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Schwule Knutsch- und Bettszenen in der Vorabendserie "Alles was zählt" haben die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) erregt. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung musste RTL mehrere Sekunden aus einer aktuellen Folge herausschneiden.

In Folge 924, die am 7. Mai um 19:05 Uhr ausgestrahlt wurde, hat die Soap-Figur Roman (gespielt von Dennis Grabosch) erst mit Deniz (Igor Dolgatschew), dann mit Marc (Timo Hübsch) rumgemacht. Die authentische Darstellung schwuler Sexualität war den Sittenwächtern offensichtlich zu viel – einige Szenen mussten entschärft werden. "Nichts wäre Schlimmer, als wenn unsere Liebeszenen ausschließlich technisch wirken würden. Wir arbeiten deswegen so hart an diesen einzelnen Szenen, weil alles andere, was dann folgt, darauf aufgebaut ist und es authentisch wirken soll", so der offen schwule Schauspieler Dennis Grabosch gegenüber "Bild". Seine beiden Kusspartner selbst sind hetero.

RTL beugte sich zwar szeneknirschend der FSK-Zensur, plädierte jedoch in einer Stellungnahme für mehr Offenheit: "Wenn man in einer Gesellschaft sagen kann, Schwulsein ist normal, dann muss man so etwas auch bei ,Alles was zählt' mit solchen Szenen zeigen können", sagte ein RTL-Sprecher.

Die FSK führt freiwillige Prüfungen für Filme, TV-Serien und DVDs durch, die in Deutschland öffentlich gezeigt oder verkauft werden sollen. Für die Jugendfreigabe ist eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung erforderlich, die von der FSK im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden vorgenommen wird.

"Alles was zählt" läuft seit Mai 2006 wochentäglich bei RTL. Die relativ günstig in Köln-Ossendorf produzierte Serie gehört mit guten Einschaltquoten zu den Cash-Cows des Privatsenders. Mit dem Ausstieg von Hauptdarstellerin Tanja Szewczenko ließen die Quoten 2009 zwar leicht nach, inzwischen liegen sie aber wieder regelmäßig über den Senderdurchschnitt. (cw)

Youtube | Ausschnitte aus Folge 924


#1 Sven_
  • 08.05.2010, 17:28h
  • Was genau hat denn die FSK bemängelt?
    Was war in der Szene zu sehen?

    Schade, dass diese beiden Infos fehlen, um zu wissen, ob hier homophob oder einfach nur gesetzeskonform bewertet wurde.
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#2 SandokanAnonym
  • 08.05.2010, 17:36h
  • Die Vorzensur der Fernsehsendungen sollte dringend auch um Fragen der Langeweile erweitert werden. Untalentierten Künsterln sollte darüberhinaus Auftrittverbot erteilt werden. In den Nachrichten wäre es dringend geboten auf die Negativmeldungen zu verzichten. Meldungen aus dem Ausland sollten nur dann gezeigt werden wenn diese ein positives Bild unseres schönen Landes zeichnen.

    Unsere freiheitlich, demokratische Rechtsordnung lebe hoch! Hoch! Hoch!
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#3 Non-KonformistAnonym
  • 08.05.2010, 17:39h
  • Antwort auf #1 von Sven_
  • Unsere gesamte Medienlandschaft ist rundherum heterosexistisch und homophob!

    Es liegt doch auf der Hand, dass hier rein gar nichts gezeigt wurde, was nicht bei der Hetero-Dauerbeschallung auf allen Kanälen rund um die Uhr gang und gäbe ist!

    Und noch mehr: Sogar Kinofilme werden inzwischen schon von Universal Pictures damit beworben, dass andere, ähnliche Filme "zu schwul" gewesen seien.

    Ich frage mich, welche Existenzberechtigung eigentlich gewisse schwule Verbände haben, wenn sie in solchen Fragen nicht an vorderster Front und breitenwirksam aktiv werden?!
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#4 TV MoralAnonym
  • 08.05.2010, 17:44h
  • Antwort auf #1 von Sven_
  • Wenn man sieht wie Frauen bei RTL, Sat1 und co halbnackt miteinander rummachen ( auch im Nachmittags- und Vorabendprogramm wie z.B. bei Taff etc.) und wieviele Titten in Tagesblättern täglich gezeigt werden, ist diese Zensur von schwulen Homoszenen lächerlich.

