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  • 18. Juni 2004, noch kein Kommentar

Die "Wa(h)re Liebe"-Moderatorin zeigt in dem Theaterstück "Der Graue Engel", dass sie nicht nur etwas von Dildos und Swingerclubs versteht.

Von Jan Gebauer

Wer bei "Wah(re) Liebe" wegzappt, wird bei diesem Theaterstück sehr positiv überrascht sein: Lilo Wanders, Moderatorin der Erotik-Sendung "Wa(h)re Liebe", spielt die alternde Marlene Dietrich! Das Stück "Der Graue Engel" von Moritz Rinke (Autor des Jahres 2001), geschrieben 1995 in Anlehnung an den Dietrich-Film "Der Blaue Engel", ist das Lebensresümee eines Stars, der immer die Extreme gesucht hat. Ein intelligentes Stück im Wechsel zwischen Tragik und Komik, zwischen Theater und Realität. Es gibt der Grimme-Preisträgerin Lilo Wanders Gelegenheit zu beweisen, dass in ihr mehr steckt als "nur" die Moderatorin einer Erotiksendung.

Mit Ausstrahlung, Wahrhaftigkeit und großer Spielkunst seziert Lilo Wanders das Innenleben des gealterten Weltstars Marlene Dietrich. Ab 1979 lebte die Diva zurückgezogen und von der Außenwelt abgeschottet, in ihrer Pariser Wohnung. Im Stück gehen Rinke und seine Protagonisten der Frage nach, wie wohl das isolierte Leben der Dietrich in dieser Zeit ausgesehen haben mag. Der verblassende Ruhm, der unaufhaltsame körperliche Verfall und die selbst gewählte Einsamkeit der Heldin, verlangen Lilo Wanders alles an darstellerischem Können ab. Mal tief traurig, mal kolossal komisch, schwankend zwischen Ironie und Absurdität, zwischen Selbstgefälligkeit und Bosheit gibt sie "die Göttliche" auf der Bühne.

Das Stück, das seit 2002 aufgeführt wird, ist so erfolgreich, dass man nun im Rahmen des renommierten Sommerblut-Festivals für zwei Termine ins Theaterhaus Köln kommt. Am 2. und 3. Juli um 20 Uhr wird Lilo Wanders sicher die Zuschauer genauso verzaubern, wie die taz Bremen: "Wanders läuft im Theater zu größerer Form auf: Das sprachvirtuose Erstlingsstück des jungen Dramatikers Moritz Rinke ist ihr wie auf den Leib geschrieben. Tief traurig und mit hoher Komik spricht und spielt die Wanders den beklemmend witzigen Monolog."

Fotos: Alexander Paul Englert