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Der Lesben- und Schwulenverband hat auf seinem Verbandstag im Berliner Rathaus Schöneberg ein neues Grundsatzprogramm beschlossen.

Das 22-seitige Programm ist eine komplette Neufassung, da sich viele Aufgabenfelder heute anders darstellten als 1990, dem Gründjungsjahr des Verbandes. In "Zehn Schritten zu gleichen Rechten, Vielfalt und Respekt" will das Dokument die politischen Forderungen des LSVD zusammenfassen.

Als erster Punkt fordert der LSVD die völlige gesetzliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Dabei sei in den letzten Jahren bereits einiges an Diskriminierung abgebaut worden. Als drei Hauptpunkte nannte der Verband nun die Gleichstellung im Grundgesetz zu verankern, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen und den rechtliche Schutz vor Diskriminierung auszubauen.

Neben der rechtlichen Gleichstellung wird sich der LSVD künftig verstärkt der Bekämpfung von Homophobie widmen. Dabei stehen Problemfelder wie Rechtsextremismus, Sport und Hassmusik im Fokus. Auch die Antidiskriminierungsarbeit in der Migrations- und Integrationspolitik und die internationale Gewährleistung der Bürger- und Menschenrechte wurden als wichtige Schwerpunkte der Verbandsarbeit definiert.

Die Wurzeln des LSVD liegen in der oppositionellen Bürgerrechtsbewegung der DDR. Der Verband wurde am 23. Juni 1990 als SVD in Leipzig gegründet. Heute ist der LSVD die größte Bürgerrechts- und Selbsthilfeorganisation von Lesben und Schwulen in Deutschland. Seit 2006 besitzt der Verband darüber hinaus Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. (pm/dk)



10 Kommentare

#1 LSVD-MitgliedAnonym
  • 20.04.2010, 17:49h
  • Das Programm des LSVD ist echt gut und habe ich in Berlin mitverabschiedet.

    Nur bei der Darstellung der Kirchen im neuen LSVD-Programm waren sich die LSVD-Mitglieder nicht ganz einig. Es gab unterschiedliche Vorstellungen, inwiefern die in den letzten 20 Jahren erfolgten theologischen und ethischen Verbesserungen bei bestimmten protestantischen, altkatholischen und anglikanischen Kirchen im Programm entsprechend positiv aufgenommen werden sollten. Insbesondere die jetzt in einer Reihe von christlichen Kirchen möglichen öffentlichen Segnungsgottesdienste ("Verantwortung und Verlässlichkeit stärken") sollten nach Ansicht von Teilen der LSVD-Mitglieder positiver im Programm erwähnt werden, was dann aber in der Sitzung mit dem Argument abgelehnt wurde, nicht einseitig bestimmte Kirchen homopolitisch zu privilegieren. Bereits am Freitag hatte die evangelische EKD-Bischöfin Jepsen aus Hamburg in Berlin beim LSVD-Empfang eine gute und mitreißende Rede gehalten, die sehr positiv von den Anwesenden bewertet wurde.

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    Ansonsten weite Teile des aktualisierten LSVD-Programms waren derart gut geschrieben, dass sie unstrittig von allen Anwesenden einstimmig akzeptiert wurden.

    Es ist auch richtig, dass der künftige Weg des LSVD neben der rechtlichen Gleichstellung von Paaren, die "fast" in Deutschland geschafft ist, zukünftig vor allem schwerpunktmäßig die Bekämpfung von Homophobie umfasst.

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    Das Bundesinnenministerium hat nun aktuell im April 2010 den Weg zur Gleichstellung von verpartnerten Bundesbeamten und Soldaten beschritten. Das dürfte nunmehr dieses Jahr endlich umgesetzt werden.

    *
    www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Reformvorhaben/100412_G
    esetzentwurf_LPoeDUEbertrG.pdf


    Bei der Gleichstellung fehlt dann, wenn dieser Gesetzentwurf verabschiedet ist, vor allem die noch ausstehende Gleichstellung im Einkommenssteuerrecht.
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#2 MarekAnonym
  • 20.04.2010, 17:52h
  • Bravo!!!

    Der LSVD hat schon viel für uns getan und hat sich jetzt den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Ich hoffe, dass möglichst viele Leute dort Mitglied werden, denn jeder Euro zählt. Und jedes Mitglied ist auch eine ideelle Stärkung und zeigt Politik, Kirchen, Wirtschaft und Gesellschaft, wie viele wir sind und wie stark wir sind.

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    "Als erster Punkt fordert der LSVD die völlige gesetzliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben. (...) Als drei Hauptpunkte nannte der Verband nun die Gleichstellung im Grundgesetz zu verankern, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen und den rechtliche Schutz vor Diskriminierung auszubauen."

