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Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders wird einen biografischen US-Film über seine Anti-Islam-Kampagne nicht unterstützen, weil deren Produzenten gegen Schwule Stimmung machen.

Der 46-jährige Politiker, dessen Partei der Freiheit (PVV) bei den Parlamentswahlen im Juni laut Umfragen stärkste Kraft werden könnte, hat ursprünglich zugesagt, bei der Premiere des Films am 1. Mai in den USA dabei zu sein. Der Film "Islam Rising: Geert Wilders’ Warning" wurde von der US-Gruppe Christian Action Network (CAN) koproduziert.

Wegen der Beteiligung der Fundamentalchristen an dem Projekt sagte Wilders seine Teilnahme nun ab. Grund: CAN hatte Schwule und Lesben als "pervers" bezeichnet, die ihre "sexuelle Wahl" Schulkindern aufzwingen und das Christentum vernichten wollten. Laut Gründer Martin Mawyer versuchten Schwule ("Krankheitsträger") gemeinsam mit "familienfeindlichen lesbischen Feministinnen" und "UN-Globalisierern" die Vereinigten Staaten von der Landkarte verschwinden zu lassen.

Der Zeitung "De Telegraaf" sagte Wilders, dass er den Film nicht unterstützen werde, weil er nicht den Eindruck vermitteln will, mit Mawyer einer Meinung in der Homo-Frage zu sein. Daraufhin sagte CAN die Premierenvorführung ab.

Wilders erklärte: "Ich stimme mit dieser Position nicht überein. Aber die können natürlich einen Film über mich machen." Er selbst ist Anhänger der Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule.

In den Niederlanden und weltweit ist Wilders wegen seiner scharfen Islam-Kritik umstritten, die Kritikern zufolge das friedliche Zusammenleben der Kulturen beeinträchtige. So forderte er 2007 ein Verbot des Korans, weil das Buch dazu aufrufe, "Juden, Christen, Andersgläubige und Nichtgläubige zu unterdrücken, zu verfolgen oder zu ermorden". Wegen seiner Ansichten erhielt er im vergangenen Jahr ein Einreiseverbot nach Großbritannien, was vom schwulen Aktivisten Peter Tatchell scharf kritisiert wurde (queer.de berichtete).

In seinem antiislamischen Kurzfilm "Fitna" aus dem Jahr 2007 beklagt Wilders unter anderem die staatlich organisierte oder geduldete Gewalt gegen Schwule in mehrheitlich muslimischen Ländern. Vor der Veröffentlichung des Films warnte die niederländische Regierung vor einem Terroranschlag durch Islamisten (queer.de berichtete). Wilders selbst erhält regelmäßig Morddrohungen und steht daher 24 Stunden am Tag unter Personenschutz. (dk)



191 Kommentare

#1 Popp-U-ListAnonym
  • 26.03.2010, 16:50h
  • Ein Rechtspopulist, der gegen Homophobie kämpft und verurteilt - das wäre hier in Deutschland völlig undenkbar!
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#2 HandoAnonym
  • 26.03.2010, 18:33h
  • Geert Wilders hat sich von Anfang an schützend vor die Schwulen und Lesben gestellt, die die erste Zielscheibe des homophoben Islams bilden.
    Wilders ist kein Rechtspopulist, sondern ein seriöser Politiker, der jegliche Mitarbeit mit rechtslastigen Gruppierungen zurück weist. Der bisherige niederländische Ministerpräsident Balkenende hat erklärt, nach der anstehenden Wahl auch offen für eine Koalition mit der Partei von Wilders zu sein. Früher war Amsterdam das Mekka der Schwulen aus der ganzen Welt und wurde für seine Freiheit gepriesen. Heute muss man mit dem Taxi vor gewisse Schwulenlokale fahren, um nicht von marrokanischen Jugendbanden zusammen geschlagen zu werden.
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#3 Linu86Profil
#4 gatopardo
  • 26.03.2010, 18:41h
  • Können wir uns kaum einen homofreundlichen Rechtspopulisten vorstellen, so gehen in den Niederlanden die Uhren wohl anders. Naja, Islam-Kritik in dieser Form gehört zwar nicht zu unserem Weltbild, aber von keiner Religion haben wir Sympathien zu erwarten. Vielleicht müssen wir mal abwarten, was uns dieser gänzlich ungewöhnliche, aber hoffentlich konfessionslose Geert Wilders zu sagen hat ?
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#5 tulpenfeldAnonym
  • 26.03.2010, 19:02h
  • Antwort auf #4 von gatopardo
  • contradicere1.files.wordpress.com/2009/08/wildershitler.jpg

    "Heute Almere und Den Haag, und morgen die ganzen Niederlande!". Im Siegesrausch klingt der Rechtspopulist Geert Wilders ein bisschen wie Adolf Hitler, wenn er wissen lässt, dass alles nach Plan läuft. Seine Partei für die Freiheit (PVV) ist, obwohl sie nur in zwei Städten antrat, klarer Sieger der Kommunalwahlen. So grässlich sich Wilders' Triumphgeheul auch anhören mag, es ist kein Zeichen von Größenwahn: Wenn nichts dazwischenkommt, wird die PVV bei der Parlamentsneuwahl im Juni zur stärksten oder zweitstärksten Fraktion."

