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Lady Gagas letzter Streich knackt bei YouTube in Kürze die 30 Millionen-Marke. Das frech-obszöne Video spielt mit Klischees und Styles.

Von Carsten Weidemann

Zugegeben, knapp 30 Millionen Zugriffe auf das Video "Telephone" von Lady Gaga in sechs Wochen seit Veröffentlichung, das ist fast nichts gegen ihr Video "Bad Romance", dass mit rund 190 Millionen Abrufen unangefochten auf Platz Eins im YouTube-Ranking liegt. Aber das poppig-bunt-obszöne Lesben-Techtelmechtel, dass die Künstlerin gemeinsam mit Beyoncé inszeniert, hat das Zeug, diesen Rekord einzuholen.

Die Story des neuneinhalb-minütigen Clips, den es in einer "cleanen" und einer "expliziten" Version gibt ist eine wilde Mischung aus "Hinter Gittern", "Kill Bill" und "Thelma & Louise". Lady Gaga landet im Frauenknast, in dem natürlich nur lesbische Wärterinnen ihren Dienst versehen und sich die weiblichen Mithäftlinge mit Hanteltraining, Sex und Catfights die Zeit vertreiben. Wieder in Freiheit wird das "böse böse Mädchen" von Beyoncé im "Pussy Wagon" abgeholt, um mit einer ordentlichen Portion Gift am nächsten Rastplatz einen fiesen Macho samt aller anderen Gäste und des Personals zu meucheln. Die beiden fliehen, verfolgt von der Polizei. Und an der Stelle, wo im Spielfilm "Thelma & Louise" die beiden Heldinnen händchenhaltend auf einen Abgrund zurasen, fahren die beiden Turteltauben einer ungewissen Zukunft entgegen. "To be continued..." heißt es im Abspann.

Der schwedische Musikvideoregisseur Jonas Åkerlund zeichnet für die schräge Klischee-Parade, bei der sich sämtlichen politisch korrekten Feministinnen die ungeschminkten Zehennägel aufrollen werden. Åkerlund hat in Anfang der Neunziger mit ganz braven Musikvideos der Langeweilerband Roxette (nanananana, nana nana, na, na, nananana, usw...) begonnen, dann aber 1997 mit dem Clip für "Smack my bitch up" von The Prodigy einen ersten Skandal produziert. Seitdem buchen ihn Madonna, Robbie Williams, Blondie, U2 und viele andere Stars. Auch seine Bebilderung zum inzwischen indizierten Rammstein-Song "Pussy", in dem in arg verschwommenen Bildern Menschen bei angeblich echten sexuellen Handlungen zu sehen sein sollen, erregte Anfang des Jahres die Gemüter. "Telephone" ist die zweite Arbeit für Lady Gaga nach dem Clip für "Paparazzi".

Neben den vielen derb-witzigen Ideen in "Telephone" besticht aber vor allem der rasende Kostümwechsel der beiden Ladys. Das Video ist ein perfekter Styleguide für all diejenigen, die sich zum Life Ball in Wien, zum CSD im Sommer oder zu Omas 90. Geburtstag mal wieder in einen geilen Fummel werfen wollen. Anregungen aus dem Clip haben wir in einer Bildergalerie zusammengefasst.

Gerne hätten wir das Video, dass fast überall auf der Welt bei YouTube abspielbar ist, hier präsentiert, um die Klickzahlen weiter in die Höhe zu treiben. Doch leider ließen die Rechteinhaber den Clip für Deutschland sperren und private Uploads des Songs werden regelmäßig gelöscht. Erlaubt ist uns nur ein Link (siehe unten) zu einer qualitativ schlechten Version, kaum größer als eine Briefmarke. Ob Gaga und Beyonce in der angekündigten Fortsetzung des Videos mal bei den Plattenbossen vorbeischauen und aufräumen sollten?

