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Drei bisexuelle Softball-Spieler haben im amerikanischen Seattle einen schwulen Amateurverband verklagt, weil dieser nichtschwule Sportler diskriminiere.

Der zu verhandelnde Fall geht auf das Jahr 2008 zurück, als die drei Amateure an einem Wettkampf der American Gay Amateur Athletic Alliance (NAGAAA) teilnahmen (queer.de berichtete). Sie spielten für das inzwischen aufgelöste Team D2 aus San Francisco – und beendeten das Turnier als Zweite. Allerdings wurde D2 im Nachhinein disqualifiziert. Grund: Nach Ermittlungen stellte die NAGAAA fest, dass mindestens vier Spieler des Teams privat auch Frauen nachstellten. Es sind allerdings laut Regelwerk nur zwei Nichtschwule pro Team erlaubt.

Damit wollten sich die drei Männer nicht abfinden. Ausgerechnet des National Center for Lesbian Rights unterstützt die Sportler bei ihrer – für amerikanische Verhältnisse recht zurückhaltenden – Forderung nach je 75.000 US-Dollar (56.000 Euro). Dieses Geld stehe den Klägern als Wiedergutmachung für erlittenen Kummer zu, heißt es in der Anklageschrift. Demnach sollen NAGAAA-Verantwortliche den Sportlern gesagt haben: "Das ist eine schwule Veranstaltung, keine bisexuelle." "Das ist aber keine Frage Schwule gegen Bisexuelle", erklärte Anwältin Beth Allen. "Es geht darum, ob eine private Organisation bestimmte Gruppen einfach ausschließen darf. Es geht uns um die Versammlungsfreiheit".

Die Spieler wollen außerdem durchsetzen, dass ihr zweiter Platz wieder offiziell anerkannt wird. Zudem fordern sie die Überreichung des Pokals, der dem Zweitplatzierten zusteht.

Softball gilt hauptsächlich als Frauensportart – es handelt sich dabei um eine Variante von Baseball und zählt zu den beliebtesten Breitensportarten in den Vereinigten Staaten. Die NAGAAA gehört dabei zu den großen im Geschäft: Der 1977 formierten Organisation gehören 680 Mannschaften in 37 Ligen in allen Teilen der Vereinigten Staaten an. (dk)



42 Kommentare

#1 XDAAnonym
  • 22.04.2010, 17:53h
  • I. Der Klage wird stattgegeben.

    II. Das Regelwerk ist dahingehend zu öffnen, das folgende Personen mitspielen dürfen: Schwule, Bisexuelle, Transen, Asexuelle, Hermaphroditen, Heteros und sonstige Varianten sexueller Betätigung, wenn nicht durch II b ausgeschlossen.

    IIb.Auszuschließen sind Personen mit zoophilen Neigungen. Ebenso sind homophobe, biphobe, transphobe, asexuellphobe, Hermaphobe und heterophobe Personen auszuschließen.

    III. Es wird ein Schadensersatz in Höhe von $ 75.000 festgelegt als Kompensierung der seelischen Grausamkeit.

    Danke.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 22.04.2010, 18:19h
  • Antwort auf #1 von XDA
  • Ich halte es angesichts einer Geschichte der
    gezielten Verfolgung, Unterdrückung und Diskriminierung von HOMOsexuellen für extrem wichtig, dass es auch Räume in dieser Gesellschaft gibt, wo Schwule unter sich sein können.

    Dies als Diskriminierung von Nichtschwulen hinzustellen ist eine absurde Verdrehung der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse, die aber ins Bild der immer dreisteren Diffamierungskampagnen gegen Schwule passt.
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#3 gniwerjProfil
  • 22.04.2010, 19:59hdortmund
  • Antwort auf #2 von eMANcipation*
  • wie viel integration haben wir verdient, wenn wir uns unsere eigenen "ghettos" bauen? wie viel verständnis kann uns zuteil werden wenn wir uns abgrenzen und andere ausschließen? wir sind besser als ...wer bitte? klar, der heterosexismus. existiert, weiß ich, verschon mich mit dem wort, erwähnst du immer wieder...

    integrier dich, dann hast du chancen auf rechte - die du (noch) nicht alle hast, weiß ich auch. von nichts kommt nicht.

    und wenn dir die gesellschaft partout nicht passt weil alle anderen böse sind, bi's oder gar transgender deiner meinung heterosexistisch "verkorkst" sind, gründe doch 'ne eigene gesellschaft. aber achte bitte darauf dass sie auch rein schwul ist. mit schwulem tv, schwulem radio, schwulem internet und definitiv auch frauenfrei. das heißt peniskontrolle am grenz- ...pardon, mauerübergang. so sind alle gefahren ausgeschlossen.;)

    ...sarkasmus aus...

