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In einem offenen Brief warnen Leiter der KZ-Gedenkstätten und schwule Aktivisten vor einer "Verfälschung der Geschichte", wenn im Berliner Homo-Mahnmal künftig statt eines schwulen ein lesbischer Kuss gezeigt wird.

Das an Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gerichtete Schreiben kritisiert ausdrücklich die Ausschreibung für einen neuen Film für das Mahnmal der im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen. Demzufolge soll im Denkmal künftig Interpretationen "einer gleichgeschlechtlichen Kussszene" gezeigt werden – es könnte also auch ein Kuss zwischen zwei Frauen gezeigt werden.

Dies erfülle die Unterzeichner "mit großer Sorge". Immerhin sei die jetzt gezeigte Kussszene zweier Männer "ein integraler Bestandteil des Entwurfs der Künstler Michael Elmgreen und Ingar Dragset". Viel schwerer wiege jedoch, dass eine lesbische Szene die Geschichte verfälschen könnte: "Eine derartige Neuinterpretation würde … zu einer Verzerrung und Verfälschung der Geschichte wie des Andenkens an die Verfolgten führen, die wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen ist", erklärten die Autoren. Denn es sei historisch nicht zu belegen, "dass lesbische Frauen im Nationalsozialismus individueller Verfolgung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgesetzt gewesen seien".

Lange schwelender Streit zwischen Schwulen und Lesben

Der Streit um den Kuss ist bereits vor der Fertigstellung des Mahnmals entbrannt. Insbesondere die Frauenzeitschrift "Emma" kritisierte die angebliche Ausgrenzung von Lesben (queer.de berichtete). Die Künstler bezeichneten den Angriff von Alice Schwarzers Zeitschrift daraufhin als "populistische Attacke" (queer.de berichtete). Als Kompromiss einigten sich die Parteien dann auf ein alle zwei Jahre wechselndes Video – bei dem die Lesben in gleichen Teilen zum Zuge kommen würden.

Tatsächlich gibt es seit Jahren einen ideologischen Streit zwischen Schwulenaktivisten und Frauenrechtlerinnen um die Verfolgung von Homosexuellen in der NS-Zeit: Die Männer verweisen auf den seit 1935 verschärften Paragrafen 175, nach dem schon ein lüsterner Blick zur Strafverfolgung führte – die in Kastration oder im Konzentrationslager enden konnte. Der Paragraf richtete sich nur gegen Männer. Lesbische Aktivistinnen erklären aber, dass die Verfolgung von Lesben als "Asoziale" auch ohne ein ausdrückliches Gesetz stattgefunden habe.

Der offene Brief wurde unter anderem von den Leitern der Gedenkstätten in Dachau, Buchenwald, Ravensbrück und Bergen-Belsen unterschrieben – ebenso wie von den Homo-Aktivisten Alexander Zinn (LSVD), Rudolf Hampel (Mann-O-Meter) sowie dem Soziologen Michael Bochow. Insgesamt unterzeichneten 19 Männer und zwei Frauen das Schreiben. (dk)



Berlin: Kranzniederlegung für homosexuelle Nazi-Opfer

Der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein.

37 Kommentare

#1 seb1983
  • 23.03.2010, 14:17h
  • Dann möchte ich hiermit die neue Runde eröffnen, Gewinner und Preise gibts am Ende zwar nicht, aber dafür ist jeder Schuss und Schlag ein Treffer.
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#2 MarstophProfil
  • 23.03.2010, 14:28hBerlin
  • Einfache Antwort: Ja.

    Jetzt wäre es schon noch nett, wenn man den offenen Brief und die Argumentation auch nochmal lesen könnte.
    Wo finden wir den?
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#3 GesellschaftAnonym
  • 23.03.2010, 14:51h
  • Erhellt dieses Mahnmal die Geschichte ?

    Eine einfache Antwort: Nein !

    Hält dieses Mahnmal Geschichten am Laufen ?

    Ja !
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#4 schwulenaktivist
  • 23.03.2010, 15:17h
  • Als Schweizer sehe ich schon lange mit Sorge, dass die Verfolgungsdarstellung von Frauen in die selben Formen gezwängt werden soll, wie diejenige der Männer. Beide Geschlechter sind zwar gleichwertig, aber sollen verschieden bleiben. Sowohl in ihren historischen, wie auch sozialen Zusammenhängen.
    Es rächt sich heute, dass Schwule und Lesben nie zusammen diskutiert haben Das hat ebenfalls historische Gründe. In den USA war das ganz anders.
    Wenn Frauen unter anderen Bedingungen und Paragrafen bestraft wurden, soll das auch so ausgedrückt und gewürdigt werden.
    Die Verfolgung wird keiner anzweifeln, aber die Verhaltensformen und die "Aufdeckung" waren und sind bis heute anders als bei Männern.
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#5 DiskutantenstadlAnonym
  • 23.03.2010, 17:24h
  • Natürlich verfälscht ein lesbischer Kuss NICHT die Geschichte! Woher auch? Die ganze Diskussion ist total überflüssig!
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#6 TimmometerProfil
  • 23.03.2010, 18:07hNordeifel
  • Antwort auf #4 von schwulenaktivist
  • Zitat "schwulenaktivist":
    Als Schweizer sehe ich schon lange mit Sorge, dass die Verfolgungsdarstellung von Frauen in die selben Formen gezwängt werden soll, wie diejenige der Männer. Beide Geschlechter sind zwar gleichwertig, aber sollen verschieden bleiben. Sowohl in ihren historischen, wie auch sozialen Zusammenhängen.

    -----------------
    Ein Mahnmal kann die Geschichte nicht verändern; ist in meinen Augen bestenfalls dazu da, Menschen vor Fehlern in der Zukunft zu bewahren.

    Und da ich weder Lesben noch uns Schwule wegen ihrer/unserer Homosexualität verfolgt sehen möchte, habe ich gegen "küssende Lesben" auch nichts einzuwenden.
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#7 HannibalEhemaliges Profil
#8 HannibalEhemaliges Profil
  • 23.03.2010, 18:30h
  • p.s. Lesben haben sich schon von jeher hinter dem Deckmantel der Women's Lib und des Feminismus versteckt. Zum Vorankommen der Homo-Bewegung haben Lesben noch null komma null beigetragen. Daher ist eine Würdigung der Lesben in diesem Mahnmal völlig unanbegracht und eine Herabwürdigung der schwulen Opfer.
    Und da kann die Emma so laut schreien wie sie will! Es sind einfach Tatsachen!
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#9 ralfAnonym
  • 23.03.2010, 18:43h
  • In einem Denkmal für politisch verfolgte Schwule hat die Darstellung zweier Frauen nicht zu suchen.
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#10 KonstantinEhemaliges Profil
  • 23.03.2010, 19:12h
  • wurden lesben kastriert oder für forschungen missbraucht? nein, wurden sie nicht! hat einer von euch schon mal frauen am baukran im irak hängen sehen? wurden auf frauentoiletten überwachungsspiegel aufgehängt?

    NEIN!
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