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So sieht ein Coming-out-Drama im Jahr 2010 aus: rau, brutal und schonungslos. Der britische Film "Shank" jetzt auf DVD.

Von Carsten Weidemann

Als der britische Streifen "Beautiful Thing" im Jahr 1996 in die Kinos kam, avancierte er schnell zu einer der beliebtesten Coming-out-Dramen überhaupt. Das gilt bis heute. Zwei Vorstadtjungs mit schwierigem Elternhaus bekennen sich zu ihrer Liebe. In "Shank", der an diesem Wochenende in britischen Kinos startet und hierzulande direkt auf DVD erscheint, geht es ebenfalls um die Liebe zweier junger Männer, die auf eine brutale Probe gestellt wird: Das Coming-out dieser britischen Jungs zerstört beinahe deren Leben.

Die Story: Cal ist 19 und verliebt, wie man es nur mit 19 sein kann. Das Subjekt seiner Begierde ist Jonno, der machohafte Anführer einer aggressiven Gang. Jonno spielt zwar ein wenig mit der erotischen Spannung, die zwischen ihnen entsteht, weigert sich allerdings, diese Gefühle allzu nah an sich heranzulassen. Stattdessen tarnt er sich mit der Beziehung zu der ebenso aggressiven Nessa. Seine sexuelle Befriedigung sucht Cal durch anonyme Begegnungen via Internet. Um nahe bei Jonno zu sein, macht Cal alles mit, was die Gang will -- Kiffen, Prügeln, Graffitisprayen.

Youtube | Trailer zum Film

Eines Tages fällt der französische Austauschschüler Olivier in die Hände der Bande. Zum Entsetzen seiner "Freunde" setzt sich Cal für den Jungen ein, den die anderen tuntig, er aber irgendwie sympathisch findet. Die beiden werden ein heimliches Paar. Doch Jonnos Freundin Nessa erkennt, dass dadurch ihr Einfluss auf die Gang in Gefahr ist. Angestachelt von Hass und Eifersucht beschließt sie, Cal und Olivier brutal zu bestrafen…

Ungekünstelt, aufrecht, stark: "Shank" wagt einen schonungslosen Blick in Welt der gewaltbereiten Jugendszene und zeigt, dass übermännliches Gehabe oft nur ein Mittel ist, tiefe Gefühle füreinander zu verbergen.

Shank, Großbritannien 2008, Produzent Christian Martin, Regie Simon Pearce, Buch Christian Martin, Darren Flaxstone. Mitwirkende: Wayne Virgo, Tom Pott, Alice Payne, Marc Laurent, Bernie Hodges, Garry Summers. Laufzeit 88 min., Farbe, Fassung: Originalversion (englisch) mit deutschen und englischen Untertiteln, FSK 18.

Galerie:
Shank - Drama GB 2008
14 Bilder


10 Kommentare

#1 Angry Gay ManAnonym
  • 26.03.2010, 14:42h
  • Schon wieder ein OmU! Solange es den Film nicht in der deutschen synchronisierten Fassung gibt, werde ich ihn mir weder kaufen noch ansehen!
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#2 AmalionProfil
  • 26.03.2010, 14:51hAachen
  • Gott sei Dank ein Film im englischen Original und keine furchtbare Übersetzung auf Deutsch.
    Der Film wir um ein vielfaches besser sein, wenn man auch sprachlich richtig in die Story eintauchen kann.
    Ich freue mich drauf und werde ihn mir sicher zulegen. Und dann kann ich auch ganz nebenbei mal wieder mein britisches Englisch aufbessern, muss ich doch feststellen, dass die Amis ganz schön auf mich abgefärbt haben.
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#3 andiAnonym
#4 sChneeAnonym
  • 26.03.2010, 15:25h
  • Antwort auf #3 von andi
  • Ganz schön arrogant! Und nachdenken solltest du vorm posten!
    Coming out Filme sind auch schon wichtig für jüngere Jugendliche die sich in der Coming in Phase befinden und die können noch nicht so gut englisch

    Außerdem sollten Coming out Filme auch im Fernsehen zur normalen Sendezeit gezeigt werden um Vorurteile abzubauen und nicht nur auf DVD oder alle paar Jahre mal wochentags nachts im TV
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#5 maxAnonym
  • 26.03.2010, 17:06h
  • Nu aber ma langsam ... SHANK ist ein ganz passabler engl. Indie-Film, der allerdings diese Elogen und Bezeichnungen wie "Neuerfindung des Coming-out-Kinos" nicht verdient.

    Die unsicheren Schauspieler (mit Ausnahmen), die wackelige Kamera, die unnötigen Brutalo-Szenen (die aus dem Kontext heraus keinen Sinn machen, sondern nur die Plakativität unterstreichen), die aufgeblasene Dramaturgie, der zusammengeschusterte Handlunsgverlauf und die beklemmende Vergewaltigungsszene als Schluß (wir haben's begriffen, lieber Regisseur!) machen diesen Film alles andere als "kompromisslos".

