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Der Oberste Gerichtshof Österreichs hat ein Urteil des Landesgerichts Wien bestätigt, wonach der Besitz pornografischer Bilder strafbar ist, wenn die Dargestellten wie unter 18-Jährige aussehen - dabei spielt das wirkliche Alter keine Rolle.

Ein Mann war zuvor zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden, weil auf seinem Computer fünf Bilder zweier nackter US-Pornodarsteller mit erigierten Penissen abgespeichert waren. Ein gerichtliches Gutachten schloss aufgrund der Genitalentwicklung, der Behaarung und der Gesichtszüge, dass die jungen Männer zwischen 16 und 21 Jahre alt seien. Zu 90 Prozent seien sie dem Gutachten zufolge jedoch minderjährig. Dem Oberlandesgericht genügte das als Beweis – es verurteilte den Angeklagten.

Pi mal Daumen: Wahrscheinlichkeit gilt in Österreich als Beweis

Dabei glaubten die Richter dem Angeklagten nicht, dass er annahm, bei den dargestellten Personen handele es sich um Erwachsene. Wer solche Bilder suche, halte es für möglich, dass auf Internetseiten "mit derartigem Inhalt" unter 18-Jährige abgebildet seien, so die Richter. Einen Antrag des Mannes, die Altersnachweise der Jungs aus den USA zu besorgen, lehnte das Oberlandesgericht ab. Für eine strafrechtliche Verurteilung würden Wahrscheinlichkeitsschlüsse genügen.

"Das Vielleicht-Jugendporno-Urteil zeigt nun, dass die Kriminalisierung sogar über das 18. Lebensjahr hinaus in das Erwachsenenalter hineinreicht", erklärte Helmut Graupner, der Anwalt des Verurteilten und Co-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Sexualforschung (ÖGS).

Der Verurteilte will wegen des Urteils Österreich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen. Die Gefängnisstrafe muss er allerdings trotzdem antreten.

Auch in Deutschland sind seit 2008 als pornografisch eingestufte Abbildungen von unter 18-Jährigen verboten, allerdings gab es noch keine Verurteilungen wegen eines geschätzten Alters. Datingwebseiten setzen sich wegen dieser Altersgrenze stets Gefahren aus, wenn sie Bilder von jungen Teilnehmern veröffentlichen. Auch Webcamsex ist für Jugendliche tabu, obgleich das niedrigste Schutzalter außerhalb des Internets bei 14 Jahren liegt. (dk)



22 Kommentare

#1 Hilfe !!!Anonym
  • 20.04.2010, 16:33h
  • EuGH !!!

    Bitte rette uns vor diesem Rückfall ins reaktionärste gesellschaftliche Mittelalter !!!
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#2 lawAnonym
#3 kokAnonym
  • 20.04.2010, 16:52h
  • Ich denke, dass etwa die Hälfte aller Männer in Österreich Pornos zu Hause hat (ob hetero oder homo), die in irgendeiner Weise mit "junge Dinger" oder ähnlichen Boy-Girl-Schlagworten mit dem Reiz werben, es könne sich tatsächlich um so junge Darsteller/innen handeln, dass es eigentlich verboten gehört ... Und auch wenn die Darsteller alle über 18 sind und vielleicht auch schon ein paar mehr Haare sonstwo haben, wahrscheinlich ist es doch so, dass die notgeilen Betrachter in ihrer Fantasie das Alter der Teilnehmer herunterschrauben - sagen wir mal auf 17,5. Damit hätten wir doch den erwiesenen Tatbestand des Missbrauchs, wie er gerade von der Kirche so schön beworben wird ...
    Vielleicht sollte in Österreich mal jemand abzählen - eins, zwei, eins, zwei - und dann wandern die Straftäter in den Knast und es werden genügend Managerposten für Frauen frei. Es könnte so einfach sein ...
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#4 DanielrAnonym
  • 20.04.2010, 17:12h
  • Antwort auf #3 von kok
  • Das Gerichtsurteil richtet sich aber in erster Linie gegen Homosexuelle.
    Jungs um die 18 sehen oft jünger aus als gleichaltrige Mädels. Also wird im Falle eines 18jährigen Boys häufiger auf Scheinminderjährigkeit plädiert und die willkürliche Gesetzeslage diesbezüglich läßt auch homophoben Richtern freien Spielraum
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#5 schwulenaktivist
  • 20.04.2010, 17:32h
  • Es gibt immer noch starken Druck, die Homosexualität bis ans Erwachsenenalter zu bestrafen. Dabei sehen wir deutlich, wie die Justiz bereit ist, sich aus gesellschaftlichen und politischen Gründen zu verdrehen.
    Das wurde auch in der Schweiz unter dem alten Strafrecht gemacht: Stricher wurden - trotz Taten - zu Opfern "erklärt". Damit wurde das Verführungsargument durch Schwule vom Tisch gewischt.
    Die Schwulenbewegung muss sich fragen, ob sie sich diese allgemeine Tendenz gefallen lassen will, oder ob sie - unter der wirksamen Drohung von "Pädophlie" an homosexuellen Kindern und Jugendlichen Verrat üben will!