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25 Kommentare

#1 seb1983
#2 XDAAnonym
#3 AlexAnonym
  • 26.04.2010, 14:24h
  • Ja und, was ist daran noch besonders? Den Kindern und Jugendlichen ( die Hauptzielgruppe bei youtube) wird vermittelt das es normal ist das heterosexuelle Frauen sich untereinander ausprobieren.
    Würden auch mal homoerotische Szenen zwischen Jungs in Videos und TV gezeigt, würden es die meisten Heten irgendwann normal finden und die vielen mit Bi- Neigung sogar geil.
    Für diese Normalität ist unsere Gesellschaft noch zu konservativ.
    Die vielen Zugriffe auf Schwulenpornos im Internet insbesondere die mit knackigen jungen Boys, sprechen eindeutig dafür das diese nicht nur von den 5- 10 Prozent schwulen Männern konsumiert werden.
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 26.04.2010, 14:59h
  • Wie kommt ihr in der Umfrage darauf "Mario Barth" - das Sprachrohr der Unterschicht - als Stilikone zu wählen?
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 26.04.2010, 15:32h
  • Was hat das bitte mit einer selbstbewussten, emanzipierten lesbischen Identität zu tun?

    Das ist primitivster Heterosexismus, der die zwangsrekrutierte Masse von "Hetero"-Männern auf Linie halten soll und der solange abzulehnen ist, bis Männer in derselben Weise miteinander dargestellt werden!
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 26.04.2010, 15:45h
  • Antwort auf #3 von Alex
  • Dennoch sind solche Darstellungen eine Abwertung lesbischer Identität, weil das "lesbische Experimentieren" gerade nicht als gleichwertig und in der gleichen Weise dargestellt wird wie die zwanghafte Dauer-Hetero-Inszenierung! Vielmehr zeigen sich hier ja keine selbstbewusst lesbischen Frauen, sondern solche, die sporadisches "Lesbisch-" bzw. "Bi-sein" allenfalls zur Aufpolierung ihres Hetero-Lebens benutzen - mit eindeutig kommerziellen Motiven, versteht sich.

    Deine Beobachtung hinsichtlich der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen und deren Wirkung auf junge Menschen ist aber völlig richtig:

    Nicht umsonst ist die gefühlte Freiheit junger Männer, gleichgeschlechtliche Erfahrungen zu sammeln im zurückliegenden Jahrzehnt auf einen absoluten Tiefpunkt seit Beginn entsprechender Erhebungen Ende der 70er Jahre gefallen - siehe Vergleichserhebung der BZgA zur Jugendsexualität - während sich der Prozentsatz gleichgeschlechtlicher Erfahrungen unter weiblichen Jugendlichen seit 1994 auf einen bislang nie erreichten Höchstwert verdoppelt hat und nunmehr auch etwa doppelt so hoch liegt wie bei männlichen Jugendlichen.

    Dass die heterosexistischen Massenmedien hierbei - ebenso wie mit Blick auf die wieder deutlich erstarkende Homophobie in dieser Altersgruppe insgesamt - einen sehr großen Einfluss haben, liegt auf der Hand.

    So werden inzwischen auch schon wieder große Kinofilme mit schwulenfeindlichen Spots beworben, die sich direkt an die junge Zielgruppe richten und "schwul" als Negativattribut und als Eigenschaft, von der man sich abgrenzen muss, hinstellen!

    Eine verheerende Entwicklung - aber wo bleibt unser Aufschrei, jenseits der seitenlangen Empörungs-Threads bei queer.de?

    Ich mache in beinahe jedem dieser Threads Vorschläge, wie wir eine Plattform wie diese hier zur Organisation gemeinsamer Aktivitäten nutzen könnten, und habe immer wieder um Beteiligung und Ideen gebeten.

    Aber was kommt? NICHTS!

    Also, wir haben uns offenbar entschieden, dass es einfach so weitergeht?!
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#7 XDAAnonym
#8 eMANcipation*Anonym
#9 XDAAnonym
#10 Liedel
  • 26.04.2010, 16:25h
  • Ja genau! Was solln der Roxette-Hass? Die Band meiner Teenie-Jahre *lol Mag die heute noch.
    Finde dagegen eher die Gaga langweilig weil kommerzielles Wischiwaschi.
    Außerdem sieht se aus wie ne Gummipuppe, wenn die sich nicht "poppig-bunt-obszön" präsentieren würde, wär das glaub ich ne ziemlich langweilige Eule!

    Gagaolala, ralla-pullala
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