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Ein Partnerschaftsberater darf keine schwul-lesbischen Paare aus religiösen Gründen ablehnen, entschied am Donnerstag ein Gericht in London. Ein Ex-Bischof warnt nun vor drohenden "Unruhen" in Großbritannien.

Der 48-jährige Gary McFarlane hat damit eine Niederlage einstecken müssen. Der bekennende Christ war 2008 von einer Familienberatungsstelle in Bristol gefeuert worden, weil er wegen seines Glaubens nicht mit schwulen oder lesbischen Patienten zusammenarbeiten wollte. Sein Arbeitgeber hatte erklärt, dass niemand wegen persönlicher Ansichten einer Minderheit die Hilfe verweigern darf.

Richter John Laws vom höchsten Berufungsgericht in London stimmte dieser Argumentation zu: Nicht jede "irrationale" Meinung im Arbeitsleben muss geduldet werden, wenn sie ausschließlich auf religiösen Gründen beruht. Die Forderung McFarlanes, nur mit Heterosexuellen zusammenzuarbeiten, sei zudem "launisch und willkürlich".

McFarlane erklärte nach dem Urteil, er sei "enttäuscht und bestürzt": "Ich bin zwar ausgebildet, auch gleichgeschlechtliche Paare zu beraten", erklärte er nach Angaben der BBC. "Aber auch meine christlichen Überzeugungen und Grundsätze sollten ernst genommen werden, damit Menschen wie ich diese nicht über Bord werfen müssen."

Früherer Anglikaner-Chef fordert "sensiblere" Richter

In dem Verfahren hatte auch Lord George Carey, als Erzbischof von Canterbury bis 2002 Chef von rund 80 Millionen Anglikanern, für das Recht von christlichen Angestellten im Gesundheitswesen geworben, Schwule und Lesben nicht behandeln zu müssen. Der 74-Jährige forderte den britischen Staat auf, Verfahren gegen Christen nur von Richtern entscheiden zu lassen, die eine "Sensibilität" gegenüber der Religion entwickelt hätten. Außerdem warnte er die säkulare Gesellschaft vor Konsequenzen: Wenn Christen durch Urteile der Gerichte unter Druck gerieten, könnte dies zu "Unruhen" führen, droht der frühere Bischof.

Richter Laws erwiderte lediglich, dass Carey das Antidiskriminierungsgesetz nicht verstanden habe. Das Gericht dürfe Christen nicht besser behandeln als andere Bürger, so Laws.

Erst im letzten Monat hatte eine kirchliche Adoptionsvermittlung einen Sieg vor dem Londoner High Court errungen. Die katholische Einrichtung forderte, sich nicht an das Antidiskriminierungsgesetz halten zu müssen, um Kinder nur an heterosexuelle Paare zu vermitteln (queer.de berichtete). Die britische Regierung muss nun erneut prüfen, ob die Katholiken Schwule und Lesben zukünftig wegen ihrer sexuellen Orientierung abweisen dürfen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

24 Kommentare

#1 stromboliProfil
  • 30.04.2010, 17:16hberlin
  • Nicht jede "irrationale" Meinung im Arbeitsleben muss geduldet werden, wenn sie ausschließlich auf religiösen Gründen beruht...
    damit ist alles auf den punkt gebracht: irrationaler religiöser anspruch bis hin zur drohung der "aufstände" ... ("Wenn Christen durch Urteile der Gerichte unter Druck gerieten, könnte dies zu "Unruhen" führen, droht der frühere Bischof."..)
    die masken fallen, die fratze der christlichen nächstenliebe zeigt die wahren züge: gewalt!

    Na dann lasst die masken mal unruhig werden

    Was allerdings schwule bei christlichen "beratern" zu suchen haben, ist eine andere frage.. anpassung macht offensichtlich vor nichts mehr halt!
    Ausser es dient dazu die pharisäer zur weissglut zu bringen.. dann massenhaft ins beratungszentrum!
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#2 schwulenaktivist
  • 30.04.2010, 17:25h
  • Christus hat Menschen geholfen, egal welcher Religion sie angehörten. Die katholische Kirche hat Verbrechern und Mördern geholfen, nur nicht Homosexuellen? Sagt doch schon alles!
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#3 stromboliProfil
  • 30.04.2010, 18:11hberlin
  • Antwort auf #2 von schwulenaktivist
  • vorausgesetzt jesus hat wirklich gelebt.. was ja auch noch des nachweises bedarf.. und sicher nicht dem der kirchen!
    Eher ist zu vermuten, dass hier eine zusammenfassung verschiedenster "eigenschaften" und erwartungshaltung der damaligen zeit auf eine einzigste figur stattfand, nähmlich dem damals erwarteten "messieas" der jüdischen endzeitprophezeiungen...

