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Das 9. Internationale Kulturfestival Sommerblut startet am 1. Mai in Köln. Auch in diesem Jahr gibt es im Programm eine Menge schwul-lesbisch-queerer Events.

Von Carsten Weidemann

Zum Stichwort "Sommerblut" hört man oft: Eine Fülle an Veranstaltungen und eine Vielfalt an Genres. Das über Köln hinausstrahlende Kulturevent brachte darüber hinaus schon immer Menschen mit unterschiedlichsten Lebensweisen und Interessen zusammen. Dieser "Artenreichtum" ist ein zentrales Element von Sommerblut. Deshalb steht "Vielfalt Leben!" in diesem Jahr auch als Motto über allen Veranstaltungen. Wie das praktisch funktioniert, zeigt bereits die Eröffnungsveranstaltung am 2. Mai in der Hochschule für Musik. So trifft zum Beispiel das Orchester Rainbow Symphony Cologne auf den Balkansound der German Gypsy Queens, die Sopranistin Katharina Hagopian bildet einen Kontrast zum Kabarettisten Robert Kreis.

Natürlich gibt es im Jahr neun von Sommerblut auch wieder eine Menge queerer Highlights. Ein paar Programmpunkte möchten wir besonders empfehlen. So wird der Schweizer Sänger Michael von der Heide noch vor seinem Auftritt beim Eurovision Song Contest in Oslo zu Gast sein. Er präsentiert sein mittlerweile achtes Album "Freie Sicht". Der Leichtmatrose – ein noch zu entdeckender Pop-Bohemien – der Elemente aus NDW und Elektro mit einem Schuss Marc Almond vermischt, wird open air auftreten: Im Innenhof der Villa anders, dem schwul-lesbischen Wohnprojekt in Köln.

Diese Frauenbands geben Power auf die Ohren der Fans alternativer Musik: Die Lesbians On Ecstasy spielen Klassiker der lesbischen Musikgeschichte, Die Andromakers – erstmals in Deutschland – schwingen zwischen Trance und Tanz. The Slits, die einflussreiche weibliche Punkband, werden richtig laut. Und beim Ladyjam, der offenen Bühne für Musikerinnen, werden "Flora" begeistern.

Gleich drei spannende Ausstellungen sind zu vermelden: Der aus China stammende Maler Musk Ming präsentiert in seiner Werkschau Arbeiten der vergangenen fünf Jahre. Er verbindet erotische Männerakte und asiatische Symbolik zu einem außergewöhnlichen wie anmachenden Kulturmix. Kontakthof zeigt die Arbeiten von rund 20 Künstlerinnen, die in diversen Genres – Fotografie, Malerei, Skupltur, Installation, Collage, etc. – ein Thema behandeln: Die Anbahnungsorte mann-männlicher Sexualität. Der thailändische Fotograf Ohm Phanphiroj präsentiert seine Fotoserien mit Männern in unterschiedlichen Phasen ihres Transformationsprozesses hin zur Frau, schonungslos nackt, aber nicht bloß gestellt. Ein transidentischer Kulturenvergleich zwischen Thailand und Deutschland.

Mit der Filmreihe Diversity in music belebt das Kölner Filmhaus die derzeit etwas brachliegende schwul-lesbische Kinolandschaft in der Domstadt. Unter anderem ist "Fig Trees", die mehrfach ausgezeichnete "Aids-Doku-Oper" von Regisseur John Greyson (Zero Patience). Das schwul-lesbische Theaterensemble Gold + Eden richtet im neuen Stück "Lichtschattengewächse" den Blick auf ganz subjektiv biographische Erfahrungen beim Coming-Out. Und wer mit voller Leidenschaft den erotischsten Tanz der Welt erlernen möchte, der ist zum 2. Kölner Queer Argentino Festival herzlich eingeladen.

Und auch diese Künstler werden u.a. bei Sommerblut zu sehen sein: Dirk Bach, Kay Ray, Georgette Dee, Ades Zabel, Matthias Freihof, Matthias Frings, Malediva, Kleine & Linzenich, Nessi Tausendschön, Cora Frost, Sven Ratzke, Caledon…