    www.sueddeutsche.de/politik/877/505083/text/

    Der rassistische Rechtspopulist Wilders, " klingt im Siegesrausch
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#6 Dr.P.EnisAnonym
  • 26.03.2010, 19:42h
  • Antwort auf #3 von Linu86
  • Ich find Wilders auch gut, endlich mal einer der Tacheles redet. Wenn es in Migrantenvierteln zu wahren Hetzjagden auf Schwulen kommt und die etablierten Parteien das schön reden, denn läuft da ordentlich was falsch.
    Wilders steht für Realpolitik und Menschenrechte für alle (!!!) da können sich die anderen mal eine Scheibe abschneiden
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#7 stromboliProfil
  • 26.03.2010, 19:54hberlin
  • Antwort auf #4 von gatopardo
  • was sollen wir uns unser selbstbildnis zurechtbiegen wollen, haben wir in der vergangenheit doch den typisch deutsch-nationalen schwulen gehabt, was weit über die anfänge der nazibewegungung geht! Ob das im italienischen faschisus oder hier durch röhm; die affinität der/des schwulen fürs mann/männlichen gleichschritt ist legion.
    Gleichzeitig ist unsere minderheit ebenso bereit gewesen auf andere minderheiten runter zu blicken bis hin zur hetze!
    Warum auch sollte ein "unpolitisch" sich wähnender schwuler,ein gespür für paralelen aufbringen, wenn in ihm eben die, im rechtspopulismus postulierte gefahr vor dem fremden, mit den eigenen ängsten korrespondiert? Das schließt weiteres nachdenken und analyse aus! Bequemlichkeit trifft auf ideenlosigkeit!

    Und wenn wilders entdeckt, mit ideen zu paktieren die , wenn die von ihm erwünschte "säuberung" stattgefunden hat, ihm keinen raum zum leben mehr bieten wird.. dann stutzt auch der national gefärbte saubermann!
    Das hat weilands auch der herr kühnen an sich und seiner person erfahren müßen. In der nachkriegs-aufbauphase der neonazis war kühnen mit der prägende kopf! Als schwuler mehr als eine tragische person; entsprechend die unüberbrückbaren widersprüche.

    Wenigstens das sollten unsere miniaturepigonen hier in ihrem drang nach selbstdarstellung und religioinsbesserwisserei sich hinter die ohren schreiben: so pervertieren kann man den begriff des liberalismus nicht , ohne sich der zugehörigkeit zu rechtradikalem gedankengut verdächtig zu machen... Aber mit worten/sprüchen kann man ja hausieren gehen!
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#8 HistorikerAnonym
  • 26.03.2010, 20:12h
  • Wie tragisch falsch müssen Schwule liegen, wenn sie sich von solchen Nazi-Neuauflagen auch nur einen Moment lang blenden lassen?

    Wer gegen die eine gesellschaftliche Minderheit hetzt, um politisches Kapital daraus zu schlagen, wird nicht einen Moment lang zögern, es auch mit anderen Gruppen zu tun, wenn es gerade opportun oder notwendig zur Machtabsicherung erscheint.

    Nur die dümmsten Kälber...
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#9 eMANcipationAnonym
  • 26.03.2010, 20:57h
  • Antwort auf #4 von gatopardo
  • Lieber @madridEU,

    was macht religiöse Extremisten überhaupt erst stark?

    Ist es nicht ein völlig verfehlte, gezielt ausgrenzende Politik, die jungen Menschen mit bestimmtem ethnischen/religiösen Hintergrund keinerlei gleichberechtigte Bildungs- und Lebensperspektive bietet?

    Sind es nicht Politiker, die die Gesellschaft ganz gezielt spalten, aus reinem Machtkalkül und zur Verschleierung asozialer Politik die eine Gruppe gegen die andere ausspielen wollen und dazu natürlich - wie so oft in der Geschichte - alle möglichen xenophoben Ressentiments bedienen?

    Genau so ein Politiker ist auch Herr Wilders, der beständig gegen Jugendliche islamischen Glaubens hetzt und sie zum Sündenbock einer verfehlten neokonservativ-neoliberalen Politik machen will. Spätestens da sollten bei uns auf Grund unserer historischen Erfahrungen die Alarmglocken läuten!

    Religiöse Extremisten und damit auch Homo-Hasser bekämpfen wir ganz sicher nicht dadurch, dass wir diejenigen gewähren lassen, die selbige mit ihrem Rassismus und ihrer aggressiven Hetze gerade gegen unsere Mitmenschen und Freunde islamischer Religionszugehörigkeit überhaupt erst stark machen.
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#10 Eva BrunneAnonym