    Da ist die angeblich so homofreundliche FDP schon in allen drei Forderungen des esten Punktes durchgefallen!! Von den weiteren Forderungen mal ganz zu schweigen.
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#4 FloAnonym
  • 20.04.2010, 18:11h
  • Sehr schön! Der LSVD stellt damit noch mal klar, wie wichtig Eheöffnung, Art. 3 GG, etc. sind!

    Was ich mir in Zukunft noch mehr vom LSVD wünschen würde sind Boykottaufrufe gegen Unternehmen, Staaten, Organisationen, etc., die homophob sind, sind homophob äußern oder homophob handeln.

    So gibt es z.B. auch in Deutschland immer noch Discos und Clubs, die aus Geldgeilheit Hasssängern ein Forum bieten. Aber viele gehen dann an anderen Tagen dahin und wissen gar nichts davon.

    In solch einem Fall fände ich z.B. gut, wenn die entsprechenden Lokalitäten nicht nur in einem Newsartikel genannt würden, denn man 2 Wochen später wieder vergessen hat (zumindest die konkreten Namen), sondern wenn es da eine Liste gäbe, wo solche Veranstalter (zusammen mit weiteren Unternehmen, Organisationen, etc.) gelistet sind, so dass man sich informieren kann, ob man sein Geld in (versteckte / getarnte) Homophobie steckt oder nicht.

    Und da sollten diese Unternehmen dann so lange drauf stehen, bis sie solche Praktiken unterlassen und auch öffentlich erklären, dass das so bleibt.

    Das fände ich gut; denn sicher will keiner von uns mit seinem Geld auch noch Homophobie fördern. (Denn die hassen uns zwar, aber unser Geld nehmen die gerne an, da haben sie nichts dagegen.)

    So wäre die Information viel einfacher.

    ---------------------------

    Und außerdem:
    wie wir alle wissen, verstehen selbst die hasserfülltesten Menschen die Sprache des Geldes.

    Wenn wir alle an einem Strang ziehen würden, könnten wir eine Menge erreichen. Wir sind nur leider nicht so gut oranisiert und informiert wie viel kleinere Gruppen. Und diese fehlende Information (und teilweise auch die Organisation) könnte der LSVD übernehmen.

    Würden die 15% Schwulen und Lesben (und evtl. auch noch Freunde und Angehörige) solche Unternehmen, etc. meiden, stünden wir schon ganz woanders.
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#5 SebiAnonym
  • 20.04.2010, 18:22h
  • Antwort auf #2 von Marek
  • "Da ist die angeblich so homofreundliche FDP schon in allen drei Forderungen des esten Punktes durchgefallen!! Von den weiteren Forderungen mal ganz zu schweigen."

    Das dürfte doch wohl niemanden verwundern!

    Die FDP ist doch (nicht nur bei Homorechten) ganz groß darin, vor Wahlen zig Sachen zu fordern und nach Wahlen wird das dann alles nicht gemacht oder sogar das genaue Gegenteil.

    Aber eines muss man denen lassen:
    sie schaffen es immer wieder, das so zu verkaufen und solche geschickten Ausreden und Täuschungsmanöver zu finden, dass manche Leute dennoch immer wieder darauf reinfallen.
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#6 stromboliProfil
#7 SeXXX-O-MaticAnonym
  • 20.04.2010, 20:14h
  • Antwort auf #4 von Flo
  • Die ganze Diskussion um Artikel 3 GG geht mir so langsam auf die Klöten! Das Grundsatzprogramm des LSVD ist gut gelungen, denn in so manchen Feldern ist noch viel zu tun!
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#8 RobinAnonym
  • 21.04.2010, 17:58h
  • Antwort auf #5 von Sebi
  • Das ist gerade das perverse (und gefährliche) an der FDP:
    die sind am Ende genauso homophob wie die Union. Genau wie Frau Schavan die Union noch nicht homofreundlich macht, genauso wenig macht Westerwelle die FDP homofreundlich.

    Der Unterschied ist nur, dass die Union wenigstens offen zu ihren Positionen steht, während die FDP vor Wahlen immer die Schwulen entdeckt und danach sind wir vergessen. Die FDP belügt und verarscht ihre Wähler und hat mit der Strategie Erfolg. Das macht sie so pervers und gefährlich.
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#10 esb963_2Anonym
  • 26.04.2010, 23:00h
  • Wie wäre es, jetzt auch mal was für uns Singles (und oftmals ist man das nicht freiwillig) zu tun, statt sich immer nur für die Paare einzusetzen?
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