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  • 18. Juni 2004, noch kein Kommentar

Eine texanische Familienrichterin entschied, dass eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle im Lone-Star-State nie eine Frau werden könne. "Die Chromosomen legen das Geschlecht fest", entschied Richterin Lisa Ann Millard.

Der Fall begann im Hochzeitsparadies Las Vegas: Dort haben sich Linda Gail Carter und Constance Gonzalez 1998 das Ja-Wort gegeben. Carter hatte erst kurz zuvor ihre Geschlechtsumwandlung von Mann zu Frau begonnen und sich vier Monate zuvor im Einwohnermeldeamt als "Frau" angemeldet. Beim Pfarrer verschwiegen sie das allerdings: In der Hauptstadt der schnellen Ehen ließ man sie in einer Drive-thru-Kirche gewähren.

Inzwischen haben sich die beiden einstigen Turteltäubchen aus Houston (Texas) auseinander gelebt - Gonzalez wollte sich deshalb von der 60-jährigen Carter scheiden lassen, die inzwischen in ihrer Umwandlung zur Frau weit fortgeschritten ist. Sie wollte jedoch keine Scheidung, sondern eine Annulierung der Ehe. Denn weil sowohl Nevada als auch Texas die Homo-Ehe verbieten, sei ihre Verbindung nie gültig gewesen. Grund für diese Taktik: Eine Teilung beider Vermögen bei einer Scheidung würde sie schlechter stellen als vor der Hochzeit. Bei einer Annulierung würden die alten Vermögensverhältnisse wiederhergestellt werden und sie würde die volle Kontrolle über ein gemeinsam gekauftes Bestattungsunternehmen bekommen.

Richterin Millard erkannte das Anliegen der Transsexuellen nicht an: "Das Gericht sieht die Verbindung nicht als gleichgeschlechtliche Ehe an und bewilligt die Scheidung." Gonzalez war nach dem Urteil begeistert: "Ich bin froh, dass alles vorbei ist", so die frisch Geschiedene, "gefühlsmäßig ist die Verhandlung meiner ganzen Familie sehr an die Substanz gegangen." Carter war sich jedoch sicher: "Es ist noch nicht vorbei", schnaubte sie nach der Verhandlung.

Ihr Anwalt Jerry Simoneaux kündigte auch sogleich an, er werde Berufung einlegen: "Wir haben hier eine Person, die dem Gesetz nach eine Frau ist, aber wegen ihrer Chromosomen entscheidet die Richterin, sie sei ein Mann", so Simoneaux, "das Geschlecht einer Person ist viel mehr als dessen Chromosomen. Bleibt die Entscheidung bestehen, gibt es Probleme mit Menschen, die mehrdeutige Chromosomen haben. Wir werden das Berufungsgericht anrufen, denn diese Entscheidung steht auf sehr dünnem Eis." (dk)

18. Juni 2004, 14:12 Uhr