    Es gibt keine wirklich dokumentierte akte über die "verurteilung und kreuzigung" ausser die der anhänger jesu.

    So bleibt die figur jesu eher eine symbolische erwartungshaltung pilosophischer überlegungen als eine real verstorbene person...!
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#4 GeorgEhemaliges Profil
  • 30.04.2010, 19:47h
  • Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass Christen allen Andern vorschreiben können was diese zu tun haben. Es ist nur zu begrüßen das Gerichte der Diskriminierung und Verfolgung Anderer durch die Christen unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit einen weiteren Riegel vorschieben.

    Es ist zu hoffen, dass dies künftig noch verstärkt wird und auch in Deutschland geschieht!
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 30.04.2010, 20:53h
  • Antwort auf #4 von Georg
  • Wie soll das denn bitte in Deutschland geschehen?

    In diesem Kirchenstaat sind doch kriminelle religiöse Organisationen von jeder Antidiskriminierungsgesetzgebung ausgenommen!

    Es gibt eben in diesem angeblichen demokratischen Rechtsstaat ein "Recht" auf Diskriminierung, auf permanente Herabwürdigung anderer, und nicht etwa ein Recht auf Schutz vor eben diesen Verbrechen!
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 30.04.2010, 22:37h
  • Und auch der Europarat kapituliert vor dem religiösen Wahn und macht eine deutliche Rolle rückwärts. Auf solche halbgegorenen Erklärungen, die in Wahrheit Diskriminierung gutheißen und perpetuieren, können wir eigentlich gut verzichten:

    "Die ursprüngliche Forderung, nach der Lesben und Schwule auch bei der Adoption nicht diskriminiert werden dürfen, wurde gestrichen."

    "Für religiöse Organisationen und Einrichtungen soll es nur [Was heißt da "nur"??? Damit wird religiöses Hasspredigen doch weiterhin protegiert!!!] dann Ausnahmen von Gleichstellungsgesetzen geben, wenn sie im Widerspruch zur jeweiligen Glaubenslehre stünden und die Ausnahmen mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar seien."
    www.ggg.at/index.php?id=62&tx_ttnews[tt_news]=3083&cHash=940
    a3e04d590acc5874b74c80244646e


    Bilden sich die verantwortlichen Politiker wirklich ein, sie könnten uns mit so einem Müll abspeisen?

    Nutzen wir die CSD-Saison, um endlich mal wieder eine klare Botschaft gegen den Heterror herüberzubringen?

    Hierzulande sollte eine schwarz-gelbe Regierung, die uns unsere Verfassungsrechte verweigert und Urteile des Bundesverfassungsgerichts sowie Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages (siehe Verfassungswidrigkeit des Adoptionsverbotes) einfach ignoriert, Anlass genug für breiten Protest sein!
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 30.04.2010, 23:26h
  • Nach Durchsicht der so wohlklingend formulierten Resolution des Europarates vom gestrigen Tage, sehe ich mich einmal mehr darin bestätigt, dass wir endlich klarstellen müssen, was demokratische "Meinungsfreiheit" ist und was sie nicht ist.

    assembly.coe.int/Mainf.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta10/
    ERES1728.htm


    Ist Menschenhass eine demokratisch legitime "Meinung"? Gibt es ein Recht darauf, Hass und Diskriminierung gegen andere zu befördern, andere Menschen in einem - wie der Europarat so schön feststellt - derart zentralen und intimen Bereich ihrer Persönlichkeit und Würde im öffentlichen und alltäglichen Leben immer wieder völlig unbehelligt anzugreifen?

    Wie kann der Europarat einerseits von den schwerwiegenden Folgen solcher Attacken insbesondere für Jugendliche parlieren, andererseits aber diese widerliche Form der Gewalt - von wem auch immer sie ausgehen mag - durch Verweis auf die "Meinungsfreiheit" rechtfertigen?

