu sein...

    Da braucht es dann auch kein politisches Bewußtsein. Hauptsache, man schwimmt hübsch an der Oberfläche...

    Bis es einen doch nach Unten reisst...
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#3 diorAnonym
#4 Liedel
  • 19.03.2010, 22:37h
  • "Ich hatte ein überbeschütztes Leben. Was soll ich bekämpfen?"

    Naja, sicher ist nicht jede/r von uns "überbeschützt" (das sind bekanntlich nur Einzel- und Lehrerkinder)...bloß höre ich diese Einstellung leider öfters von denjenigen unter uns, die meinen, mit Inkrafttreten des LPartG sei doch alles gut und man müsse nicht mehr kämpfen"... bzw. nur noch für klitzekleine rechtliche Details (z.B. Beamtenrecht), die nicht mehr richtungsweisend für die wirkliche Gleichberechtigung von LGBT in Deutschland sind.

    Ansonsten fand ich den Herrn schon immer voll unsympathisch. Immer dieses wilde, unverständliche Gebrabbel um irgendeinen unbedeutenden Brei.
    Und BrucelaBruce? Von seinem "Otto or up with dead people" war ich auf der Berlinale 2008 echt enttäuscht. Die Zeiten von "Hustler White" sind lange vorbei.
    Da dachte ich: endlich mal ein schwuler Zombie, was hatte ich mich auf das Gemetzel gefreut...und was kommt dabei raus? Ein lahmer Streifen, und am Ende stehen die Hauptdarsteller auf nem Müllberg und faseln irgendwas von Heteronorm

    Fazit des Interviews: Unbedeutend trifft selbstherrlich und versponnen. Soll er seinen High-Class-Escorts wenigstens schön was vererben bevor er in die Gruft fährt
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#5 Blondes GiftAnonym
  • 19.03.2010, 22:47h
  • Antwort auf #1 von Marek
  • @ Marek:

    Du hast vollkommen recht.

    Wieso soll ich "spießig" sein, nur weil ich mit meinem Mann für die gleichen Rechte kämpfe?

    Schwule, die in einer ELP leben, sind deswegen noch lange nicht "bürgerlich". Ich kann als verpartnerter Schwuler genauso zum Cruisingparkplatz fahren oder mich auf der Toilette vom Karstadt durchbumsen lassen, wie ein nicht verpartnerter Schwuler keinen Sex ohne Liebe haben möchte oder asexuell lebt.

    Immer dieses alberne Schwarz-Weiß-Denken ...

    Und überhaupt: Was kümmert mich das Geschwätz einer senilen Fashion-Trulla, die vor lauter Geld nicht mehr laufen kann?

    Soll er seine Zunge täglich in den Anus eines anderen Lustknaben stecken ... chacun à son gout. Aber dann sollte er bitteschön auch über Dinge wie die Schwulenbewegung oder Partnerschaft gepflegt die Klappe halten.

    Davon hat er nämlich null Ahnung. Und wenn er ehrlich mit sich selbst wäre, müsste er einsehen, dass er auch schon vor dreißig Jahren nichts Geistreicheres von sich gegeben hat.

    Das "enfant terrible" ist in die Jahre gekommen. Gönnen wir ihm von Herzen seinen (geistigen) Ruhestand.
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#6 davitAnonym
  • 19.03.2010, 22:52h
  • Für den arroganten alten Esel sind Schwulenrechte so interessant wie für Frauen die Abschaffung der Wehrpflicht.
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#7 jochenProfil
  • 19.03.2010, 23:06hmünchen
  • Lagerfeld hat ja völlig recht , wenn er sagt, dass um Homosexualtät viel zu viel Theater gemacht wird.
    Der Vergleich mit der unterschiedlichen Haarfarbe beim Menschen im Zusammenhang mit Homosexualtät passt da schon ganz gut .

    Geschichtlcih gesehen aber - , haben die Religionen Judentum, Christentum und Islam mit dem Theater angefangen ,indem sie die Homosexuellen als des Teufels hingestellt haben.
    Denn vor Einführung des Christentums als Staatsreligion , ca. 400 n. Chr. - also bei der jahrtausendalten römisch-griechischen Weltreligion - blieben wir meist unversehrt.

    *****

    Witzig finde ich, dass Lagerfeld aus Angst der nachlassenden gegenseitigen sexuellen Attraktivität erst gar nicht mit jemanden den er liebt ins Bett steigt.

    Ob das aber alles allerdings immer so stimmt, was er erzählt?.....
    ..Na - egal , jedenfalls ist er meistens recht unterhaltsam .... und langweilt seine Zeitgenossen doch eigentlich nie.
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#8 gatopardo
  • 19.03.2010, 23:29h
  • Antwort auf #2 von goddamn. liberal
  • Sicher meint er die Ehe an sich , die er als spiessig einstuft, wobei er ja nicht unrecht hätte.
    Klug genug auch, kein sozialpolitisches Bewusstsein zu reklamieren, denn immerhin ist er als Schwuler nie diskriminiert worden, was glaubwürdig erscheint. Was soll man noch dazu sagen, wenn er auch sonst sein ureigenes Leben so gelebt hat, wie er es sich vorgestellt hat ?
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#9 goddamn. liberalAnonym
  • 19.03.2010, 23:37h
  • Antwort auf #8 von gatopardo
  • Ach,

    spießig währt am längsten...

    Und vom Spießer zum Jakobiner ist er Weg ja gar nicht so weit...

    Ansonsten galt für seine Generation: die Villa oder das Guthaus bieten einen besseren Schutz vor der Polente als das möblierte Zimmer...

    Aber: Wem sag ich das?
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#10 taxithiotis
  • 19.03.2010, 23:54h
  • Oh Karlchen, an Deiner Stelle würde ich mal ein wenig nachdenken, bevor ich solche Dinge vom Stapel ließe...

    Irgendwie hatte der Ehemann von Claudia Schiffer doch recht als er meinte, dass Lagerfeld ein armer alter Mann ist... Und vermutlich wird er irgendwann sehr alleine sein und froh sein, dass es Pornos gibt!
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