    Nur weil dieser Film mal in einem anderen Milieu spielt (ja, ja, auch unter Punks tummeln sich Schwule, und nicht zu wenige!) muss man ihn nicht gleich als neue Offenbarung ansehen. Im Vergleich zu anderen schwulen Indie-Filmen ist SHANK Mittelmaß.
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#6 Angry Gay ManAnonym
  • 27.03.2010, 09:26h
  • Antwort auf #3 von andi
  • Tolles Argument! Ich habe zwar sechs Jahre in der Schule Englisch gehabt. Wenn aber in Deutschland ein Film auf DVD oder Bluray erscheint, wenn er aus dem Ausland ist, sollte er trotzdem in Deutsch synchronisiert sein. Ich will nämlich nicht immer die Untertitel lesen und von der Handlung nichts mitbekommen!
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#7 eMANcipationAnonym
  • 28.03.2010, 22:35h
  • Der Film sollte auch unbedingt auf ARD oder ZDF laufen, zur besten Primetime. Damit den FDP Kapitalisten endlich mal ein Licht aufgeht.

    Unbedingt gucken!
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#8 eMANcipation*Anonym
#9 eMANcipation*Anonym
#10 GeistAnonym
  • 23.04.2013, 02:34h
  • Irgendwie kann ich deine Meinung nicht teilen...

    Die Gewaltdarstellung gehört zum Konzept des Films. Oder wie will man ein gewalttätiges Milieu darstellen ohne Gewalt?
    Auch die Vergewaltigungsszene am Ende gehört da dazu, wo sie doch mehr als alles andere im Film die innere Zerissenheit des Jonno zeigt, der letztlich nur durchdreht, weil er selbst Cal liebt. Etwas, dass er sich als Produkt seines Umfeldes nie hat eingestehen können, womit er aber in Form der Eifersucht konfrontiert wurde, die ihn seit dem verräterischen Video nicht mehr los lässt. Eine Eifersucht, die vielleicht gar mehrschichtig ist, wenn man soviel hinein interpretieren will, denn zum einen wäre da die Eifersucht auf die anderen Männer, dass Cal ihn quasi betrogen hat, wo doch er, Jonno, in ihn verliebt war (und er selbiges durchaus von Cal gespürt hat), dazu gesellt sich vielleicht die Eifersucht darauf, dass Cal seine Neigung ausleben konnte, wenn auch heimlich, etwas, zu dem Jonno wohl nicht den Mut hatte, und letztlich die Eifersucht auf Olivier, da es bei ihm nicht nur um Sex ging, wie Jonno klar sein musste, sondern tatsächlich Gefühle vorhanden waren. Womit er Cal für sich veloren hat.
    Die innere Zerissenheit und die unterdrückten Gefühle führen bei ihm nur zu noch mehr Gewaltbereitschaft, die in der Vergewaltigung mit geplanter Tötung gipfelte.

    Soweit finde ich das durchaus stimmig.

    Meiner Ansicht nach ist die Story in anderen Bereichen viel holpriger. Aber es ist ein 20000-Pfund-Film (und in dem Budget war dann ja wohl auch das demolierte Auto schon enthalten), dass eine Story holprig werden kann, wenn man mit wenig auskommen muss, kann ich verkraften.

    Ja, die Schauspieler waren teils nicht sonderlich gut. Ich denke aber auch hier, wären mehr Geld und Zeit dagewesen, wäre auch das Ergebnis bezogen auf die Leistung der Schauspieler vielleicht besser ausgefallen. Wobei du recht hast, es gibt Ausnahmen. Cal ist einigermaßen okay gespielt. Der Lehrer auch. Jonno dagegen finde ich wirklich sehr gut dargestellt, und das nicht nur wegen des Aussehens des Darstellers :D

    Der Film ist nicht kompromisslos? Hm, ich verstehe viele deiner Kritikpunkte dagegen als Forderung nach mehr Kompromissen. Was wäre denn kompromisslos?
    Irréversible? Ja, den finde ich kompromislos. Die Vergewaltigungsszene dort ist aber nochmal drastischer und beklemmender. Der ganze Film ist beklemmender. Also fiele der auch wieder raus.. Hatte zudem ein anständiges Budget und Schauspieler von Weltrang

    Eine Offenbarung finde ich den Film auch nicht. Aber in Anbetracht des Budgets, dem Alter der beteiligten Menschen und der Tatsache, dass hier größtenteils Laien arbeiteten, finde ich den Film dennoch gut.
    Es wäre lediglich aus meiner Sicht wünschenswert gewesen, hätten die Verantwortlichen mehr Geld zur Verfügung gehabt. Dann wäre der Film insgesamt runder geworden. Und ja, vielleicht auch der eine oder andere Charakter anders besetzt worden.
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