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Nach empörten Reaktionen auf den von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone proklamierten Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie rudert der Vatikan zurück – zumindest ein bisschen.

"Kirchliche Würdenträger betrachten es nicht als Teil ihrer Verantwortung, allgemeine Aussagen psychologischer oder medizinischer Art zu machen", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Dennoch will der Heilige Stuhl offenbar nicht völlig von der These des Schwulen als Kinderschänder abrücken: Denn Lombardi deutete an, dass Bertone zwar nicht über eine Verbindung zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch in der Gesellschaft gesprochen habe; innerkirchlich sei dieser Zusammenhang laut interner Daten aber gegeben.

Der 67-jährige Pater zitierte deshalb statistisches Material, das von der Glaubenskongregation herausgegeben wurde, die bis 2005 von Joseph Ratzinger geleitet wurde: Demnach seien nur zehn Prozent der Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche Pädophilie im engen Sinne; 90 Prozent seien aber Fälle von Ephebophilie, also von der Vorliebe zu Jugendlichen zwischen ungefähr 13 und 19 Jahren, nicht zu Kindern. Zwei Drittel dieser Fälle richteten sich auf Jungs, nur ein Drittel auf Mädchen. Daher betonte Lombardi, dass er sich nicht von den Äußerungen Bertones distanziere, sondern sie lediglich klarstelle.

Zuvor hatten Homo-Aktivisten weltweit gegen die Äußerungen Bertones protestiert. Der LSVD befürchtete sogar eine neue "Hexenjagd" (queer.de berichtete). Frankreich hat als erster Staat erklärt, der Standpunkt des Kardinalstaatssekretärs sei "nicht hinnehmbar". Außenamtssprecher Bernard Valero stellte klar, dass seine Regierung entschlossen gegen "Diskriminierung und Vorurteile" aufgrund der sexuellen Ausrichtung kämpfe.

Im Jahr 2008 hatte Papst Benedikt XVI. noch erklärt, dass Pädophilie etwas anderes als Homosexualität sei (queer.de berichtete). Damals war der katholische Missbrauchsskandal allerdings noch weitgehend auf die USA beschränkt. Heute fühlt die Kirche die Auswirkungen weltweit, auch in Deutschland: So berichtet die "Südwest-Presse", dass sich in den baden-württembergischen Bistümern Freiburg und Rottenburg-Stuttgart die Austrittszahlen gegenüber dem März 2009 verdreifacht haben – und selbst damals wurden wegen der Affäre um die Anerkennung der Pius-Bruderschaft und die Leugnung des Holocausts durch ihren Bischof Williamson schon extrem viele Austritte gezählt. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Trend im gesamten Bundesgebiet zu beobachten ist. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

100 Kommentare

#1 CarstenFfm
  • 14.04.2010, 19:35h
  • "Demnach seien nur zehn Prozent der Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche Pädophilie im engen Sinne; 90 Prozent seien aber Fälle von Ephebophilie, also von der Vorliebe zu Jugendlichen zwischen ungefähr 13 und 19 Jahren, nicht zu Kindern."

    Aha... und deshalb hat der Vatikan wohl das niedrigste Schutzalter in Europa: 12 Jahre
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#2 PierreAnonym
  • 14.04.2010, 19:42h
  • Ephebophilie, also von der Vorliebe zu Jugendlichen zwischen ungefähr 13 und 19 Jahren...
    Man merkt jetzt, wie fließend nun die Grenzen werden. Wer jetzt also Sex mit einem 16-19jährigen hat, ist also ephebophil. Also so etwas wie pädophil... nur ein bischen anders.
    Hoffentlich fällt bald jetzt jedem Dummen auf, dass die Missbrauchsdebatte letztlich nicht nur Kinder im klassischen Sinne meint, sondern alles, was schon Haare am Sack hat bis 19 aufwärts.
    Wenn das so weiter geht, dann wird Homosexualität auch wieder strafbar.
    Die Hetz- und Outingskandale, die derzeit ablaufen (auch wenn sie doe katholische Kirche zum Ziel haben), ist ein Fanatismus, der gefährlich aus dem Ruder läuft. Wohlgemerkt: Keine kan für Sex mit und MIssbrauch von Kindern sein. Aber alles, was über 14 Jahre ist, sind nunmal keine Kinder mehr.
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#3 KatholenbasherAnonym
  • 14.04.2010, 19:52h
  • Der Ruf der Katholischen Kirche ist durch dieses bigotte Pädophilenpack auf Jahrtausende ruiniert! Da hilft auch kein Zurückrudern mehr!
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#4 Liedel
  • 14.04.2010, 20:02h
  • Naja, nach der Methodik der "internen Datenerhebung" im Vatikan frag ich mal lieber nicht. Wie war das doch mit den genauen Zahlen von katholischen schwulen Priestern oder solchen, die ein Verhältnis mit ihrer Haushälterin haben?
    Ich wette, weder haben die solcherlei Daten erhoben, noch würde irgendeinem Forscher erlaubt werden, konkret danach zu fragen
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#5 seb1983
  • 14.04.2010, 20:36h
  • Antwort auf #2 von Pierre
  • So einfach ist es halt auch nicht...
    Klar gibt es genug, die schon mit 12 dutzendfach Sex haben, das stört in 99% aller Fälle auch keinen.

