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Die Staatsanwalschaft ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Der Papst hat nun endlich sein Rücktrittsgesuch angenommen.

Von Jürgen Friedenberg

Papst Benedikt XVI. kam um die Annahme des Rücktrittsgesuchs nicht herum: Der Augsburger Ex-Bischof Walter Mixa, der Heimkinder verprügelt und Stiftungsgelder zweckentfremdet haben soll, hat sich für die Katholische Kirche zum Super-Gau entwickelt. Der ehemalige Kirchenfürst, der erst auf Drängen der Katholischen Bischofskonferenz im April in Rom ein Rücktrittsgesuch eingereicht hat, wird jetzt auch noch des sexuellen Missbrauchs eines minderjährigen Jungen bezichtigt. Die Staatsanwaltschaft hat "Vorermittlungen" eingeleitet. Es soll dabei um einen Fall aus Mixas Zeit als Bischof von Eichstätt 1996 bis 2005 gehen.

Immerhin hat die katholische Kirche dabei selbst die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, teilte das bayerische Justizministerium mit. Mixa hat die neuen Beschuldigungen als "unwahr" zurückgewiesen, aber gleichzeitig seine Bereitschaft bekundet, mit der Staatsanwaltschaft zwecks Klärung der Vorwürfe zusammenzuarbeiten.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte Mixa, der in der Öffentlichkeit stets als strikter Gegner homosexueller Lebensverwirklichung auftrat, womöglich der Prozess gemacht werden, sofern die neuerliche Straftat noch nicht verjährt ist. Aber auch so droht der Katholischen Kirche ein kaum vorstellbarer Vertrauensverlust, denn so schwere Verfehlungen, wie der jetzt behauptete Missbrauch, wurden hierzulande noch keinem Bischof angelastet.

Die Leitung der Augsburger Diözese tat deshalb gut daran, alle vorliegenden Hinweise an die Staatsanwaltschaft weiter zu reichen, um gar nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, hier werde etwas vertuscht. Das Augsburger Domkapitel hat noch am 8. Mai Weihbischof Grünwald zum Diöcesanadministrator gewählt. Der 79jährige soll bis zur Ernennung eines neuen Bischofs die kirchlichen Amtsgeschäfte führen.

Der Papst, der angeblich schon vor einigen Tagen über die Ausweitung des Falls informiert wurde, hat sich bei der Annahme von Mixas Rücktrittsgesuch weder hierzu noch zu der Deutschland beunruhigenden Missbrauchswelle geäußert. Bitter wird es für Benedikt XVI aber schon gewesen sein, einem langjährigen "Gesinnungsgenossen" den Stuhl vor die Tür stellen zu müssen. Schadenfreude wäre unangebracht, dafür ist all das, was bisher bekannt wurde, zu schlimm und zu traurig. Aber man fragt sich doch: Wer wird der Nächste sein?

Zuletzt aktualisiert am 09.05.10 um 12:35 Uhr

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Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 FDP-WählerAnonym
  • 08.05.2010, 09:32h
  • Rechtstaatl. gilt die Unschuldsannnahme. Jemanden medial fertig zu machen, nur weil er seine Moralvorstellunngen öffentlich ausspricht ist unfair.
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#2 derBastiAnonym
  • 08.05.2010, 10:05h
  • Ich würde mal sagen, es ist Zeit für einen Mixa-Gebote Counter:

    1) Du sollst nich falsch Zeugnis reden
    Das ist ziemlich erwiesen
    2) Du sollst nicht stehlen
    Vermutlich veruntreute Gelder.
    3) Du sollst nicht töten
    Die Schläge und die vermutete sexuelle Nötigung dafür gibt es im Wortlaut kein Gebot aber eigentlich ist das Mord an der Seele von Kindern
    4) Du sollst nicht ehebrechen
    Die vermutete sexuelle Nötigung ist auch noch ein Verstoss gegen den Zölibat
    Die drei ist etwas weit hergeholt, deshalb könnte man hier auch im neuen Testament schauen:
    3*) Du sollst deinen nächsten Lieben wie dich selbst
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#3 TiMAnonym
  • 08.05.2010, 10:06h
  • Sorry, aber das mit der "Schadenfreude" sehe ich völlig anders!

    Damit hier kein Missverständnis aufkommt, ich denke dabei zuerst an das Opfer, das diesem Menschen (eventuell) ausgeliefert war. Das wäre schrecklich und für den Betroffenen wahrscheinlich ein Albtraum!!!

    Sollte sich der (bisherige) Verdacht gegen den Bischof, der ja bereits bei den Vorwürfen des Kinderschlagens nachweislich gelogen hatte, aber bestätigen, dann "freue" ich mich, dass die Doppelzüngigkeit eines "Verbal-Hetzers" (weil er auch gegen Gays und ihre Lebensweise in unerträglicher Weise agierte) öffentlich werden würde. Und sollte sich der Verdacht des sexuellen Missbrauchs bestätigen, dann gehört dieser Mensch bestraft und hoffentlich weggesperrt!