    Die Heterosexuellen müssen sich auch langsam klar werden, ob sie grundsätzlich wieder das Strafgesetz vor der Ehe (18) anwenden wollen...
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#6 MarekAnonym
  • 20.04.2010, 17:43h
  • Aha, man schätzt das Alter und weil das evtl. zwischen 16 und 21 liegen könnte (wobei 18-21 ja kein Problem wäre) wird jemand verurteilt.

    Da würde ich auf jeden Fall in Revision gehen: eine Vermutung kann doch keine Grundlage für ein rechtsstaatliches Urteil sein...

    Würde man auch andere Straftäter verurteilen, wenn sie zu nur 90% (und selbst das nur geraten) schuldig sind? Dann wäre jeder 10. zu unrecht im Gefängnis.

    DAS KANN JA WOHL NICHT SEIN!!!

    Ich vermute aber, bei anderen Straftaten würde man nicht den Rechtsstaat mit Füßen treten und hier geschieht dies nur wieder mal, weil es um Schwule geht...

    Die momentanen Missbrauchsskandale führen zu einer Hexenjagd gegen Schwule, anstatt dass die wahren Schuldigen verfolgt werden.
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#7 schwulenaktivist
  • 20.04.2010, 18:29h
  • Ich wiederhole mich auch hier wieder: Die Zielrichtung im Mainstream der Missbrauchsdebatte geht (auch) gegen Schwule. Mit den Frauen als Täterinnen hat keineR ein Problem, obwohl anzunehmen ist, dass heute auch sie mit einem grösseren Anteil vertreten sind. Aber das wäre eben die "normale" Variante - und nicht so schlimm...
    Ich habe noch nie was darüber gelesen, wie und wieviel Männer mittels Heterosexualität missbraucht worden sind, also nicht nur die Lehrerinnen, die "ab und an mal" mit Schülern Sex haben...
    Hier eine Anregung dazu:

    www.ef-magazin.de/2008/08/09/527-medien-irrefuehrende-berich
    terstattung-im-deutschen-qualitaetsjournalismus


    Die Heteros und ihre Institutionen müssen mehr unter Druck gesetzt werden, ihre Interessen offenzulegen!
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#8 DanielrAnonym
#9 KameliendameEhemaliges Profil
  • 20.04.2010, 19:45h
  • Man verurteilt jemanden aufgrund von Vermutungen???
    Es wäre das mindeste gewesen die Altersnachweise aus den USA zu besorgen!
    Anders ist ein objektives Urteil doch in keinster Weise zu fällen...

    Das heisst dann also wenn ich mir jetzt nen Film angucke mit Leuten die wie ich zb 23 sind und einfach nen bisschen jünger aussehen (solche Jungs begegnem einem in Berlin an jeder Ecke, allein in meinem Freundeskreis sind drei! ) steh ich mit einem Bein im Knast???

    Ey ganz ehrlich... Ich krieg einfach nur noch das kotzen....
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#10 Kristian
  • 20.04.2010, 20:23h
  • Das ist halt ein weiterer logischer Schritt nach der im Sexualbereich absurden Klassifizierung von Kindern als Personen unter 18 Jahren. Mit Wohlwollen sehe ich aber, dass solchen absurden Urteilen im deutschsprachigen Raum weit mehr widersprochen wird als in Amerika und Großbritannien, wo die Pädohysterie anscheinend vorerst mal gesiegt hat.
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