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Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) wehrt sich gegen den Vorwurf, während seiner Regierungszeit die Abschaffung des Paragrafen 175 verhindert zu haben.

Der 91-Jährige, der zwischen 1976 und 1982 Chef einer sozial-liberalen Koalition war, reagierte per Leserbrief auf einen "Welt"-Artikel von Rainer Haubrich. Darin wird ihm vorgeworfen, nichts für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben getan zu haben, obwohl das von Teilen seiner Partei und insbesondere dem Koalitionspartner FDP gefordert worden war. "Wahr ist vielmehr, dass ich mich nie mit der Sache befasst und deshalb mich auch zu keinem Zeitpunkt gegen die Streichung gestellt habe", erklärte Schmidt. Auch die oft zitierte Aussage, er sei "Kanzler der Deutschen, nicht Kanzler der Schwulen" sei "frei erfunden".

Drohte Schmidt wegen Homos mit Koalitionsbruch?

Schon zu seiner Regierungszeit wurde Schmidt vorgeworfen, sich stur gegen den Abbau der Homo-Diskriminierung ausgesprochen zu haben. So schrieb etwa der "Spiegel" in einer Ausgabe aus dem Jahr 1980: "Für die größte Verstimmung sorgte Schmidt, als er den Wunsch der Liberalen, den Paragraphen 175 abzuschaffen, als Kuriosität behandelte. Genscher zeigte sich betroffen, wie wenig Verständnis der Kanzler für Probleme von Minderheiten aufbringe." Schmidt soll dabei laut "Spiegel" auch seinen liberalen Innenminister Gerhart Baum unwirsch angefahren haben und sogar mit Koalitionsbruch über die Homo-Frage gedroht haben: "Jetzt reicht's, Herr Baum. Da müssen Sie sich einen anderen Koalitionspartner suchen." Besonders unter den Aktivisten der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gilt Schmidt wegen dieser angeblichen Aussagen als Feindbild.

Der Paragraf 175 hatte zu Schmidts Zeit ein höheres Schutzalter für Schwule vorgesehen. Demnach galt bei lesbischen und heterosexuellen Kontakten eine Altersgrenze von 14 Jahren, bei Schwulen aber eine von 18 Jahren. Das Gesetz wurde erst im Jahre 1994 im Rahmen der Rechtsangleichung der beiden deutschen Staaten aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. (dk)



48 Kommentare

#1 hammerAnonym
#2 alexander
  • 12.04.2010, 16:49h
  • da müssen sich ausgerechnet die hirntoten der lsu aufregen, die damals noch quark im schaufenster waren !
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#3 NachweltAnonym
  • 12.04.2010, 16:49h
  • Gut das er sich zu diesem Thema meldet und Stellung bezieht.

    Es ist nämlich wichtig, dass er frei erfundene Aussagen öffentlich bestreitet, damit diese für die Nachwelt nicht falsch in Erinnerung bleiben.

    Jetzt kann ihn also keiner mehr als homophob bezeichnen.

    Aber gross für LGBT Rechte eingesetz hat er sich nicht, das bleibt wohl weiterhin wahr.
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#4 LorenProfil
  • 12.04.2010, 17:55hGreifswald
  • Schmidt hat in seiner Zeit als Bundeskanzler nichts für die LGBTI getan und emanzipatorische Ansätze des damaligen Koalitionspartners abgewehrt. Für die strukturkonservative SPD und ihre Mitglieder bzw. Wähler war Gleichstellungspolitik schlicht kein Thema. Daher haben sich damals viele Lesben und Schwule bei den sich bildenden Grünen engagiert, die dieses Thema später neben der Umwelt-und Friedenspolitik aufgriffen. Schmidt war m.E. schlicht ignorant - zum Nachteil der Betroffenen.
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#5 gayreporterAnonym
  • 12.04.2010, 18:07h
  • Es ist schlimm für die linken Aktivisten: Aber es führt kein Weg daran vorbei, dass es die CDU-Regierung war, die den Paragrafen kippte. Dass ich nicht falsch verstanden werde, die Union hat ansonsten alles blockiert in puncto Gleichstellung. Heute kommt es einem aber gelegentlich schon etwas komisch vor, dass die Linke jeglichen Fortschritt für sich reklamiert, was sich mit den Fakten nicht immer deckt. So bestreiten ja auch viele, dass wer die meisten Atomkraftwerke in Deutschland bauen ließ? Richtig: Die SPD. Bemerkenswert, wenn man sich die Debatte heute beschaut.
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#6 hwAnonym
#7 Liedel
  • 12.04.2010, 18:30h
  • @gayreporter

    Wer ist in diesem Zusammenhang "die Linke"?
    SPD= links? Nun ja...
    Und seit wann werden Kernkraftwerke von Parreien gebaut? Seltsam...
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#8 Julek89
  • 12.04.2010, 18:41h
  • Oh man...
    (nicht bewiesene) Aussage aus der Steinzeit bringt diese komischen überflüssigen LSU-Verstrahlten auf die Palme...hängen sich aber DER Partei mit den diskriminierensten Haltungen und Aussagen gegenüber Homos an... Boah dieser Haufen ist sowas von lächerlich xD

    Und naja...also wie jemand hier schrieb, von wegen die CDU hast das gekippt...naja bestimmt eher, weil die DDR das ganz kurz vorher so getan hatte...also die Sozialisten drüben...und die CDU nachziehen musste bei der Rechtsangleichung...aus eigenem Wille kippten die FÜR und noch nichts...

    und das wird sich bei denen auch nie ändern...!

    Zudem müssen wir uns jetzt auf zukünftige Entscheidungen konzentrieren und hierbei für DIE 5 Parteien ganz grob gesagt:

    LINKE, Grüne, SPD : JA!

    CDU/CSU, FDP : NEIN!
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#9 BehottAnonym
  • 12.04.2010, 18:42h
  • Selbst wenn die SPD die meisten Atomkraftwerke gebaut hat oder in den 70 er gegen die Streichung des § 175 war was sagt das aus. Wir fordern immer Veränderung und wenn sich eine Partei in 30 Jahren entwickelt, finde ich das allemal besser, als wenn man etwas streicht, nur weil es per Europa oder im Rahmen des Einigungsvertrages geschieht.

    Was nuttzte die Streichung des § 175 usn denn, gar nichts - Rechte hat die CDU uns deshalb keine gleichen gegenben !
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#10 alexander
  • 12.04.2010, 18:53h
  • Antwort auf #5 von gayreporter
  • schmarrn, gustav heinemann hat als spd-justizminister 1969 dafür gesorgt das homosex unter männern (über 18j.) kein straftatbestand nach § 175, mehr war !!!

    1994 wurde der § im zuge der rechtsangleichung zum DDR-recht gestrichen und das schutzalter auf 14 j. abgesenkt, wie bei den mädels.
    die cdu hat also mitnichten etwas gekippt , sondern nur zwangsläufig unvermeidliches angepasst !
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