    Manche Vertreter der katholischen Kirche, die immer wieder mit Sprüchen gegen Gays (z.B. Meissner, Ratzinger) das Gefühl der Beleidigung bei Schwulen und Lesben auslöste, was rechtlich leider ohne Folgen blieb, werden sich jetzt schon nach diesem Negativbeispiel in Zukunft hoffentlich zurückhalten. Die Reaktionen der Bürger/innen auf die Sprüche des Ruhrbischofs in der Sendung "Anne Will", zeigten bereits, wie sehr manche "Moralapostel" in Zukunft auf ihre Wortwahl achten müssen! Und das ist definitiv gut so, finde ich!!!
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#4 KatholenbasherAnonym
  • 08.05.2010, 10:06h
  • Wie war das noch in der Werbung "Die kommen alle in den Mixa und der macht Brei draus. Und der kommt dann oben drauf." Sorry: es muß ja "Mixer" und nicht "Mixa" heißen! Die Sonne bringt es - wie üblich - an den Tag! Eines ist bombensicher: Möge ihn das Fegefeuer in alle Ewigkeit quälen!
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#5 schwulenaktivist
  • 08.05.2010, 10:14h
  • Seine Moralvorstellungen öffentlich ausspricht? Wie oft haben Kirchenleute mit ihren Moralvorstellungen Homosexuelle öffentlich pauschal beleidigt? Jemand kann Handlungen unmoralisch finden,
    soll aber bitte die Leute auch pauschal in der Unschuldsvermutung belassen!

    Erstmal ist die religiöse Ideologie ein Missbrauch an Menschen. Und dieses System geht gezielt auch an die Sexualität, um Herrschaft auszuüben! Womit soll man noch beweisen, dass sexuelle Bedürfnisse und ihre Unterdrückung ein Missbrauch darstellt? Da ist der Missbrauch im Missbrauch vorprogrammiert...
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#6 alfAnonym
  • 08.05.2010, 10:16h
  • Sexueller Missbrauch hat ja mit homosexueller Lebensverwirklichung so gar nichts zu tun. Mixa hat auf jeden Fall das 11. Gebot der katholischen Lebensverwirklichung missachtet: Du sollst Dich nicht erwischen lassen!
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#7 TiMAnonym
  • 08.05.2010, 10:28h
  • Antwort auf #1 von FDP-Wähler
  • Entschuldigung, aber als "unfair" bezeichne ich die Kritik gegen Mixa nicht! Es kommt nämlich auch immer auf die Art an, wie man seine "Moralvorstellungen" verbal verfasst. Wenn diese dann gleich mit unerträglichen Angriffen gegen Andersdenkende und Anderslebende verbunden werden, muss man sich mit einem Feedback auseinadersetzen. Wer das nicht erträgt, sollte sich vorher überlegen was er/sie sagt.

    Wenn dann klar wird, dass gewisse "Moralvorstellungen" zwar ausgesprochen, sie selbst aber nicht gelebt werden, dann finde ich schon, das das eine gewisse Komik, ja sogar Lächerlichkeit hat! ;-)
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#8 Sveni-MausAnonym
  • 08.05.2010, 10:57h
  • Antwort auf #1 von FDP-Wähler
  • Das ja wohl lächerlich!

    Aber eben auch typisch für die FDP, die Freiheit die Ihr verteidigt, ist nur die Freiheit des Geldes, und da Malter Wixa und dir Kirche Geld haben, sollen sie alle Freiheiten haben.
    Aber Menschenrechte verteidigen? Nee, niemals gegen das Großkapital! So sieht doch Eure Vorgehensweise aus.

    Tut mir Leid, aber diese Art der "Freiheit" ist Anarchie und mehr nicht. Bürgerliche Freiheit sieht anders aus.

    Von eine Vorverurteilung halte ich ebenfalls nicht, aber Herr Mixa hat sich bereits mehrfach schuldig gemacht. Nur wurde und wird er leider auf Grund der Menschenrechtsverletzungen gegen Schwule bestraft. Also gilt hier, was Dürrenmatt in "Der Richter und sein Henker" schrieb, muss er halt für etwas anderes bestraft werden. Und hier kommt auch noch mal der große Unterschied zu Dürrenmatt zu Tage, denn dort wurde, er für eine nichtbegangene Tat bestraft. Mixa aber hat schon zwei von drei vorgeworfenen Taten begangen!

    Und ich finde, verlogene Moralapostel sollten besser Schweigen. Das gilt für Katholiken, wenn sie von Liebe sprechen und für die FDP, wenn sie von Freiheit spricht.
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#9 fernglasAnonym
  • 08.05.2010, 11:06h
  • "...ja, wo laufen die denn, wo laufen sie denn ?..."

    Nach der Vertreibung aus Oberschlesien im Jahr 1945 siedelte sich Mixas Familie in Heidenheim an der Brenz an. Walter Mixa besuchte zunächst das naturwissenschaftliche Gymnasium in Heidenheim (dort im Bund Neudeutschland aktiv), später die Spätberufenenschule St. Josef der Oblaten des Hl. Franz von Sales Fockenfeld. 1964 machte er hier sein Abitur.

    de.wikipedia.org/wiki/Bund_Neudeutschland#Mitglieder_des_Bun
    des_Neudeutschland
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#10 HandoAnonym
  • 08.05.2010, 11:31h
  • Die Geschichte mit Mixa ist schlimm genug, weitaus schlimmer aber ist die Tatsache, dass es immer noch Schwule gibt, die weiterhin Mitglied in dieser Horrorkirche bleiben. Wenn man als Einzelner überhaupt etwas bewirken kann, dann nur durch Entzug der Kirchensteuer!
    www.kirchenaustritt.de
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