Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12024

Nationaltorhüter Tim Wiese hat schwule Fußballer davor gewarnt, sich zu outen - denn dann würden ihnen die Fans das Leben schwer machen.

Wiese, der seit 2005 für Werder Bremen spielt, glaubt im Interview mit der Zeitschrift "Bunte", dass ein offen schwuler Spieler einen Spießrutenlauf werden würde: "Der würde von den Fans niedergemacht. Fußball ist trotz der vielen Frauen im Stadion ein Macho-Sport", erklärte der 28-Jährige. Er selbst findet es schade, dass "Fans da so erbarmungslos sind".

Bislang hat sich noch kein Profifußballer in Deutschland geoutet. In Europa hat sich lediglich der englische Spieler Justin Fashanu zu diesem Schritt entschlossen - mit verheerenden Folgen. Das Ausnahmetalent wurde in Vereinen benachteiligt und beging schließlich 1998 Selbstmord. Einige Fußballer outen sich erst nach ihrer Karriere - so etwa Marcus Urban, der seine Geschichte im Buch "Versteckspieler" niedergeschrieben hat (queer.de berichtete). Urban berichtet von Scheinheiraten und Vorzeigefrauen für offizielle Anlässe. Er selbst kenne drei schwule Bundesligaprofis, die ihre sexuelle Orientierung geheim halten. Wegen dieser Problematik hat Jürgen Klopp, Trainer des Erstligisten Borussia Dortmund, schwulen Spielern unlängst zu einem Massen-Coming-out geraten (queer.de berichtete).

Amerell-Affäre schwelt weiter

Zu der Verunsicherung hat auch die Amerell-Affäre beigetragen. Hier beschuldigte der Schiedsrichter Michael Kempter den Funktionär Manfred Amerell der sexuellen Belästigung (queer.de berichtete). Weil der DFB den Fall publik machte und sich gleich auf Kempters Seite stellte, gibt es nun eine Klageflut zwischen den Beteiligten. Erst am Montag hat DFB-Chef Theo Zwanziger eine Niederlage gegen Amerell vor dem Augsburger Landgericht erlitten. Demnach darf Zwanziger die Affäre nicht mehr mit dem Kindesmissbrauchsskandal der katholischen Kirche vergleichen.

Amerell klagt derzeit auch noch gegen die vier Schiedsrichter, die ihm sexuelle Übergriffe vorwarfen. Trotzdem durfte Michael Kempter am Wochenende erstmals wieder ein Spiel in der badischen Provinz pfeifen: In der Drittligabegegnung SV Sandhausen gegen Holstein Kiel machte er Sportreportern zufolge eine gute Figur. (dk)



40 Kommentare

#1 LorenProfil
#2 Heterror-NormAnonym
  • 14.04.2010, 15:13h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Ein äußerst schlechter Ratgeber.

    Wenn ich schwuler Profi-Fußballer wäre, würde ich dringend die Zeichen der Zeit erkennen und nicht zulassen, dass mir mein Coming-Out ebenso unkontrollierbar aus der Hand gerissen wird wie unlängst im so genannten Schiri-Skandal geschehen (der sich immer mehr als schlichte homosexuelle Beziehung zwischen zwei erwachsenen Männern entpuppt).

    Es ist nur noch eine Frage der absehbaren Zeit, bis u.a. das immer größere mediale Interesse an dieser Frage (vor allem der Frage: WER?) die üblichen Versteckspiele endgültig zu einem absolut selbstzerstörerischen Unterfangen machen werden.

    Daher kann der einzig verantwortliche Rat an die Betroffenen nur sein, dass sie endlich herausgehen aus der Isolation, sich mit anderen Betroffenen zusammentun und ihr Coming-Out selbst in die Hand nehmen, statt sich einer Dauerverfolgung mit ungewissem Ausgang auszusetzen.

    Unzählige junge Männer, die dringend mehr Freiraum für ihre sexuelle Selbstentdeckung und -entfaltung benötigen, werden es euch danken!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Liedel
  • 14.04.2010, 15:18h
  • Tja @ Loren, dafür ist es wenigstens unser lieber Vater Staat mit denen nicht. Wer zahlt denn die Bundespolizei, wenn die Krawallgruppen mal wieder Züge und Bahnhöfe okkupieren und dort meist ganz andere Dinge tun, als ihrem geliebten Verein zu huldigen? Der gute alte Steuerzahler!
    Bei den hohen Gehältern, Ablösesummen und dergleichen im Profifußball sollte tatsächlich mal drüber nachgedacht werden, ob die Vereine sich nicht mal an der Finanzierung dieses nicht selten homophoben Krawalls beteiligen sollten... ich verstehe die GDP voll und ganz, wenn sie von der Überlastung der Bundespolizei in diesem Zusammenhang spricht!

