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Ein baptistischer Prediger ist im Nordwesten Englands verhaftet worden, weil er Homosexualität als "Sünde" bezeichnet hat.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 20. April in Wokington in der Grafschaft Cumbria. Jetzt hat der 42-jährige Prediger Dale McAlpine gegenüber den konservativen Zeitungen "Daily Mail" und "Telegraph" sein Leid geklagt: Er habe, so gibt er an, lediglich Gottes Wort verbreiten wollen, als er in der Innenstadt "Fahrkarten in den Himmel" verteilte. Im Gespräch mit Passanten erklärte er, dass er Homosexualität – ebenso wie Gotteslästerung, Unzucht, Ehebruch und Trunksucht – als Sünde ansehen.

Ein Polizist, der auch Sprecher der schwulen Polizeivereinigung der Stadt ist, ging den Medienberichten zufolge auf den Prediger zu und erklärte, diese Aussagen seien "beleidigend". "Ich habe ihm aber gesagt, dass es eine Sünde ist", erinnert sich McAlpine an das Gespräch. Der so angegriffene Polizist holte Verstärkung und verhaftete den Prediger kurze Zeit später. Er musste sieben Stunden in der Zelle verbringen, bevor er auf Kaution wieder freigelassen wurde.

Die Polizei wirft dem Baptisten die Erregung öffentlichen Ärgernisses sowie Belästigung vor. Dabei beruft sie sich auf Gesetze, die in den 1980er-Jahren ursprünglich zur Bekämpfung von Fußballhooligans erlassen worden sind.

Anwalt: Rhetorik gegen Schwule ist "Meinungsfreiheit"

Christliche Aktivisten sind empört über die Verhaftung: "Die Polizei hat die Pflicht, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, aber sie hat auch die Pflicht, die Meinungsfreiheit zu verteidigen", erklärte Sam Webster, ein Anwalt des radikalprotestantischen Christian Institute, der McAlpine vertritt. Laut der gegenwärtigen Rechtsprechung sei es in einer Demokratie möglich, auf die negativen Folgen von Homosexualität hinzuweisen, so Webster.

Bereits vor wenigen Tagen sorgte das Urteil gegen einen christlichen Partnerschaftsberater für Wirbel: Dieser weigerte sich aus religiösen Gründen, Schwule und Lesben zu behandeln. Daraufhin feuerte eine Beratungsstelle in Bristol den 48-Jährigen (queer.de berichtete). Der ehemalige Chef der anglikanischen Kirche warnte daraufhin vor "Unruhen", die durch eine mangelnde "Sensibilität" der Richter gegenüber Christen ausgelöst werden könnten (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

55 Kommentare

#1 Frankyboy
#2 HandoAnonym
  • 03.05.2010, 12:41h
  • Prima! Die gesamte Baptisten-Sekte gehört verboten! Baptisten, immer wieder Baptisten! Wenn irgendwo im evangelikalen Bereich etwas Homophobes geschieht, sind es in den meisten Fällen Baptisten. Das einzig Gute ist, dass wir hier in Mitteleuropa nur einige Zehntausend Mitglieder von denen haben, während sie in den amerikanischen Südstaaten die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Während aber in den USA die Situation etwas differenzierter betrachtet werden muss (dort sind sie Volkskirche, deshalb gibt es dort auch die eine oder andere schwulenfreundlichere Gemeinde), haben die Baptisten in Deutschland (die sich hier auch Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde) nennen, Sektencharakter. Wer eine solche Gemeinde besucht, ist erst einmal überrascht von der Freundlichkeit, die er dort erfährt. Erst später merkt er, dass dies nur ein Trick ist, um neue Besucher an sich zu binden. Ist er erst einmal Mitglied geworden, setzt die Gehirnwäsche ein.
    Schwule und Lesben seien ausdrücklich vor dieser Sekte gewarnt!
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#3 VolumeProProfil
  • 03.05.2010, 14:15hMönchengladbach
  • Die Polizeiaktion ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie zeigt auch, dass Schwule und Lesben sich vertrauensvoll an die britische Polizei wenden können.
    Doch jetzt muss die Staatsanwaltschaft handeln und den Prediger anklagen. Ein solcher Präzendens-Fall ist dazu geeignet, den Baptisten eine Lektion zu erteilen.

