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  • 18. Juni 2004, noch kein Kommentar

Berlin Das Schwule Museum in Berlin ehrt zum zwanzigsten Todestag den Philosophen Michel Foucault mit einer Austellung. Vom 16. Juni bis 18. Oktober zeigt das Museum am Kreuzberger Mehringdamm mehrere Collagen, die sich mit dem Werk des Franzosen beschäftigten - und mit seiner Sexualität. Eine Führung jeden Mittwoch ab 19 Uhr rundet die Ausstellung ab. Eine Installation aus Foucault-Zitaten empfängt den Besucher, verleitet ihn zum genauen Hinsehen, zum Lesen. Die Texte werden als grafisches Mittel eingesetzt, um das Gedankengebäude Foucaults anschaulich zu machen. Alle Wände des ersten Raums sind mit Texten tapeziert, wobei Passagen zur Sexualität überwiegen. Vor, auf und über diesen Texten lagert sich eine weitere Schicht der Foucault-Rezeption ab. Einschätzungen, Liebeserklärungen, aber auch gehässige Bemerkungen und Portraits von Zeitgenossen zieren die Stirnseite des Raumes. Flankiert werden sie von Nietzsche, Marx und Freud, deren Werke ganz unterschiedliche Spuren im Denken Foucaults hinterlassen haben.

Maurice Henrys berühmte Karikatur "Das Treffen der Strukturalisten", groß auf eine Stellwand appliziert, gibt Gelegenheit sich mit dem Strukturalismus und Foucault zu beschäftigen. Eine erkennungsdienstliche Vorrichtung aus dem 19. Jahrhundert, bestehend aus Stuhl, Kamera und Maßstab illustriert mit der vergrößerten Anfangsseite aus "Überwachen und Strafen" Foucaults bekanntestes Werk. Vor einer Wand mit Graffitis der Studentenbewegung aus dem Jahr 1968 ragen zwei Säulen mit Collagen. Auf der einen Foucault, auf der anderen sein Widersacher Jean-Paul Sartre, davor ein Pult mit Texten, die ihre Beziehung nachzeichnen. Gerahmt wird diese Konfrontation einerseits von der künstlerischen Arbeit Rinaldo Hopfs, der Foucault großformatig auf die Buchseiten von "Die Sorge um sich" aquarelliert hat, und andererseits von politischen Aktionen, die als Text- und Bildzitate eine ganze Wand einnehmen. (pm)