    1. runde: PIFF!
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#4 Dave76Anonym
  • 22.04.2010, 20:22h
  • Antwort auf #2 von eMANcipation*
  • Das darf einfach nicht wahr sein :(

    Die Leute der NAGAAA, die diese Disqualifizierung zu verantworten haben, sollten ihren Platz räumen.

    Sowas macht mich echt wütend.

    Wir kämpfen ständig um Toleranz, Akzeptanz, Freiheit und Egalität.

    Und dann verwehren wir anderen eben diese Rechte? Nur weil ein paar nicht ganz so schwul sind, wie sie zu sein haben?

    Ich würd ja noch mehr schreiben, aber irgendwie bin ich grad zu emotionalisiert :(

    @ XDA danke, du sprichst mir aus der Seele!!!

    @ eMANcipation* darauf will ich lieber nicht antworten, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln
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#5 XDAAnonym
#6 KameliendameEhemaliges Profil
  • 22.04.2010, 20:50h
  • Antwort auf #2 von eMANcipation*
  • Wer auf der einen Seite Diskriminierung anprangert da wo sie ihn selber betrifft und auf der anderen Seite Diskriminierung gut heisst wenn sie sich gegen andere richtet und er selber vielleicht einen Vorteil daraus ziehen kann, hat absolut nichts verstanden!

    Grade aus der Geschichte der Verfolgung heraus müsste man jedwege Diskriminierung ablehnen!
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#7 UNICEF-SEXAnonym
#8 Gay-SeXXX-RightsAnonym
#9 XDAAnonym
#10 eMANcipation*Anonym
  • 23.04.2010, 00:14h
  • Antwort auf #3 von gniwerj
  • Menschenrechte muss man sich nicht durch "Integration" - in Wahrheit meinst du Assimilation und Unterordnung - verdienen, sondern sie stehen jedem Menschen unveräußerlich zu! Sonst sind sie nämlich das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

    Mit dieser Aussage offenbarst also leider DU eine völlig absurde und menschenverachtende Gesinnung.

    Ich bin in der Tat gegen jede Form der Diskriminierung, aber wir sollten die Herrschaftsverhältnisse in dieser Gesellschaft schon so wahrnehmen, wie sie nun einmal sind!

    Daher hat es für mich nichts mit "Diskriminierung" zu tun, wenn eine historisch und aktuell verfolgte, unterdrückte und diskriminierte Gruppe auch Räume für sich beansprucht, in der sie einfach mal unter "ihresgleichen" sein will! Das ist ein mehr als verständliches und menschliches Bedürfnis angesichts des durch zahllose sozialpsychologische Studien belegten "Diskriminierungsstress", dem schwule Männer in dieser Gesellschaft nach wie vor von kleinauf ausgesetzt sind.

    Wenn man daher beispielsweise sagt: Wir wollen auch mal unsere eigene sportliche Veranstaltung machen, in der wir ausnahmsweise als Schwule mal in der "Mehrheit" sind - der Mainstream-Sport respektiert in vielen Bereichen ja bis zum heutigen Tage kaum offen Schwule oder macht ihnen zumindest das Leben schwer -

    dann ist das meines Erachtens kein Akt der Diskriminierung gegenüber anderen. Und dieses Bedürfnis wurde offensichtlich in den Regeln der Veranstaltung ja auch so formuliert, was ich aus den oben genannten Gründen auch nachvollziehbar und berechtigt finde.

    Wenn diejenigen, die hier - aus welchen fragwürdigen Motiven auch immer - gleich hysterisch "Diskriminierung" schreien, bei dem allgegenwärtigen Heterosexismus in dieser Gesellschaft, bei jedem Akt, der anderen Heterosexualität unterstellt oder aufherrschen will und Schwule in ihrer sexuellen Identität oftmals direkt angreift, sich nur mal ebenso lautstark empören würden!

    Dann würde man euch euren plötzlichen Aktionismus gegen Diskriminierung vielleicht abnehmen.
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