    Jeder Politiker, der auch nur eine einzige schwul-lesbische Wählerstimme sehen will, und jeder Rechtsstaat, der sich weiterhin mit schwul-lesbischen Steuergeldern finanzieren will, muss endlich klar und deutlich die Frage beantworten: Gibt es ein Recht darauf, Menschenhass - d.h. konkret Hass gegen uns - zu äußern, oder haben wir ein Recht darauf, eben davor geschützt zu werden?

    Ich sage: Schluss mit der Straffreiheit menschenverachtender, homofeindlicher Gewalt auch und gerade in der Sprache - das hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun!

    NIEMAND wird in seiner Freiheit eingeschränkt, dass er seine Schwulenfeindlichkeit nicht zur Schau stellen darf, aber SEHR VIELE, vor allem junge und besonders verwundbare Menschen werden durch die Straffreiheit dieser widerlichen, auch verbalen Gewalt in ihren grundlegenden Freiheits- und Persönlichkeitsrechten eingeschränkt bzw. ihrer beraubt!

    Heterosexismus und Homophobie sind ein Verbrechen und müssen auch strafrechtlich endlich als solche behandelt werden!
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#8 Das MerkelAnonym
  • 01.05.2010, 00:07h
  • und ihr Klüngelmeister G.W. -

    Schande über euch!

    So sieht es auch Amnesty International:

    Amnesty International EU Office Press Release

    The Council of the EU must adopt the new Anti-Discrimination Directive!

    “It is a real shame that such an important piece of legislation, which is only filling an existing legal gap, is being blocked by a country that publically claims to take discrimination issues seriously. Germany is denying protection to victims of discrimination all around Europe while in the same time granting such protection at home,” says Nicolas Beger, the director of Amnesty International’s EU office."

    www.amnesty-eu.org/static/html/pressrelease.asp?cfid=12&id=4
    52&cat=4&l=1


    Daher: Am 9. Mai in NRW niemanden wählen, der CDU und/oder FDP irgendwie an der Macht hält und damit auch ihre verbrecherische Politik im Bund stützt!
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#9 alexander
  • 01.05.2010, 08:28h
  • Antwort auf #4 von Georg
  • genau das ist der punkt, diese religionsgemeinschaften mischen sich ständig in belange von anderen menschen ein, die mit ihrer vereinsmeierei überhaupt nichts zu tun haben wollen ! und kassieren von denselben auch noch ab ?!
    obendrein verkaufen sie ihren dogmatismus noch als "religionsfreiheit", d.h. der rest der welt hat sich ihren "ansichten" zu beugen und unterzuordnen !
    und wehe das funktioniert nicht, dann sind diese brüder sofort in die opferrolle geschlüpft !

    letztlich geht es auch in diesen fällen, wie immer nur um ihren machterhalt, den es mit allen mitteln durchzusetzen gilt.

    dieser gary mcfarlane ist ein besonders bösartiger fall, der kerl macht eine ausbildung, die sogar eine betreuung von schwul-lesbischen paaren beinhaltet, ist sich also seines aufgabenbereiches schon während der ausbildung bewusst, tritt aber trotzdem seinen job an, um dann die christliche keule zu schwingen! und bemüht auch noch die gerichte !
    ( hat was von unterwanderung der öffentlichen einrichtungen durch "sekten".)

    und um dem ganzen die krone aufzusetzen, droht ein ex-bischof mit unruhen, weil dieser gary eine schlappe vor gericht "erlitten" hat !

    es wundert nur, dass gary nicht auch noch die "farbigen-diskriminierungskarte" gezogen hat ?

    es muss endlich von staatlicher seite dafür gesorgt werden, dass diese herrschaften ihre "glaubensschwurbelei" innerhalb ihrer vereine ausmachen, aber den rest von "unbescholtenen" bürgern in ruhe und unbehelligt lassen !

    wer glaubt seine eigenverantwortung und seelenheil diesen geiern übertragen zu müssen, soll das von mir aus tun, aber uns vor missionarischem eifer verschonen.
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#10 Angry Gay ManAnonym
  • 01.05.2010, 09:07h
  • Eine weise Entscheidung! Solche Sesselpupser sind in der Beamtenszene fehl am Platz!
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