Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12023

Homo-Aktivisten bezeichnen die Gleichsetzung von Pädophilie und Homosexualität durch den Vatikan als "Gipfel der Verlogenheit" – derweil macht ein früherer italienischer Bischof Juden für Kindesmisshandlungen verantwortlich.

Kardinal Tarcisio Bertone, der nach Papst Benedikt XVI. zweitwichtigste vatikanische Politiker, hatte in einer Pressekonferenz behauptet, dass die Missbrauchsfälle mit der Homosexualität von Priestern zusammenhingen (queer.de berichtete). Der Lesben- und Schwulenverband sieht nach diesen Beschuldigungen Anzeichen dafür, dass sich katholische Geschichte wiederholt: "Statt die Verantwortung für die jahrzehntelange Vertuschung des sexuellen Missbrauchs zu übernehmen und den Weg der Aufklärung zu gehen, versucht Bertone eine andere Gruppe für schuldig zu sprechen – die Wahl fiel auf die Homosexuellen. Ist das der Marschbefehl für eine neue Hexenjagd?", erklärte LSVD-Sprecher Axel Hochrein.

Als eine Art Regierungschef des Vatikans sei "dieser Mann der Vertuschung und Ablenkung" eine Fehlbesetzung: "Statt der Nächstenliebe sieht er sich der Diskriminierung verpflichtet, statt wirksam am zukünftigen Schutz der Kinder mitzuwirken, sät er Hass und predigt die Unwahrheit." Damit mache sich die katholische Kirche mitschuldig an Menschrechtsverletzungen an Schwulen und Lesben.

Volker Beck wehrt sich gegen „Hasspredigt“

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck forderte eine Entschuldigung des Vatikans und ein Eingreifen der Deutschen Bischofskonferenz: "Offensichtlich versucht Kardinalstaatssekretär Bertone mit seinem Angriff auf Homosexuelle von eigenem Fehlverhalten bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen abzulenken", so der Kölner Bundestagsabgeordnete. Derlei "Hasspredigten" dürfe die Kirche nicht dulden.

Feinde der Katholiken: Schwule, Juden, Freimaurer?

Neben Schwulen macht zumindest ein hochrangiger Katholik auch die Juden für den Missbrauchsskandal verantwortlich. In einem Interview mit der italienischen Internetseite "Pontifex" hat der frühere Bischof Giacomo Babini am Wochenende den Missbrauchsskandal als "zionistischen Angriff" bezeichnet. Freimaurer und Juden sind nach Ansicht des 81-Jährigen die "natürlichen Feinde" der katholischen Kirche. Historisch gesehen seien Juden zudem "Gottesmörder". Die italienische Bischofskonferenz verbreitete später eine Presseerklärung, in der sich Babini von seinen Äußerungen distanzierte. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

18 Kommentare

#1 Roms UntergangAnonym
  • 14.04.2010, 13:58h
  • Es ist ein Skandal, was Kardinal Tarcisio Bertone dort öffentlich äußert.

    Anstatt schonungslos aufzuklären und endlich die jahrzehntelange Vertuschung von Missbrauchsfällen in Deutschland, in Irland und in den USA zu beenden, verwischt er sehr bewusst die Ursachen des Kindesmissbrauchs in der Katholischen Kirche.

    Gut das ich diesen verlogenen rechtskonservativen, von alten Männern beherrschten hierarchischen Verein vor vielen Jahren bereits verlassen habe und nunmehr Mitglied einer Landeskirche in der EKD bin.

    Bischöfin Jepsen aus Hamburg hat in Berlin letztes Wochenende auf dem LSVD-Empfang eine sehr gute Rede gehalten...

    ABER was da Bertone oder in Deutschland Bischof Overbeck bei Anne Will äußern, ist das Gegenteil von christlicher Nächstenliebe und zeigt mit wieviel Arroganz, Heuchelei und Machtstreben hier katholische Würdenträger agieren.