    Wenn der Prediger verurteilt ist, werden es sich andere Personen schon noch überlegen Homophobie als Meinungsfreiheit darzustellen.
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#4 jojoAnonym
  • 03.05.2010, 14:23h
  • homophobie mit dem strafrecht bekämpfen? wir würden das genaue gegenteil erreichen!

    wenn der mann wirklich nicht mehr gesagt hat, als dass homosexualität eine sünde sei, dann war die verhaftung völlig überzogen. mit dem dummen geschwätz von gläubigen müssen wir anders umgehen. strafrechtliche verfolgung aufgrund von meinungsäußerungen ist keine kleinigkeit. für mich liegt die grenze hier beim öffentlichen gewaltaufruf, aber nicht bei der bloßen beleidigung.

    wenn es schule macht, dass solche äußerungen nicht inhaltlich widerlegt, sondern strafrechtlich verfolgt werden, dann haben diese christen sogar recht, wenn sie von intoleranz und gesinnungspolizei reden. es mag kurzfristig befriedigend scheinen, religiöse spinner wegsperren zu können - langfristig wäre diese strategie absolut kontraproduktiv.
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#5 VolumeProProfil
  • 03.05.2010, 14:42hMönchengladbach
  • Antwort auf #4 von jojo
  • Auf der einen Seite hast Du Recht, aber nur durch gute Worte und Aufklärung erreicht man nicht jeden.

    Man kann das Problem der Homophobie mit dem Problem des Rechtsextremismus vergleichen. Hier wird gegen bestimmte Minderheiten agitiert und beide Gedankenwelten sind organisatorisch und inhaltlich ähnlich aufgebaut. Beide stützen sich auf falschen Wahrheiten und arbeiten mit Pauschalierunhen unzutreffender Art. Auch folgen beiden Ideologien immer schlichte Menschen, die von rethorisch guten Anführern aufgehetzt und angestachelt werden.

    Aufgrund der Zweiglidrigkeit der Personenschichten innerhalb der Gedankenwelten kann man nur mit Aufklärung und Strafe arbeiten.
    Die Anführer müssen bestraft werden, damit sie im Vollzug der Strafe nicht weiter hetzen können. Derweilen müssen die Aufgehetzten aufgeklärt werden, dass die Hetze falsch ist.
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#6 Timm JohannesAnonym
  • 03.05.2010, 14:47h
  • Richtig so...

    Vor allem wenn er es noch nicht einmal schafft und sich auf homosexuelle Handlungen bezieht, sondern Homosexualität per se angreift und damit den homosexuellen Menschen angreift; was selbst beispielsweise der katholischen Sexualmorallehre widerspricht.

    Das ist in der Öffentlichkeit eine Erregung öffentlichen Ärgernisses und gehört bestraft.

    Overbeck bei Anne Will hätte man auch in der Sendung rausschmeißen sollen, da auch er dort nicht zwischen dem Menschen und der Handlung differenzierte, wie es seine eigene Kirchenleitung macht.

    Im Prinzip aber gehören all diesen homophoben Prediger mit Geldstrafen belegt, wenn sie in der Öffentlichkeit Hass gegen homosexuelle Menschen schüren. Hier bedarf es eigentlich einer Verschärfung der Strafbestimmungen.

    Wer in der Öffentlichkeit "Homosexualität als eine Sünde oder als sündhaft bezeichnet" gehört mit einer Geldstrafe belegt.