    Abgesehen davon finde ich diesen Tim Wiese fürchterlich schmierig, werde das Bild auch gleich speichern und ihm ne virtuelle Karotte zwischen die Hasenzähne schieben. Dann noch den Brathähnchen-Teint wegretuschieren und schon hab ich nen tolles neues Wallpaper
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Dr.P.EnisAnonym
  • 14.04.2010, 15:37h
  • Ich denke Fußball sollten bis zum Karrierende mit ihrem Coming Out warten. Anderfalls sind sie unter viel zu starkem Druck (Bild Paparazzis) und öffentlicher Feindlichkeit, besonders wenn Ehefrau und Kinder im Spiel sind. Wie das ausgehen kann hat man ja beim Fall Robert Enke gesehen (war zwar Depression und nicht homophobie, aber der psychologische Effekt war sicherlich ähnlich)
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MännerfussballAnonym
  • 14.04.2010, 15:41h
  • Interessant finde ich das so "ein Affentanz" mittlerweile im Profifussball um dieses Thema gemacht wird.

    Mittlerweile gibt es international im Sport überall offen homosexuelle Sportler, die bis in die Spitze bei Olympia und Weltmeisterschaften erfolgreich sind. Hier einmal eine Liste solcher international erfolgreichen Spitzensportler, die sicherlich nicht einmal vollständig sein dürfte:

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Portal:Homo-_und_Bisexualit%C3%A4t/The
    menliste/Sport


    Überall finden sich offen homosexuelle Spitzensportler: im Tennis, im Golf, im Reitsport, im Handball, im Radsport, im Wrestling, im Schwimmsport, im Bodybuilding, im Eiskunstlauf, im Ski-Langlauf, usw.

    Auch bei den Damen im Frauenfussball gibt es bekanntlich längst offen homosexuelle Spitzenfussballerinnen...

    NUR wenn es um den Profifussball der Männer in Deutschland geht, wird da so ein "Medientanz" von gemacht...

    Woran liegt das in Deutschland: das um dieses Thema beim Fussball der Männer derart ein Zirkus veranstaltet wird ???
  • Antworten » | Direktlink »
#6 VolumeProProfil
#7 Frankyboy
  • 14.04.2010, 16:25h
  • Ja, ich muss ihm leider Recht geben! Ich würde mich, falls ich Fußballspieler wäre (Witz komm raus ), auch nicht outen. Immerhin würde mein Beruf auf dem Spiel stehen...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 seb1983
  • 14.04.2010, 16:44h
  • Interessant ist, dass inzwischen keine Woche vergeht in der nicht irgendwelche mal mehr, meist weniger quailifierten Kommentare zu dem Thema kommen. Die Mauer des Schweigens ist als erster Schritt also abgebaut. Momentan bin ich der Meinung dass sich da doch schneller als früher von mir gedacht etwas tun könnte...
    Interessieren würde es mich wie es in den anderen Ligen in Europa aussieht. Aus Italien kamen ja noch Kommentare die unter aller Sau waren, in der Türkei feuert man schwule Schiedsrichter.
    Wie sieht es aber in Frankreich, Spanien, Großbritannien aus??
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FloAnonym
  • 14.04.2010, 17:36h
  • Na toll:
    jemand, der überhaupt kein Ahnung hat, meint Tipps geben zu können und sorgt mit solch unbedachten und unreflektierten Äußerungen für noch mehr Unsicherheit.

    Natürlich sollte es keine Einzeloutings geben, sondern es sollten sich alle oder zumindest möglichst viele schwule Profispieler gemeinsam outen. Aber das macht dann durchaus Sinn.

    Und damit würden sie nicht nur in die Geschichte eingehen, ihre Vorbildfunktion für ALLE Jugendlichen erfüllen und die Gesellschaft verändern, sondern es würde ihnen selbst danach auch besser gehen. Erst nach dem Outing wird einem bewusst, was man vorher durchgemacht hat und wie frei und glücklich man plöztzlich ist.
  • Antworten » | Direktlink »