    Was auch interessant ist, wieso steht im Teletext andauernd Werbung für Gayhotlines- und Boyspics und co (was zeigt das es sich im TV anscheinend lohnt für diese Zielgruppe Werbung zu machen), aber warum gibt es dann keine gelegentlichen Werbeclips im nächtlichen TV zu sehen, in denen 2 Jungs rummachen?

    Wovor haben die konservativen Zensurheinis solche Angst?
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#5 chrollifan78Profil
  • 08.05.2010, 17:54hWetzlar
  • Nun ich habe die betreffende Szene nicht
    gesehen, weil die einzige Soap die
    schaue, Verbotene Liebe ist.

    Dort gab es zwischen CHROLLI
    (Christian und Olli) auch schon sehr
    heiße Szenen, aber ich habe noch
    gehört das diese beanstandet worden sind.

    Hm, also wie ich gehört habe hat
    AWZ schon öfters heiße Szene gehabt.

    Nun, ja.
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#6 TV (B)analAnonym
#7 FloAnonym
  • 08.05.2010, 18:24h
  • Das ist ja wohl unfassbar!!

    ----
    "Wenn man in einer Gesellschaft sagen kann, Schwulsein ist normal, dann muss man so etwas auch bei ,Alles was zählt´ mit solchen Szenen zeigen können", sagte ein RTL-Sprecher.
    ---

    Da kann ich mich nur anschließen!!

    Bezeichnend ist auch, dass bei ähnlichen Heteroszenen grundsätzlich liberaler verfahren wird als wenn es um schwule Szenen geht.

    So ist z.B. auch die prüde Altersfreigabe "ab 16" für den momentan laufenden Kinofilm "I love you Phillip Morris" ein weiterer Beleg dafür.
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#8 Blondes GiftAnonym
  • 08.05.2010, 18:32h
  • Antwort auf #6 von TV (B)anal
  • "Alles, was zählt" hatte schon einige sehr heiße Szenen zwischen Igor Dolgatschew und seinem auch im wirklichen Leben schwulen Partner (ich finde es übrigens super, dass der schwule Darsteller keinen Hehl aus seiner sexuellen Orientierung macht, wie so viele andere verklemmte Stars und Sternchen).

    Kann man bei YouTube nachsehen ...

    Und ja, besagte Szenen waren meines Erachtens deutlich "expliziter" als die zwischen Olli und Christian in "Verbotene Liebe". Das ist aber auch gut so, denn sonst würde irgendwann der Eindruck entstehen, bei schwulen Szenen würde absichtlich mit "gebremstem Schaum" agiert, um etwaigen Einsprüchen ans Bein gepinkelter Zuschauer vorzubeugen.

    Ich finde die Darstellung der schwulen Beziehung bei "Alles was zählt" schauspielerisch große Klasse - und ich finde es super, dass man mit Herrn Dolgatschew (privat heterosexuell) einen Schauspieler gefunden hat, der keine Probleme hat, mit einem offen schwulen Kollegen rumzuknutschen. Das würde auch nicht jeder Hetero machen.

    Ich wünsche RTL weiterhin so viel Mut und "Explizitheit" bei den schwulen Liebesszenen, wie sie ihn bisher hatten.

    Und der FSK empfehle ich einen Fortbildungskurs: "Hallo, 21. Jahrhundert! - wie man die 50'er Jahre erfolgreich hinter sich lässt". Könnte bei deren Einstellung nicht schaden ...
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#9 schwulenaktivist
  • 08.05.2010, 18:34h
  • Wieso können Leute nicht verstehen, dass es bei jedem (Antidiskriminierungs)Gesetz immer auch einen politischen Spielraum gibt? Es gibt Dinge, die Frauen tun und solche die Männer nicht tun dürfen! Das ändert sich nicht so schnell. Aber sich auf Partnerschaftsgesetzen ausruhen, das tut gut! Vielleicht wäre in einer Schwulenehe mehr möglich gewesen? ;)))
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#10 eMANcipation*Anonym
  • 08.05.2010, 18:47h
  • Antwort auf #7 von Flo
  • Sag' das aber nicht zu laut, denn einige in diesem Forum kämpfen gegen die immer stärker um sich greifende Heterophobie!

    Wenn sich einige Schwule schlichtweg terrorisiert fühlen von der andauernden heterosexistischen Selbstinszenierung und sich Räume wünschen, in denen sie davon mal verschont bleiben, dann sind sie plötzlich die bösen Heterophoben!
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