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Das oberste Verfassungsgericht in Italien hat das Eheverbot für Schwule und Lesben in Italien aufrecht erhalten.

Drei gleichgeschlechtliche Paare hatten geklagt, nachdem sie in Trient und Venedig versucht hatten, auf dem Standesamt zu heiraten. Die Paare hatten sich dabei auf den Gleichheitsgrundsatz in der italienischen Verfassung berufen. Das Verfassungsgericht in Rom hat die Anträge aber als "unzulässig" und "unbegründet" zurückgewiesen. Eine genaue Urteilsbegründung will das Gericht in den nächsten Tagen bekannt geben.

Italien ist das einzige Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft, das Schwulen und Lesben weder eingetragene Partnerschaften noch die Ehe anbietet. Homo-Paare werden dort stets wie Fremde behandelt. Ein Versuch von Ministerpräsident Romano Prodi im Jahre 2007, eingetragene Partnerschaften einzuführen, ist an Widerständen innerhalb seiner Mitte-Links-Koalition gescheitert (queer.de berichtete). Die gegenwärtige Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi lehnt jegliche Anerkennung von Homo-Paaren kategorisch ab.

Den meisten Widerstand leistete die katholische Kirche, die in Italien einen großen Einfluss auf die Politik ausübt. In der Auseinandersetzung um die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben bezeichnete die katholische Kirche die Homo-Ehe schlicht als "böse" (queer.de berichtete). (dk)



40 Kommentare

#1 Roms UntergangAnonym
  • 15.04.2010, 12:59h
  • Während aktuell das portugiesische Verfassungsgericht in Lissabon das Gesetz zur Eheöffnung für verfassungsgemäß erklärt hat, geschieht in Rom vor dem Verfassungsgericht das genaue Gegenteil.

    Schon erstaunlich, wie widersprüchlich damit die Entscheidung in Rom ist.

    Einst war Italien zu Beginn des 20. Jhd. eines der liberalsten Länder für homosexuelle Menschen und homosexuelle Deutsche "flohen" nach Capri, um dort besser leben zu können.

    Heute schaut dies anders aus: selbst das katholische Irland führt dieses Jahr die Lebenspartnerschaft ein und das katholische Portugal öffnet sogar die Ehe.

    Unter Berlusconis Wirken ist Italien total korrupt geworden und gesellschaftlich abgestiegen.

    Interessant ist aber, das nur noch vier rein katholische Länder "zurückhängen" in der Gleichstellung (Italien, Malta, Polen und Litauen sowie die Ministaaten Monacco und San Marino). Die anderen katholischen Länder Europas (Spanien, Portugal, Andorra, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Österreich, Ungarn, Kroatien und Slowenien) haben mittlerweile die Ehe geöffnet oder zumindest die Lebenspartnerschaft ("Civil union"; PACS) eingeführt.

    Fortschritte in Italien erwarte ich leider erstmal nicht, da die linke Opposition in Italien total chaotisch agiert und so Berlusconi das Regieren sehr leicht macht...leider

    Und das Urteil aus Rom ist natürlich vollkommen daneben...
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#2 bastapapsta
  • 15.04.2010, 14:17h
  • Wieder einmal und besonders in Italien wird deutlich, dass die katholische Kirche lediglich ein destruktiver Machtapparat ist, der boikottiert werden sollte :

    Für alle, die aus der Kirche austreten möchten, hier findet ihr anschauliche Infos zu diesem Vorgang :
    Link zu www.kirchenaustritt.de

    Zu empfehlen ist eine interessante Page, welche über die Verbrechen der Kirche informiert :

    Link zu www.theologe.de

    Das EU Gericht als letzte Instanz hat ein Urteil gefällt, das besagt, dass in Italien in öffentlichen Gebäuden / Schulen Krzuifixe abgehangen werden müssten- wenn sie einen Bürger stören.
    Italien boikottiert derzeit das EU Urteil und hängt fanatisch und trotzig überall Kreuze auf.
    Es sollte überprüft werden, ob Italien die EU Richtlinien einhält, wenn nicht, dann sollte Italien von der EU ausgeschlossen werden !
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#3 gay marriageAnonym
#4 David MUCAnonym
  • 15.04.2010, 19:07h
  • Wir können alle dazu beitragen, dass sich langfristig auch in Italien etwas ändert.

    Kauft keine italienischen Waren mehr,
    macht keinen Urlaub in Italien,
    unterstützt die Wirtschaft der Länder
    die es gut mit uns meinen.
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#5 DanielrAnonym
#6 gatopardo
  • 15.04.2010, 20:38h
  • Antwort auf #4 von David MUC
  • Sollten wir das Land wirklich boykottieren und dabei vergessen, dass 50% der Italiener keine Lust mehr auf den Berlusconi-Sumpf haben ? Rebellion und Kampf für Gleichheit kann man vom restlichen Teil in einem Staat nicht erwarten, in dem die Bevölkerung fast nur noch der Medienberieselung von Vatikan und Rechtsallianz ausgesetzt ist.
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#7 Roms UntergangAnonym
  • 15.04.2010, 22:05h
  • @MadridEU

    Stimmt allerdings...die Medienwelt in Italien ist Berlusconi verseucht. Was übrig bleibt, sind die Medien des Vatikans....

    Da kann man in Italien schon froh sein, wenn es dort einige italienische linke Blogger im Internet gibt. Leider kann ich kein Italienisch, sonst würde ich dort mitbloggen.

    Italien hat es echt schwer mittlerweile bei einer solchen Regierung und dann noch den Vatikan im Land...

    Da lobe ich doch lieber aktuell Portugal...mal schaun, ob ich da im nächsten Urlaub hinfliege.
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#8 Forza EroticaAnonym
  • 15.04.2010, 22:56h
  • Bei den instabilen politischen Verhältnissen in Berlusconiland wird es wohl keine Partei geben, welche die Homoehe unterstützen wird. Schlimm ist auch, daß sich die Katholische Kirche in Italiens Politik einmischt. Die muß zuerst kaltgestellt werden und dann klappts vielleicht doch noch!
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#9 HannibalEhemaliges Profil
  • 16.04.2010, 06:52h
  • war ja klar von einem land das herrn berlusconi zum präsidenten wählt und einer sekte einen ganzen staat im staat zubilligt!
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#10 David MUCAnonym
  • 16.04.2010, 07:35h
  • Antwort auf #6 von gatopardo
  • Ja, denn es sind die Italiener selbst, die immer wieder "Berlusconi & Co" wählen und gewählt
    haben.
    Desweiteren, wenn die italienischen Firmen an Ihren Umsätzen merken, dass ihr Land wegen
    einer abstrusen Menschenrechtspolitik in´s Abseits
    gerät, werden sie viel daran setzen um dies zu ändern.
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