    Andererseits gibt es auch Jungs und Mädchen die mit 17 noch nicht so weit sind, sei es durch Erziehung oder weil sie einfach etwas langsamer in ihrer Entwicklung sind, grade Jungs haben ihr erstes mal im Schnitt deutlich später als Mädchen, die in diesem Alter entwicklungsmäßig voraus sind.

    Wenn Missbrauch aber zusätzlich wie hier im Kontext schutzbefohlener passiert, dann ist hier völlig zu Recht die Grenze bei 18 angesetzt.
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#6 rolfiAnonym
  • 14.04.2010, 20:48h
  • wenn ich einen von diesen affen mal begegnen würde würde ich den was erzählen darauf könnt ihr eure ärsche verwetten .... diese fuck katholiken kotzen mich so an!!!!! bekomm ein mega ends dicken hals wenn ich sowas lese oder irgendwas von dem thema höre!
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#7 saltgay
  • 14.04.2010, 20:55h
  • Genau darauf habe ich nur gewartet. Das sei den Stammtischshwestern, die so gern auf Kirche herumhacken ins Stammbuch geschrieben. Es geht hier nicht um Missbrauch, sondern um einen Revisionismus, den natürlich die Schwulen auch noch selbst beklatschen. Denn niemand ist hier pädophil, der Begriff ephebophil ist natürlich viel wissenschaftlicher, klingt er doch ein wenig nach Effekt und Epheserbrief. Einzig und allein gegen Homosexuelle und speziell solche die in sozialen und pädagogischen Berufen richtet sich die Medienhysterie. Der Vatikan ist lediglich Trittbrettfahrer und ruft "Haltet den Dieb." Denn natürlich will der Papst das 2. vatikanische Konzil ungeschehen machen und vom holländischen Katechismus, der wenige Jahre später erschien, redet kein Mensch mehr.

    Ob nun Reformpädagogik oder Internat, jede Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens außerhalb der Lebenswelt im Unterschichten-TV oder national - konservativer Gazetten wird durch die vermeintlich alternativlose Missbrauchsdiskussion sturmreif geschossen. Angestrebt wird eine klinisch saubere, betriebswirtschaftlich optimale Wissensvermittlung, in der Juristen festlegen, wie mit Kindern und Jugendlichen umzugehen ist. Ein Beispiel aus NRW mag da im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen. An dieser Bildungsanstalt finden keine Ausflüge, keine Klassenfahrten, Projektwochen oder dergleichen statt. Jeder Vorfall im Unterricht wird peinlichst dokumentiert und auf mögliche Justiziabilität geprüft. Noten werden mehrfach abgesichert, damit die Einsprüche der Eltern bereits auf unterster Ebene abgeschmettert werden können. Was sind das für Schüler? Nun deren Eltern sind Rechtsanwälte, Steuerberater, neoliberale Klientel halt. Das ist Schule mit Spitzeninnovationskompetenz, würde diese komische Dame mit der blonden Wasserglasfrisur sagen. Leider ist mir der Name nicht geläufig, sie fällt nie durch besonderen Geistesreichtum auf. Mein lieber Schwan oder so.

    Das sollten sich unsere hedonistischen Schwuppen mal versuchen zu merken. Die nun wirklich begangenen Straftaten werden durch diese Hysterie kein Deut besser aufgearbeitet, aber dafür der Weg zurück in die muffigen 50er Jahre bereitet.
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#8 luziferAnonym
  • 14.04.2010, 20:57h
  • "Ephebophilie, also von der Vorliebe zu Jugendlichen zwischen ungefähr 13 und 19 Jahren.."

    Das männliche "Jünglinge" auf sehr viele Männer ( und das nicht nur auf primär schwule Männer) einen erotischen Reiz ausüben zeigte sich bekanntermaßen bereits in sämtlichen früheren Hochkulturen, nicht nur bei den alten Griechen.
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#10 Dr. WinterAnonym
  • 14.04.2010, 21:29h
  • Antwort auf #5 von seb1983
  • Da verwechselst du was. Die erste feste Beziehung haben die Mädchen früher als Jungen, beim ersten Mal Sex unterscheiden sie sich aber kaum:

    Das Durchschnittsalter für den ersten Geschlechtsverkehr liegt der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge bei ca. 15 Jahren (14,9 bei den Mädchen und 15,1 bei den Jungen.

    Die Mädchen haben zwar einen körperlichen Entwicklungsfortschritt,sind dadurch schneller erwachsener/ vernünftiger etc. als gleichaltrige Jungs, der natürliche Sexualtrieb hingegen setzt bei den Jungen früher und stärker ein als bei Mädchen, wodurch die Jungs ein früheres Interesse an Sexualität haben.
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