    Da kann ich nur noch sagen: es gibt bessere Kirchen für Christen (Lutheraner, Reformierte, Uniierte, Anglikaner, Altkatholiken). Und wer kein Christ sein mag, der sollte auch schleunigst ganz austreten.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Dr. SapirAnonym
#3 predigerAnonym
  • 14.04.2010, 14:23h
  • Antwort auf #1 von Roms Untergang
  • ach, du bist konvertit - jetzt verstehe ich endlich diesen missionarischen eifer. erstaunlich, dass der wechsel schon jahre zurückliegen soll. es muss anscheinend sehr schwer sein, sich selber davon zu überzeugen, dass die neue religion nun aber wirklich total supi ist, oder? erst recht, wenn man dabei ausblenden muss, dass man als schwuler mann auch in den allermeisten evangelischen kirchen nicht die selben rechte hat wie heterosexuelle...

    mann mann mann, ich bin echt nicht neidisch auf die leute, die sich solche knoten ins hirn machen müssen, um sich einzureden, dass sie sich in egal welcher kirche wirklich komplett wohl und angenommen fühlen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 schwulenaktivist
  • 14.04.2010, 14:30h
  • Nicht nur die katholische Kirche sucht die Schuldigen bei den Homosexuellen, auch die meisten Anderen tun dies. Allerdings nur hinter vorgehaltener Hand. Damit ziehen sich Gesellschaft und Kirche aus der Schusslinie und das Wichtigste von allem: Es müssen sich nur die "Anderen" ändern...
    Wann endlich sehen das die meisten endlich ein?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 LorenProfil
#6 Liedel
  • 14.04.2010, 15:08h
  • *looool (schmeiß mich gerade weg)
    Ja, das Konvertitenproblem
    Aber wenigstens müssen diesmal nicht Eva Brunne und Mary Glasspool herhalten. Hoffen wir es bleibt dabei, nicht dass der eines Tages noch evangelikal wird und Christa Meves oder der Kuby huldigt.
    Die sind schließlich auch konvertiert- in die andere Richtung Und dort ziemlich extrem geworden...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Diz!Anonym
#8 Mary GlasspoolAnonym
  • 14.04.2010, 15:29h
  • @prediger und Schwulenaktivist

    Das bewerte ich ganz anders. Wärst du auf dem LSVD Empfang in Berlin gewesen und hättest dort die gute Rede der lutherischen Bischöfin Jepsen gehört, würdest Du nicht derart verallgemeinernd die Kirchen alle "in einen Topf werfen".

    Dafür bedauere ich Euch auch sehr, dass Euch die Fähigkeit zur Differenzierung zwischen den Kirchen fehlt.

    Und einen Knoten im Kopf habe nicht ich, sondern den habt Iihr, weil ihr die wahren Unterschiede zwischen den einzelnen christlichen Kirchen nicht wahrhaben wollt...dafür bedauer ich euch und erinnere Euch auch jetzt wieder an die lutherische Bischöfin Eva Brunne in Stockholm, die offen lesbisch mit ihrer Partnerin im Bischofssitz lebt. Gleiches gilt für die anglikanische Kirche: wo in den USA mittlerweile bereits zwei offen homosexuelle Bischöfe mit Gene Robinson und Mary Douglas Glasspool in New Hampshire und Los Angeles tätig sind.

    Ich selbst war bereits Gast eines Segnungsgottesdienstes eines befreundeten schwulen Paares in einer lutherischen Kirche und wenn Euch das stört, tut ihr mir echt leid...Euch aber sei gern hier auf dem Weg gegeben, dass viele homosexuelle Menschen so denken wie ich und gern in den liberaleren christlichen Kirchen Mitglied sind; dies zeigen auch Namen wie die von offen homosexuellen Bischöfen wie Eva Brunne, Gene Robinson, Mary Douglas Glasspool...

