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Der Film- und Theaterregisseur Werner Schroeter ist tot. Der Träger des diesjährigen Special-Teddy-Award wurde 65 Jahre alt.

Von Christian Scheuß

"Eine Orgie wäre ihm politisch zwar lieber gewesen, aber der Versuch, die Amtsstuben der Kultur mit den Musen zu versöhnen, wollte auch einmal wieder gewagt werden." Vor wenigen Wochen bei der Teddy-Gala in Berlin hielt der Schriftsteller Wolf Wondratschek die Laudatio auf Werner Schroeter, für den er einige Drehbücher geschrieben hatte. Seine Zuschreibung auf das Wesen des Film-, Opern- und Theaterregisseurs traf auf den Punkt. Schroeter, ein Mann, getrieben von Intellekt und Begierde. Dessen Werk, wie Wondratschek es zuspitzte: "Zwei Dinge kann man nicht verbergen: Trunkenheit und Liebe." Werner Schroeter, starb nach langer Krankheit, aber trotzdem unvorhergesehen und schmerzlich für Freunde und Angehörige in der Nacht zum 13. April in Kassel. Wenige Tage zuvor hatte er noch seinen 65. Geburtstag begangen.

Als einen "radikalen Experimentierer und großen Außenseiter des Neuen Deutschen Films" bezeichnete ihn die Jury, die mit dem Special-Teddy sein Lebenswerk ehrte. Seit Mitte der Sechzigerjahre arbeitete Schroeter an seinem Werk. Er wurde neben Fassbinder, Herzog oder Wenders zu einem der wichtigsten Exponenten des aufstrebenden jungen deutschen Kinos. Als Kosmopolit ohne festen Wohnsitz dreht Schroeter in jenen Jahren in Mexiko, Frankreich, Libanon, Tschechien, Österreich, USA und Italien. Gleichzeitig begann er verstärkt und mit großem internationalem Erfolg, für das Theater und die Oper zu inszenieren. Er hinterlässt ein Werk, das an die 20 Langfilme und ebenso viele kurze bis mittellange Kinoarbeiten sowie mehr als 70 Opern- und Theaterinszenierungen umfasst.

Youtube | Trailer "Diese Nacht 2008"

Schroeter, der in jungen Jahren eine Weile mit Regisseur Rosa von Praunheim liiert war, inszenierte im Film und auf der Bühne oft expressiv und opulent, mit versteckter Symbolik und unverhüllter Erotik. Ein Paradebeispiel dafür ist der Film "Der Rosenkönig" (1986), aber auch sein letztes Kinowerk "Diese Nacht" von 2008. "Die Welt verliert mit ihm einen kreativen Geist und bedeutenden Künstler." trauert das Museum Schwule Geschichte in Berlin, und hat jetzt ein Kondolenzbuch ausgelegt. In den Räumen des Museums ist gerade die Ausstellung "Maria, Magdalena und all die andern" zu sehen, die ihn eigentlich aus Anlass seines 65. Geburtstages würdigen wollte. Nun ist daraus unvorhergesehen ein Gedenkort geworden.

"Maria, Magdalena und all die andern - Hommage zu Werner Schroeters 65. Geburtstag", Schwules Museum, EG (Eingang 1. Hof), Mehringdamm 61, 10961 Berlin, Öffnungszeiten: täglich 14-18, Sa 14-19, Di Ruhetag, Dauer der Ausstellung: 24. März bis 28. Juni 2010.

Youtube | Ausschnitt "Der Rosenkönig (1986)


#1 dummfugAnonym
  • 14.04.2010, 12:37h
  • Er zeigte oppulente Bilder mit Stärke und Ausdruckskraft. Lebe wohl! Seine Werke werden weiterleben.

    Aber man darf hier ruhig schreiben, das er einem Krebsleiden unterlag, damit keine falschen Assoziationen geweckt werden.
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#2 KameliendameEhemaliges Profil
#3 CineXXXerAnonym
#4 MarkusHAnonym
  • 25.03.2013, 23:39h
  • Der Rosenkönig hat mich sehr beeindruckt. Diese melancholische Einsamkeit der Protagonisten ist sehr eindrücklich. Zudem kann man die Hitze spüren, die trockene Erde spüren, das Stroh riechen. Mir als schwulem, ehem. Gärtner mit melancholischer Ader geht dieser Film sehr zu Herzen.
    Der Film sollte man in einer heissen Sommernacht im abgedunkelten Zimmer anschauen.

    Danke an Werner Schroeter! Komm wieder!
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