    Leider sind wir noch nicht soweit in unserer Gesellschaft...
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#7 splattergayAnonym
  • 03.05.2010, 15:15h
  • Also ich gebe jojo recht. Homosexualität als Sünde zu bezeichnen, würde ich als freie Meinungsäußerung durchgehen lassen. "Sünde" hat ja nur in Religionen eine Bedeutung und nichtreligiöse Menschen fühlen sich dadurch nicht angesprochen.

    Ich finde es sehr viel bedenklicher, daß eine Diktatur wie der Vatikanstaat und die röm.-kath. Kirche allgemein in diesem Staat und in ganz Europa noch soviel Macht besitzt, mit Milliarden Geldern unterstützt wird und in allen relevanten gesellschaftlichen Institutionen mitwirkt. Hier müsste meiner Meinung nach etwas geschehen, aber nicht bei kleinen Strassenpredigern.
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#8 jojoAnonym
  • 03.05.2010, 15:28h
  • ich habe ganz grundsätzliche probleme mit der anwendung von strafrecht auf solche fälle.

    zum einen: die meinungsfreiheit ist einfach eine extrem grundlegende freiheit; jede einschränkung muss hier sehr sorgfältig geprüft werden. ob schon der indirekte schaden, den die anwendung des religiösen sündenbegriffs zweifellos vielen menschen verursacht, ausreicht, um diese freiheit so fundamental zu beschneiden, scheint mir sehr fraglich. ein direkter aufruf zu gewalt wäre da, wie gesagt, ein ganz anderes kaliber.

    zum anderen: die toleranz, die wir von anderen menschen erwarten, kann nur auf der grundhaltung beruhen, dass jeder mensch die freiheit hat, auch das zu tun, was anderen als falsch erscheint. wenn wir nach dem strafrecht schreien, um diese "toleranz" zu erzwingen,dann erreichen wir damit keine toleranz, sondern errichten nur eine weitere norm.

    mit einer strategie, die auf der gewaltsamen durchsetzung von normen statt auf aufklärung und überzeugung beruht, wird ma m.e. niemals toleranz fördern können, sondern immer nur das genaue gegenteil erreichen. toleranz mit dem strafrecht einführen zu wollen ist wie feuer mit benzin löschen.
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#9 anonymusAnonym
  • 03.05.2010, 15:45h
  • Ich weiß nicht ob ich mich darüber freuen soll.
    Wir leben in einer demokratischen Gesellschaftsordnung und es muß möglich sein,seine Meinung auszudrücken ,solange man den anderern nicht tätlich angreift. Wir freuen uns jetzt weil der Typ festgenommen wurde weil er gegen uns Stellung bezog. (Verständlich - auch ich hab erst gedacht - geschieht ihm recht! ) Aber wenn ich da weiterdenke und spinne dann muß ich bald damit rechnen, festgenommen zu werden wenn ich meine Meinung über Leute kundtue die mir nicht passen ... sorry, auch wenn´s uns nicht passt - Meinugnsfreiheit muß gewährleistet sein- auch in unserem Interesse
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#10 splattergayAnonym
  • 03.05.2010, 15:53h
  • Du hast Recht. Es bewirkt genau das Gegenteil. Auf kath. Webseiten kann man jeden Tag lesen, daß in Europa die Christenverfolgung in vollem Gange ist. Da wird das heutige Europa sogar mit dem 3. Reich verglichen, wo ja auch Priester ins KZ wanderten. Das ist natürlich ein ungeheuerlicher Vergleich, aber diese Leute suhlen sich ja in ihrem "Leid" und schuld daran sind u.a. die homounterwanderten Regierungen.

    Um Religionen in ihre Schranken zu verweisen finde ich solche Aktionen wie die neueste Ausgabe der Titanic viel effektiver, als die Anwendung des Strafrechts bei "durchgeknallten" Privatpersonen.

    Solche staatl. Maßnahmen hinterlassen bei mir immer einen faden Beigeschmack, nach dem Motto "die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen."
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