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Die Berner Verkehrsbetriebe weigern sich, Plakate für Schwule und Lesben mit Migrationshintergrund aufzuhängen.

Die Homosexuelle Arbeitsgruppe Bern (HAB) hatte die Plakate in verschiedenen Sprachen, darunter Türkisch und Arabisch, entworfen. Sie sollen schwulen und lesbischen Migranten zeigen, dass sie nicht alleine sind, und auch unter Ausländern für Toleranz werben. Einer der Slogans lautet etwa: "Mein Sohn ist schwul. Warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?"

"Bernmobil" stört sich aber an der ausländischen Sprache: "Wir hängen in unseren Fahrzeugen keine Plakate auf, die wir selbst nicht verstehen" erklärte Annegret Hewlett, Sprecherin der Verkehrsbetriebe nach Angaben von "20 Minuten". Dabei ließ sie unberücksichtigt, dass sämtliche Texte auf den Plakaten auch auf Deutsch gedruckt sind.

"Kuschen vor Ausländern"

Kritik an der Entscheidung in der Bundeshauptstadt gibt es aus Homo-Gruppen und der Politik. So bezeichnete Pink Cross die Weigerung von Bernmobil als "alles andere als weltstädtisch". Thomas Fuchs, ein offen bisexueller Abgeordneter des Kantonsparlaments hält die Erklärung des Verkehrsverbundes für eine "faule Ausrede": "Bernmobil hat doch bloß Angst vor aggressiven Reaktionen und kuscht deshalb vor den Ausländern", so der Parlamentarier der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei. Fuchs ist einer der Gründer der GaySVP, die allerdings von der Mutterpartei nicht mit offenen Armen empfangen wurde (queer.de berichtete).

Bereits zuvor war Bernmobil mit einer sehr selektiven Ablehnung von Werbung aufgefallen. So untersagte der Nahverkehrsanbieter ein Plakat von konfessionsfrei.ch. Angeblich verletze diese Werbung der Freidenker religiöse Gefühle. Das Plakat bestand allerdings nur aus einem blauen Himmel und ein fünf Worte starken Zitat des Philisophen Jean-Jacques Rousseau. Es lautete: "Der Mensch ist frei geboren". (dk)



#1 FloAnonym
  • 28.04.2010, 18:57h
  • Tja, da sitzen halt genauso konservative, homophobe Ewiggestrige, wie in vielen anderen Unternehmen, in der Politik, etc. auch.

    Umso wichtiger, dass wir noch aktiver werden und noch deutlicher klar machen, dass wir uns so was nicht mehr bieten lassen.
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#2 Gay TravellerAnonym
#3 Liedel
  • 28.04.2010, 20:17h
  • "Wir hängen in unseren Fahrzeugen keine Plakate auf, die wir selbst nicht verstehen"

    Das klingt ja fast schon wie "Wir haben's nicht erfunden"
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#4 Roman BolligerAnonym
  • 28.04.2010, 20:42h
  • Zwar heissen die Berner Verkehrsbetriebe "bernmobil". Von Mobilität in den Köpfen des Kaders und im Geist des Berner Unternehmens ist aber Nichts zu bemerken, im Gegenteil: Stillstand und Rückständigkeit beherrscht die behäbige Szene, es müffelt nach intellektuellem Moder.

    Bernmobil: Das Unternehmen, das die Schweizerische Hauptstadt im Ausland der Lächerlichkeit preisgibt. Definitiv keine Reise wert!
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 28.04.2010, 22:00h
  • Müssen wir eigentlich in schwulen Medien die widerliche, fremdenfeindliche Propaganda von Rechtsradikalen und Neonazis, ob sie sich nun "bisexuell" oder wie auch immer schimpfen, verbreiten?

    Sollten wir das?

    Dann brauchen wir uns aber nicht zu wundern, wenn andere sich bei ihrer Hetze gegen Schwule ebenfalls auf die "Meinungsfreiheit" berufen bzw. dieses demokratische Grundrecht als "Recht" auf Hassrede und Diffamierung pervertieren wollen.
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#6 gatopardo
  • 28.04.2010, 22:43h
  • "Verletzung religiöser Gefühle" mit einem Zitat von Rousseau. Und das 200 Jahre nach der Franz. Revolution. Wer hätte das 1789 und 1848 vorausgesehen ? Ich mag´s nicht glauben, dass sein Geburtsland die Schweiz zu so etwas fähig ist.
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