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Der Chef der slowakischen Nationalpartei (SNS), Ján Slota, hat vor einer "gesellschaftlich inakzeptablen" Demonstration von Schwulen und Lesben in Bratislava gewarnt. Am 22. Mai soll es in der Hauptstadt den ersten CSD des Landes geben.

Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASR drohte der 58-Jährige, der anders als seine Partei nicht an der Regierung beteiligt ist, mit offener Aggression gegenüber den Teilnnehmern der Demonstration: "Ich werde persönlich kommen, um sie anzuspucken". Seine Partei werde "eine passende Reaktion" auf die Parade vorbereiten, zitiert ihn der ORF weiter, "um ihnen klar zu zeigen, dass sie auf unseren Straßen ein unerwünschtes Element sind". Denn er sei "tief überzeugt", dass Homosexualität eine Krankheit sei.

Der Chef der kleinen Partei, die mit den Sozialdemokraten von Premier Robert Ficos reagiert, gilt als Rechtsaußen mit kantigen Sprüchen. So hatte er Roma einst als "Parasiten, die eliminiert werden müssen" bezeichnet. Einer Journalistin sagte er 2007, Schwule seien "Schmutz". Zuvor hatte er behauptet, er habe kein Problem mit Schwulen, "solange diese im Schatten bleiben und einfach ihre abstoßenden sexuellen Orgien machen".

Die Regierungsbildung mit dem Problempartner sorgte 2006 für Proteste auf EU-Ebene, die slowakischen Sozialdemokraten wurden zeitweilig aus der Sozialdemokratischen Partei Europas ausgeschlossen. Bei den Parlamentswahlen am 12. Juni wird, nach zahlreichen Korruptionsskandalen, mit großen Stimmenverlusten für die Nationalen gerechnet.

Der "Duhovy Pride" (Regenbogen-Pride) soll in diesem Jahr zum ersten Mal stattfinden. Gleichgeschlechtlicher Sex ist (in der Tschechoslowakei) seit 1962 erlaubt und seit 1990 gibt es das gleiche Schutzalter wie für Heterosexuelle. Während das liberalere Tschechien inzwischen Eingetragene Lebenspartnerschaften kennt, gibt es im Nachbarland weiterhin keine Pläne zur Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnern. Durch EU-Richtlinien sind allerdings Antidiskriminierungsgesetze in Kraft. (nb)



#1 SteuerzahlerAnonym
  • 01.05.2010, 15:46h
  • Was sind das für "EU-Richtlinien", die nicht einmal derart offene Hetze und Gewalt unterbinden?

    Finanzieren wir als Schwule und Lesben DAFÜR die EU (von unserem deutschen "Rechtsstaat" mal ganz abgesehen) ?
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 01.05.2010, 16:32h
  • Boah ey...rechtsradikal würde ich diesen Typen bezeichnen.

    Da kann man für die Slowakei nur hoffen, dass dort die Wahlen gut verlaufen und die Nationalpartei verliert. In Ungarn gab es nämlich im April erst einen massiven Rechtsrutsch...

    Aber in der Slowakei scheint die SNS stark politisch angeschlagen zu sein. Hoffentlich fahren viele homosexuelle Österreicher von Wien aus nach Bratislava, um dort den CSD zu unterstützen.
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#3 archibaldAnonym
#4 MASAnonym
#5 goddamn. liberalAnonym
  • 01.05.2010, 20:50h
  • Was soll man anderers erwarten in einem Land, das vor 1993 seine einzige Zeit der 'Unabhängigkeit' als klerikalfaschistischer Vasallenstaat Hitlers mit einem kath. Priester als Präsident erlebte. Die Auflösung der Tschechoslowakei war ein großes Unglück.
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#6 stephan
  • 01.05.2010, 23:12h
  • Antwort auf #1 von Steuerzahler
  • Du hast vollkommen recht! Es kann nicht angehen, dass Politiker in der EU sich derart äußern. Wenn sie es dennoch tun, sind sie von unserer Regierung und von Brüssel eindeutig als dreckiges Faschistenpack zu klassifizieren, mit denen fernerhin nicht zu sprechen ist, solange sie die Äußerungen nicht zurücknehmen und sich öffentlich entschuldigen! Diese Subjekte müssen begreifen, was sie tun und das dies nicht toleriert wird!!!
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#8 gatopardo
  • 02.05.2010, 10:11h
  • Naja, ein unbedeutender Politiker, noch dazu ein Nationalist. Wir sollten solche dumpfen Menschen nicht überbewerten. Ausserdem ist die Slowakei kein Land mit Millionenstädten, wo sich eine Szene entwickeln könnte. Bratislava, das ich 2008 besucht habe, ist zwar hübsch , aber mit einer mittleren europäischen Kreisstadt zu vergleichen und ist dann auch schon die einzige Metropole des Landes.
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#10 antos