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Ein Kommentar zum Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs Walter Mixa

Von Jürgen Friedenberg

Das Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs Walter Mixa war längst fällig. Nicht nur, weil der erzkonservative Kirchenfürst womöglich ein altersschwaches Erinnerungsvermögen hat, sondern offenbar auch Schwierigkeiten im Umgang mit der Wahrheit. Offensichtliche Unwahrhaftigkeit aber kann sich die unter außerordentlichem Vertrauensschwund leidende Katholische Kirche jetzt am aller wenigsten leisten.

Das weiß keiner so gut wie der Papst. Mag ihm auch das Herz bluten, ausgerechnet diesen Mitbruder, der gleich ihm alten Traditionen verhaftet ist, entlassen zu müssen – er wird wohl dieser Bitte entsprechen. Mixa war schon, als er noch in Eichstätt wirkte, Militärbischof. Als solcher hätte er eigentlich an der Trauerfeier für die in Afghanistan gefallenen deutschen Soldaten teilnehmen müssen. Sein Fernbleiben deutete bereits an, dass er auch dieses Amt aufgeben werde.

Die Szene wird ihm keine Träne nachweinen. Vertrat er doch ohne Wenn und Aber die kirchenoffizielle Ansicht, dass die staatlich anerkannte Lebenspartnerschaft von Homosexuellen "als Fundament für ein geglücktes und zutiefst erfüllendes Leben nicht taugt."

Im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit behauptete Mixa, der Kirche gehe es "nicht um eine Diskriminierung und Verurteilung von Menschen, sondern um eine prinzipielle Frage." Dabei versuche die Kirche, "die in 2000 Jahren Kirchengeschichte erlangten Einsichten und Erkenntnisse kondensiert an alle weiterzugeben, die davon Gebrauch machen wollen." Dass, allen Einsichten und Erkenntnissen zum Trotz, auch ein Kirchenfürst Schiffbruch erleiden kann, zeigt Mixas Beispiel.

Man darf darauf gespannt sein, wann und mit welchen Worten Benedikt XVI. seinen "Gesinnungsgenossen" verabschieden wird. Wird er der Versuchung widerstehen, aus dem Täter unter den Mantel christlicher Nächstenliebe ein "auch Opfer" zu machen? Hoffentlich! Mag sein, dass sich der Papst bei dieser Gelegenheit endlich einmal unmittelbar zu den Missbrauchsskandalen in seiner Heimat äußert. Die Aufmerksamkeit seiner Landsleute wäre ihm gewiss.



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

46 Kommentare

#1 HandoAnonym
  • 22.04.2010, 16:47h
  • Ratzingers Rache wird sein, einen jungen, karrieregeilen Asexuellen in Augsburg als Nachfolger Mixas einzusetzen, einen, der voll auf Linie ist, aber eine lupenreine Weste hat und somit nicht angreifbar ist. Ein solcher junger Bischof wird -im Gegensatz zum betagten Mixa- noch die Kampfeslust haben, ins Wespennest zu stechen und die Schwulen voll anzugreifen. Denn mit dem Kampf gegen Schwule macht man unter Ratzinger heutzutage Karriere - das hat sich inzwischen herum gesprochen. Die Bischöfe in Essen und Limburg sind abschreckende Beispiele.
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#2 GayPride
  • 22.04.2010, 16:57h
  • Es gibt auch Augsburger Kirchenmänner, die ihrer Zeit weit voraus sind. So predigte der Augsburger Stadtteilspfarrer Albert L. Miorin in seiner Sonntagsmesse:

    „Leugne dein Versagen so wenig wie Petrus es leugnen konnte. Hab den Mut und steh dazu. Kirche gestehe deine Fehler ein: dein eigenartiges Verhältnis zu Sexualität, deine Angst vor Homosexualität, deine Unehrlichkeit in manchen Zusammenhängen, dein ,so tun als ob’, dein Verstecken, Verschweigen und Leugnen". Zudem machte er eine böse Anspielung, die unverkennbar auf Mixas Medienchef Dirk Hermann Voß gemünzt war: „Lass dich durch keinen machtgeilen Pressesprecher davon abhalten.“ Und weiter: „Oder kreist du nur um dich, liebst dein Pöstchen, dein Amt, das Tamtam um dich herum, den Weihrauch, die Kunst, den Luxus.“

    www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel
    ,-Priester-sind-von-Bischof-Mixa-schwer-enttaeuscht-_arid,21
    25700_regid,2_puid,2_pageid,4289.html
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#3 Liedel
#4 goddamnn. liberaAnonym
#5 XDAAnonym
  • 22.04.2010, 17:45h
  • Wurde ja auch Zeit, dass Mixa zurücktritt. Soll er nur seine Teppiche und anderen Devotionalien nicht vergessen, welche aus Spendengeldern (vor)finanziert worden sind.
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#6 gollumAnonym
#7 istvánAnonym
  • 22.04.2010, 18:28h
  • Man mag sich trotzdem nicht so recht über seinen Abgang freuen, denn erfahrungsgemäß kommt nichts besseres nach. Wäre aber auch egal, solange sie ihr Maul halten würden.
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#8 LorenProfil
#9 bastapapsta
  • 22.04.2010, 18:50h
  • Die taz hat ine nem Artikel eine Zusammenstellung von Mixas Phrasen zusammentgestellt, unter anderem wird er zitiert,
    Zitat:
    "Matthäusevangelium: "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Witwen Häuser fresset und wendet lange Gebete vor! Darum werdet ihr desto mehr Verdammnis empfangen." Jesus kannte Mixa nicht persönlich."

    Wenn es danach geht, muss auch Mixa wegen Lügen, Geld stehlen, und Schläge in der ewigen Verdammnis landen ;-))

    Am besten geht er jetzt in den Himmalaya.

    Einige klerikalfschisten werden jetzt stinksauer sein, dass er sich verpissen musste ,-)

    www.kreuz.net/?popup&picture=gJ6a3rsqRALH6SNZ_il8EXhAKNnMGnJ
    FcUwsJT_tm2HmAP0ZuBGJ


    Aber das ist eine gute Entwicklung. Ich hoffe, dass sich jetzt auch die Opfer anderer Bischofskollegen melden, sodass noch weiteren ( wie Mixa ) der Stuhl zu heiss wird und sie davon rennen.

    Die Verärgerung über Mixas kläglichen Abgang
    sieht man zB. auf Kreuz.net sehr gut.
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#10 bastapapsta