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Der Carlsen Verlag titelt sein neues Buch der "besten Pokersprüche" mit einem homophoben Spruch - und der Deutsche Mau-Mau-Verband steht Kopf.

Von Carsten Weidemann

Der kürzeste Buchtitel ist immer der beste, lautet eine alte Verlegerweisheit. Und wer doch einen langen Buchtitel wählt, sollte die größte Sorgfalt walten lassen.

Das ist bei einem Band aus dem Carlsen Verlag offenbar nicht geschehen: "Mau Mau ist was für Tunten - die besten Pokersprüche" erregt nun jedenfalls das Missfallen, nein, nicht des LSVD, sondern des "Deutschen Mau Mau Verbands". Verbandsspielleiter Rudolf Pollinger sah sich angesichts des homophoben Buchtitels zu folgender Stellungnahme veranlasst: "Ich als Privatperson, aber auch in meiner Eigenschaft als Deutscher Mau Mau Meister, stelle hiermit fest, dass ich seit nunmehr 26 Jahren mit meiner Frau verheiratet bin und drei gemeinsame Kinder habe!"

"Hoffen wir mal, dass dieses Outing Herrn Pollinger nicht unnötig in Gefahr bringt", kommentiert WAZ-Redakteur Jens Dirksen launig: "Bisher hatte die Öffentlichkeit ja keinen blassen Schimmer von Deutschen Meisterschaften im Mau Mau - nicht, dass es ihnen jetzt so ergeht wie manchem Pokerturnier, das ja schon mal gerne überfallen zu werden pflegt."

Die queer.de-Redaktion indes erinnert sich an eine Teamklausur in Finnland vor einigen Jahren, bei der recht viel Mau-Mau gespielt wurde: Zunächst wurde nur ordentlich gezickt, wenn jemand nach einer Sieben zwei Karten ziehen oder bei einer Acht aussetzen musste. Doch nach schrittweiser Einführung von Sonderregeln wie "Doppeltablegen bei einem As" wurden tatsächlich die weiblichsten, sprich divenhaftigsten Seiten der Herren Redaktionskollegen mehr und mehr offen gelegt. Und nach einem "Richtungswechsel bei Legen einer Neun" flogen gar die Spielkarten wie ein Konfettiregen durch die Luft...



14 Kommentare

#1 K. LauerAnonym
#2 Heterror-NormAnonym
  • 23.03.2010, 14:13h
  • Nun, dass der Abgrenzungszwang der sich selbst zunehmend als obsolet entlarvenden heterosexuellen "Mehrheit" immer groteskere Formen annimmt und dass diese zur Verteidigung ihrer kulturellen Hegemonie dabei immer wilder um sich schlägt und endlich wieder ganz offen gegen "Schwuchteln" pöbeln will, verwundert den aufmerksamen Beobachter nicht.

    Solche Versuchsballons zur Vergewisserung über die Frage, wie weit man schon wieder gehen kann, dürften wir in nächster Zeit immer häufiger erleben. Ich bin gespannt, ob die "Community" endlich andere Antworten findet, als sich die Realität schönzureden. Wir diskutieren hier ja regelmäßig über Handlungserfordernisse in unterschiedlichen Bereichen, wobei überdeutlich wird, dass ein "Weiter so" in die Sackgasse führt.
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#3 seb1983
  • 23.03.2010, 14:20h
  • Der "Deutsche Mau Mau Verbands"

    Da bekommt man doch ein ganz wärmendes Gefühl im deutschen Vereinsherzen
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#4 Yes, we GähnAnonym
#5 seb1983
  • 23.03.2010, 19:07h
  • Antwort auf #2 von Heterror-Norm
  • als obsolut entlarvte Mehrheit
    groteske Formen
    kulturelle Hegemonie
    Da schlackert der Germanist mit der Zunge.

    Deine um sich schlagende Mehrheit ist schon ein interessanter Zeitgenosse, die muss ich mal auf ein Bier einladen wenn sie dann gut drauf ist...
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#6 dancing queenAnonym
  • 23.03.2010, 20:41h
  • "Ich als Privatperson, aber auch in meiner Eigenschaft als Deutscher Mau Mau Meister, stelle hiermit fest, dass ich seit nunmehr 26 Jahren mit meiner Frau verheiratet bin und drei gemeinsame Kinder habe!"

    Also generell habe ich ja nichts gegen Heterosexuelle, doch diese detaillierten Beschreibungen ihres Lifestyles gehen mir nun doch ein wenig zu weit...

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#7 Liedel
  • 23.03.2010, 20:55h
  • Jenau!

    Ich hab hier neulich ne alte Eintrittskarte von der Loveparade 1995 gefunden, da hatte sich kurzfristig ein Verein gegründet, um ne Party veranstalten zu können. Die hießen
    "Verein zur Steigerung der Lebensfreude durch Tanz, Extase und andere Lustbarkeiten".

    Ich finde, man sollte den neu gründen, schon um diesen MauMau- Verein zu ärgern. Außerdem sollte diese Meisterschaft, ähm ja natürlich nicht überfallen, aber doch "friedlich übernommen" werden. Im Tunten- Outfit mit Wasserpistole natürlich. Von mir aus natürlich auch Leder, Army, Sportswear und was mir natürlich am liebsten wäre: ganz naggisch!

    Weil wenn die von den Verein denn noch mitmachen jibts nen Skandal und denn sind se ooch wech vom Fenster
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#8 SchneelawineAnonym
#9 BenAnonym
  • 23.03.2010, 23:06h
  • "queer.de-Redaktion [...] Teamklausur [...] die weiblichsten Seiten [...] Konfettiregen durch die Luft..."

    Genau so stelle ich mir eine Teamklausur von queer.de auch vor.
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#10 KonstantinEhemaliges Profil
  • 24.03.2010, 06:57h
  • "...stelle hiermit fest, dass ich seit nunmehr 26 Jahren mit meiner Frau verheiratet bin und drei gemeinsame Kinder habe!"

    Gacker! Der Hetenrechtfertigungsstandartspruch!
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