    Und daher mag ich auch in keinster Weise, wenn Ihr hier undifferenziert im Forum Euch äußert und einfach nicht wahrhaben wollt, dass es grosse Unterschiede im Thema Homosexualität zwischen den christlichen Kirchenleitungen gibt.

    Was die Katholische Kirchenleitung angeht: die gehört natürlich an den Pranger und hat es nicht verdient, dort Mitglied zu sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 goddamn. liberalAnonym
  • 14.04.2010, 15:58h
  • Antwort auf #6 von Liedel
  • Ich bin auch Konvertit ohne hier groß Mission zu machen und ohne mir den Protestantismus schön zu reden!

    Kuby und Meves sind ohne Grund katholisch geworden. Gerade Meves wiederholt immer und immer wieder, dass ihr die ev. Kirche, in der sie lange genug ihr inhumanes Unwesen trieb, ihr schon in den 70ern u d 80ern zu liberal war. Ich denke, dass kann man als Kompliment auffassen, obwohl es auch nicht allzuviel heißt. Zumindest jedoch brauchen wir als schwache Minderheit Verbündete und die finden wir:

    1. Im Humanismus und Säkularismus

    2. Im humanistischen Kulturprotestantismus (Bischöfin Jepsen hat die Jubiläumsansprache beim LSVD gehalten und das ist taktisch gut)

    Weshalb Konversion statt Konfessionslosigkeit?

    Viele Leute mit kath. Sozialisation sind tief geprägt und kommen nicht wirklich davon los. Verborgen hinter menschelnden Masken lauern die listigen Römlinge, um die Abtrünnigen bei der nächsten Lebenskrise wieder einzufangen. Ein Beispiel aus der Traueransprache für den Sexualforscher Helmut Kentler, gehalten vom Alt-Schwulenaktivisten Rolf Gindorf:

    "Ende letzten Jahres ging es Helmut so schlecht, dass er sterben wollte.
    Doch da gab es eine Begegnung mit einem Engel menschlicher Gestalt,
    eine Ordensschwester aus dem Vinzenz-Krankenhaus,
    die ihm wieder aufhalf und neuen Lebensmut schenkte."

    Gegen solche Triumphe der Gegenseite hilft nur die Verankerung in festen alternativen Strukturen. Dazu gehören neben einigen wenigen liberalen Landeskirchen selbstverständlich humanistische Verbände und Sozialeinrichtungen der Arbeiterbewegung. Von allen erwarte ich, dass sie sich in Zukunft deutlicher profilieren und positionieren- auch und gerade gegen 'Rom' ! (Wg. Leuten wie Nahles werde ich wohl lange warten)

    PS. Der antisemit. ital. Altbischof ist taktisch gesehen ein Geschenk des Himmels!

    Gegen uns kann sich jeder fast alles erlauben. Je mehr Feinde sich die kath. Kirche heranzüchtet, desto gescwächter geht sie aus weltanschaulichen Kämpfen hervor. Und eine Schwächung des Klerikalismus, ob kath., orthodox, evangelikal oder islamisch, ist für uns letztlich überlebenswichtig!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 real worldAnonym
  • 14.04.2010, 16:09h
  • Antwort auf #8 von Mary Glasspool
  • "Und daher mag ich auch in keinster Weise, wenn Ihr hier undifferenziert im Forum Euch äußert und einfach nicht wahrhaben wollt, dass es grosse Unterschiede im Thema Homosexualität zwischen den christlichen Kirchenleitungen gibt."

    Wenn es denn diese Unterschiede gibt, dann wollen wir sie hören! Aber nicht nur hier in einem Schwulen-Forum oder beim LSVD Empfang sondern überall und für jeden Normalbürger genauso deutlich vernehmbar wie das lautstarke "Kontrastprogramm" der Fundi-Christen.

    Frommes Gesäusel nutzt uns hier wenig!
  • Antworten » | Direktlink »